LUZERN: Polizeischutz bei Elterngesprächen

Um ihren Willen durchzusetzen, schrecken Eltern teils nicht davor zurück, Lehrpersonen zu bedrohen. Seit August wurden beim Kanton bereits fünf Fälle registriert.

Lena Berger
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Immer öfters brauchen Lehrer Polizeischutz bei Elterngesprächen. (Bild: Archiv)

Immer öfters brauchen Lehrer Polizeischutz bei Elterngesprächen. (Bild: Archiv)

Die Aussage von Charles Vincent, Leiter der kantonalen Dienststelle Volksschulbildung, lässt aufhorchen: «Seit Schuljahresbeginn wurden wir fünfmal beigezogen, weil gegen Lehrpersonen oder Schulleitungen Drohungen ausgesprochen wurden», sagt er. In einem Fall war es ein Schüler, der einer Lehrperson Gewalt androhte. In vier Fällen haben Eltern Lehrpersonen verbal attackiert. Teilweise sei schon im Voraus gedroht worden, dass «etwas passiere», falls ein gewisser Entscheid gefällt werde.

In solchen Fällen werden Elterngespräche von der Lehrperson zusammen mit der Schulleitung geführt. In Einzelfällen sogar unter Polizeischutz. «Die Polizisten warten dann im Nebenzimmer. In den meisten Fällen reicht das aus, um die Situation zu beruhigen», sagt Vincent. Auch in den Gemeinden kommt es vor, dass die Polizei bei Elterngesprächen beigezogen wird. Konkret war dies in Ebikon und Kriens schon der Fall – wenn auch nicht im aktuellen Schuljahr. Gemäss Vincent haben Drohungen in den letzten Jahren tendenziell zugenommen.