LUZERN: Polizei hat illegale Demonstration toleriert

Eine unbewilligte Demonstration vor dem KKL hatte für deren Teilnehmer keine Konsequenzen. Die Polizei schaute zu.

Benno Mattli
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Demonstrationsteilnehmer am 25. März vor dem KKL. (Bild: Screenshot Indymedia)

Demonstrationsteilnehmer am 25. März vor dem KKL. (Bild: Screenshot Indymedia)

Während die Diskussion um das Vermummungsverbot seit dem «antikapitalistischen Tanz» vom 10. Mai neu aufgeflammt ist, hat unsere Zeitung von einem weiteren Fall erfahren, der zeigt, wie die Luzerner Polizei bei Demonstrationen tickt. Am 25. März nämlich hat sie eine unbewilligte Kundgebung vor dem KKL toleriert. Damals demonstrierten 20 bis 30 zum Teil vermummte Linksautonome aus Zürich gegen die Immobilienfirma Mobimo Holding AG, welche in Zürich Altstetten eine besetzte Liegenschaft besitzt und überbauen will. Die Mobimo hielt an diesem Tag im KKL ihre Generalversammlung ab.

«Ganzkörperverkleidet»

Kurt Graf, Kommunikationschef der Luzerner Polizei, begründet das Nicht-Einschreiten der Polizei folgendermassen: «Die Situation vor Ort war jederzeit friedlich.» Laut Graf hat es übrigens keine vermummten Demonstranten gegeben, sondern «ganzkörperverkleidete». Den Unterschied erklärt er so: «Vermummt ist jemand in der Regel dann, wenn er sein Gesicht verdeckt, um nicht identifiziert werden zu können – sei dies mit Masken, Schals, Kapuzen et cetera. Bei einer Ganzkörperverleidung hingegen ist diese Absicht in der Regel nicht gegeben.