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LUZERN: Quartierverein Altstadt: «Neubau ist gut aufgegleist»

Das Gebäude an der Kapell­gasse 4 in der Altstadt soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt nimmt Pierre Rügländer, Präsident des Quartiervereins Altstadt, Stellung.
Hugo Bischof
Das erstrangierte Projekt «Nocturne» der Zürcher Architekten Joos & Mathys. (Bild: visualisierung/pd)

Das erstrangierte Projekt «Nocturne» der Zürcher Architekten Joos & Mathys. (Bild: visualisierung/pd)

Es handle sich dabei um eine «städtebaulich und architektonisch äusserst anspruchsvolle Aufgabe», sagte die kantonale Denkmalpflegerin in einem Interview mit unserer Zeitung (Artikel vom 3. Oktober). Wie steht der Quartierverein Altstadt zum Projekt? Präsident Pierre Rügländer, ebenfalls Mitglied der Wettbewerbsjury, nimmt Stellung.

Pierre Rügländer, was braucht es, um an einer so exponierten Lage etwas Vernünftiges zu bauen?

Die Herausforderungen sind gross, nicht nur in Sachen Ästhetik, sondern auch in Sachen Wirtschaftlichkeit. Das Gebäude muss dem Besitzer ja auch eine sinnvolle wirtschaftliche Nutzung ermöglichen. Das ist mit dem Siegerprojekt gewährleistet, mit einer grossen Gewerbefläche im EG und 1. OG, Raum für Büros und Praxen (Arzt, Anwalt, Treuhänder) in den mittleren Stockwerken und ganz oben einer angemessenen Anzahl Wohnungen.

Überzeugt das Siegerprojekt auch ästhetisch?

Die Jury hat sich einstimmig für dieses Projekt ausgesprochen, gleichzeitig aber betont, dass es noch Optimierungsbedarf hat.

Geht es da vor allem um die auffälligen Dachlukarnen, die im Jurybericht als «massig» bezeichnet werden?

Die ganze Dachregion des projektierten Gebäudes muss optimiert werden. Gespräche mit den Architekten haben gezeigt, dass sie sehr viel Denkarbeit leisten. Ihr Projekt nimmt die Simse des Nachbargebäudes auf. Und die Lukarnen sind ein zeitgenössisches Pendant zum Türmchen auf dem gegenüberliegenden früheren Musik-Hug-Gebäude. Das Siegerprojekt ist gut aufgegleist; ich bin zuversichtlich.

Das zweitrangierte Projekt kam in einer Umfrage bei unseren Lesern besser an.

Das zweitrangierte Projekt sehe ich eher nicht als Lösung. Ich fand es etwas schade, dass Sie für Ihre Umfrage eine Visualisierung des noch nicht überarbeiteten Projekts verwenden mussten. Erst wenn das definitive Projekt vorliegt, wird sich der Quartierverein offiziell äussern. Sollte uns dann etwas noch nicht passen, werden wir das sagen.

Apropos Wohnungen im Neubau: In welcher Preislage sollen die sein?

Es dürfen nicht luxuriöse Penthouse-Wohnungen werden, sondern Wohnungen im mittleren Preissegment, die sich auch Familien leisten können.

Interview: Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

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