LUZERN: Polizei hortet Hunderttausende Personendaten

Wer mit der Polizei zu tun hatte, landet schnell auf einer Datenbank. In Luzern haben sich auf diese Weise Daten von 400'000 Personen angesammelt.

Alexander von Däniken
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Hauptgebäude der Luzerner Polizei in der Stadt Luzern: Hier lagern Millionen Daten. (Bild: Keystone)

Hauptgebäude der Luzerner Polizei in der Stadt Luzern: Hier lagern Millionen Daten. (Bild: Keystone)

Die Luzerner Polizei hortet Daten von mehreren Hunderttausend Personen. Ob Temposünder, Nachtruhestörer oder wer auch bloss als Auskunftsperson beigezogen wird – wer mit der Polizei zu tun hatte, ist auf einer oder mehreren Polizei-Datenbanken eingetragen. Allein im Bereich Ordnungsbussen und Geschwindigkeitsüberschreitung sind zurzeit rund 200'000 Personen im entsprechenden Register der Luzerner Polizei eingetragen.

Datenschützer kontrolliert kaum

Im Kanton Zürich wurde vor einigen Monaten bekannt, dass diese Polizei-Datenbanken ständig grösser und Einträge kaum gelöscht werden. Die Luzerner Polizei hingegen betont auf Anfrage, dass man die Personendaten nach Ablauf von vorgegebenen Fristen aus den Registern lösche. Kontrolliert wird dies allerdings kaum, wie der kantonale Datenschützer einräumt – der Aufwand sei angesichts der Menge zu gross. Wer sicher gehen will, dass seine Daten gelöscht werden, kann dies schriftlich beantragen. Allerdings kann dies die Polizei auch verweigern.

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