LUZERN: Polizei überführt Raser mit Zivilautos

Ein Franzose rast mit 165 Stundenkilometern über die Autobahn. Die Polizei schnappt ihn – dank einer effektiven Methode.

Alexander von Däniken
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Die Luzerner Polizei setzt im Kampf gegen Raser schon seit Jahren auf Zivilautos, die mit Kameras bestückt sind. Dieses Bild entstand 2003. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Die Luzerner Polizei setzt im Kampf gegen Raser schon seit Jahren auf Zivilautos, die mit Kameras bestückt sind. Dieses Bild entstand 2003. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Nachfahrmessung heisst diese Art der Tempomessung im Behördenjargon. Was nüchtern klingt, spielt sich in der Regel bei hohen Geschwindigkeiten ab. Gemeint sind Polizeipatrouillen, die sich mit ihren Autos an die Raser heften, deren Geschwindigkeit messen und sie mit einem Stoppsignal zum Anhalten bringen. So geschehen gestern vor einer Woche: Die Luzerner Polizei stoppt um 16.50 Uhr auf der A 2 bei Knutwil einen 24-jährigen Franzosen. Er war mit 165 statt der erlaubten 120 Stundenkilometer unterwegs.

Vier zivile Polizeiautos im Einsatz

Solche Nachfahrmessungen führt bei der Luzerner Polizei der Patrouillendienst durch – mit vier zivilen Fahrzeugen, die mit Messinstrumenten wie Kameras und GPS ausgerüstet sind, wie Franz-Xaver Zemp, Chef des Fachbereichs Verkehr bei der Bereitschafts- und Verkehrspolizei, auf Anfrage erklärt.

Damit Geschwindigkeitskontrollen der Polizei während der Fahrt gültig sind, schreibt das Bundesamt für Strassen (Astra) in der Strassenverkehrskontrollverordnung unter anderem vor: Jede durch ein Messsystem festgestellte Widerhandlung muss so erfasst werden, dass die Messwerte eindeutig einem bestimmten Fahrzeug oder einem Fahrzeugführer zugeordnet werden können. Zeichnet das Polizeiauto die Messdaten auf einem Papierstreifen auf, muss die Messstrecke gemäss Weisungen des Astra mindestens 500 Meter betragen. Ist das Polizeiauto mit einer Videokamera ausgestattet, muss die Messstrecke mindestens 200 Meter lang sein.