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Interview

Luzerner Unternehmen will Luft in Wasser verwandeln

Ein Hochdorfer KMU tüftelt an einer neuen Methode für die Wassergewinnung. Eine gewichtige Stiftung unterstützt die Idee.
Roseline Troxler
Flavio Muff (links) und Geschäftsführer Lukas Gasser diskutieren in den Räumen der Alera Energies AG die Projektidee. Bild: Pius Amrein (Hochdorf, 6. August 2019)

Flavio Muff (links) und Geschäftsführer Lukas Gasser diskutieren in den Räumen der Alera Energies AG die Projektidee. Bild: Pius Amrein (Hochdorf, 6. August 2019)

Letztes Jahr war die Wasserknappheit Tatsache und auch dieses Jahr bereitete die Trockenheit in gewissen Regionen der Schweiz Kopfzerbrechen. Doch in vielen Ländern der Welt gehört sie zum Alltag. Hier will das Unternehmen Alera Energies AG aus Hochdorf Abhilfe schaffen. Ein Konzept liegt vor und hat auch die Albert Koechlin Stiftung überzeugt. Sie unterstützt das Projekt «Air Water Generators» mit einem Beitrag von 20000 Franken. Der Seetaler Lukas Gasser (38) ist der Gründer der Alera Energies AG. Er erklärt die Projektidee, deren Machbarkeit nun intensiv geprüft wird.

Aus Luft wird Wasser. Dies klingt abenteuerlich: Wie soll das funktionieren?

Lukas Gasser: Es gibt bereits Lösungen, wie aus Luft Trinkwasser gewonnen werden kann. Dabei wird die Luft unter den Taupunkt abgekühlt, wobei Wasser aus der Luft auskondensiert und gesammelt werden kann.

Weshalb tüfteln Sie trotzdem an einer neuen Methode?

Die Anlagen, die im Einsatz stehen, benötigen für den Betrieb grosse elektrische Leistungen. Doch in Regionen, wo akute Wasserknappheit herrscht, gibt es kaum stabile Leitungsnetze. Es macht keinen Sinn, wenn man neben eine solche Anlage zur Wassergewinnung noch ein kleines Kraftwerk stellen muss.

Was sind nun die Vorteile Ihres Konzepts?

Wir wollen ein flüssiges Sorptionsmittel einsetzen, welches das Wasser in der Luft bindet, damit es gesammelt werden kann. Allerdings muss das Wasser in einem zweiten Schritt vom Sorptionsmittel getrennt werden. Ziel ist es, dafür möglichst wenig Energie zu brauchen. Wie unsere Pläne genau aussehen, verraten wir an dieser Stelle aber nicht, weil wir die Idee patentieren lassen möchten.

Weshalb entwickeln Sie ausgerechnet von der wasserreichen Schweiz aus eine Lösung für dieses Problem?

Ein Kollege hat mit Hochschuldozierenden und Forschenden eine Dienstreise nach Südafrika unternommen. Er tauschte sich mit Firmen und Regierungsvertretern aus. Wir haben nach seiner Rückkehr viele Gespräche zu dieser Thematik geführt und die Konzeptidee entwickelt. In den betroffenen Ländern fehlt es an Geld und Know-how, um das Problem vor Ort zu lösen.

Ihr Ingenieurbüro hat sich auf thermische Energiesysteme und Gebäudetechnik spezialisiert und entwickelt für Kunden Produkte. Weshalb wurden Sie mit diesem Projekt selber aktiv?

Das Thema liegt uns am Herzen. Daher waren wir bereit, rund 60000 Franken bis zum Prototypen zu investieren. Doch erst nach der Machbarkeitsprüfung, die auf theoretischer Ebene stattfindet und Ende Jahr vorliegen soll, wissen wir, ob wir das Projekt umsetzen können.

Wie soll es bei grünem Licht weitergehen?

Dann folgt die Detailplanung und der Bau des Prototypen. Danach suchen wir einen Industriepartner, welcher das Produkt für uns herstellt. Wir hoffen hier auf eine Schweizer Firma.

Wird man sich das Produkt in Afrika je leisten können?

Die Produktionskosten müssen tief sein. Wichtig ist uns zudem, dass das Produkt kaum gewartet werden muss und einfach vor Ort repariert werden kann.

Werden wir künftig auch in der Schweiz auf Wassergewinnung angewiesen sein?

Der letzte Sommer zeigte, dass gewisse Grundwasserströme rückläufig sind oder viel Zeit brauchen, bis sie sich erholen. Verschärft sich die Situation, könnte ein Air Water Generator auch hier entgegenwirken.

Hinweis: Lukas Gasser (38), gelernter Maschinenmechaniker und studierter Maschinentechniker, ist Inhaber und Geschäftsführer der Alera Energies AG. Das Unternehmen mit vier Mitarbeitern wurde 2015 in Horw gegründet, inzwischen ist der Sitz in Hochdorf. Gasser, der in Hochdorf aufgewachsen ist, kehrte damit zurück ins Seetal.

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