LUZERN: Polizeiaffäre dehnt sich aus

Die Untersuchungen zu den Vorwürfen gegen die Luzerner Polizei sind angelaufen. Bisheriges Ergebnis: Es wurden weitere mutmassliche Fälle von Fehlverhalten zutage befördert.

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Regierungsrätin Yvonne Schärli anfangs Juli an einer Medienkonferenz. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Regierungsrätin Yvonne Schärli anfangs Juli an einer Medienkonferenz. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Dem externen Gutachter seien weitere Fälle gemeldet worden. Es sei nun zu prüfen, ob diese neuen Fälle dieselbe Fallhöhe hätten wie die bereits bekannten Fälle, sagte Schärli. Ob es deswegen jüngst im Polizeikorps zu Konsequenzen oder Suspendierungen gekommen ist, dazu nahm die Sicherheitsdirektorin mit Verweis auf die laufende Untersuchung nicht Stellung.

Derzeit geht der Berner alt Oberrichter Jürg Sollberger im Auftrag der Luzerner Regierung als externer Gutachter Vorwürfen wegen mutmasslichen Fehlverhaltens in der Luzerner Polizei nach. Insbesondere untersucht er den Vorwurf, wonach ein Kadermitarbeiter befördert worden ist, obwohl er seine Freundin verprügelt haben soll.

Untersuchungsdauer ist offen

Gemäss Medienberichten ist ein weiterer Kadermann befördert worden, obwohl er wegen einer Tätlichkeit vorbestraft war. Ein Geschäftsleitungsmitglied soll zudem eine ihm unterstellte Mitarbeiterin sexuell genötigt haben. Der Mann ist seit Monaten krank geschrieben. Gegen ihn läuft eine Administrativuntersuchung.

Bis wann Sollbergers Zwischenbericht vorliegt, ist laut Regierungsrätin Yvonne Schärli offen. Er könne sich so viel Zeit nehmen, wie er dazu brauche, sagte Schärli. Sollberger werde vollständige Akteneinsicht gewährt, wie er sie für die Aufarbeitung benötige.

Der Gesamtregierungsrat sprach dem Kommandanten der Luzerner Polizei nach Bekanntwerden der Vorwürfe Ende Juni 2013 das Vertrauen aus. Die Regierung verlangte von ihm und der Geschäftsleitung der Polizei, dass sie zur Aufarbeitung der Vorwürfe beitragen und die Beförderungspraxis überprüfen würden.

sda/nop