LUZERN: Polizisten erhalten keine Körperkameras

Die Polizei erhält vorderhand keine Körperkameras. Der Kantonsrat hat ein Postulat, das die Prüfung von Body-Cams forderte, mit 76 zu 30 Stimmen abgelehnt.

Drucken
Teilen
Ein Polizist macht Videoaufnahmen (links) bei einem Einsatz der Luzerner Polizei an der Zentralstrasse in der Stadt Luzern anlässlich der Ausschreitungen nach dem Spiel FCL- FCB. (Bild: Archiv LZ)

Ein Polizist macht Videoaufnahmen (links) bei einem Einsatz der Luzerner Polizei an der Zentralstrasse in der Stadt Luzern anlässlich der Ausschreitungen nach dem Spiel FCL- FCB. (Bild: Archiv LZ)

Solche Kameras könnten Polizisten schützen und Verfahren beschleunigen, sagte Postulant Charly Freitag (FDP). Er verwies dabei auf Erfahrungen aus Deutschland.

Die Mehrheit des Parlamentes sprach sich indes gegen den Einsatz von Körperkameras aus, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Sie folgte damit Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli, die erklärte, dass die Polizei selbst "nein" zu Body-Cams gesagt habe.

Schärli erklärte, dass alle Zentralschweizer Polizeikommandanten und Sicherheitsdirektoren sich gegen Körperkameras ausgesprochen hätten. Die Regierungsrätin zeigte sich überzeugt, dass die Polizei Body-Cams fordern werde, wenn sie dies für nötig halte.

Votanten im Rat wiesen darauf hin, dass die Polizei weder die personellen noch die finanziellen Mitteln für den Body-Cam-Einsatz hätten. Diese Kameras würden eine riesige Datenfülle produzieren.

Andere befürchteten, dass Körperkameras das Vertrauen in die Polizei beschädigen könnte. Der Einsatz der Kameras würde die Grundrechte tangieren. Weiter wurde angeführt, dass solche Kameras nur Symptome bekämpften, aber nicht die Ursachen der Gewalt beseitigten. (sda)

Hinweis: So stimmten die Parlamentarier ab »

Ein hessischer Polizist mit einer sogenannten Body-Cam auf der Schulter. (Bild: PD)

Ein hessischer Polizist mit einer sogenannten Body-Cam auf der Schulter. (Bild: PD)