LUZERN: Rad- und Gehweg für 4,8 Millionen Franken

Der Stadtrat will auf dem ehemaligen Zentralbahntrassee der Zentralbahn vom Steghof bis zum Mattenhof für insgesamt 4,8 Millionen Franken einen Rad- und Gehweg realisieren. Der Bund, der Kanton Luzern und die Gemeinde Kriens beteiligen sich an den Kosten.

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Verkehrsingenieur Martin Urwyler auf dem ehemaligen Trassee der Zentralbahn. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Verkehrsingenieur Martin Urwyler auf dem ehemaligen Trassee der Zentralbahn. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Die Zentralbahn fährt seit November 2012 zwischen dem Bahnhof Luzern und der Haltestelle Kriens Mattenhof auf einer neuen unterirdischen Strecke. Dank der Tieflegung der Zentralbahn wird das ehemalige Trassee nicht mehr benutzt. Der Stadtrat will auf ihm einen Rad- und Gehweg realisieren. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilitätsstrategie der Stadt Luzern.

Der Rad- und Gehweg bietet eine direkte, schnelle und sichere Velo- und Fusswegverbindung zwischen der Stadt Luzern und den Gemeinden Kriens und Horw. Er hat auch eine zentrale Bedeutung für die beiden Entwicklungsschwerpunkte Steghof und Luzern Süd, in denen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten neue Überbauungen und Quartiere entstehen sollen. Für Kriens ist der neue Rad- und Gehweg eine wichtige Erschliessung der Wohn- und Gewerbegebiete im Bereich Allmend und südlich der Luzernerstrasse sowie des Entwicklungsschwerpunktes Schlund. Auch der Bahnhof Kriens Mattenhof, das Kultur Zentrum Südpol, die Musikschule Stadt Luzern und die geplante Musikhochschule profitieren vom neuen Rad- und Gehweg.

Gemeinsame Finanzierung

Die Investitionskosten für den knapp zwei Kilometer langen Rad- und Gehweg belaufen sich brutto auf insgesamt 4,8 Millionen Franken. Die bisherigen Planungskosten von 125‘000 Franken wurden durch separate Kredite bereits finanziert. Deshalb beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Bruttokredit von 4,675 Millionen Franken. Allerdings muss die Stadt nur einen Teil dieses Betrags bezahlen.

Der Rad- und Gehweg ist im Agglomerationsprogramm 1. Generation enthalten. National- und Ständerat haben 2010 entschieden, 35 Prozent der Kosten zu übernehmen. Dies entspricht einem Beitrag von 1,68 Millionen Franken. Auch der Kanton Luzern beteiligt sich am Projekt: 600‘000 Franken hat er im Zusammenhang mit der Ausbau und der Tieflegung der Zentralbahn bereits überwiesen. Zudem ist im Bauprogramm 2015–2018 des Kantons ein Beitrag von 1 Million Franken vorgesehen. Der Kantonsrat wird voraussichtlich im November 2014 über das Bauprogramm entscheiden. Die Gemeinde Kriens hat einen Beitrag von 500‘000 Franken zugesichert. Der städtische Anteil beläuft sich neben den bereits bewilligten Planungskosten von 125‘000 Franken somit auf 895‘000 Franken. Dieser Betrag belastet den Investitionsplafond der Stadt Luzern nicht, da er aus der Vorfinanzierung «Mobilität, Infrastrukturen» genommen werden kann, die zur Finanzierung des städtischen Beitrages an die Tieflegung der Zentralbahn geäufnet wurde.

Verkehrssicherheit spielt wichtige Rolle

Läuft alles nach Plan kann der fünf Meter breite Rad- und Gehweg 2015 realisiert und im Frühling 2016 eröffnet werden. Er wird in einen drei Meter breiten Veloweg und einen zwei Meter breiten Fussweg aufgeteilt. Auf dem rund 500 Meter langen Teilstück vom Eichwald bis zur Eichwilstrasse werden der Fussverkehr auf dem heutigen Schäferweg und der Veloverkehr auf dem ehemaligen Bahntrassee geführt. Die Beleuchtung wird an den Fahrleitungsmasten befestigt. Sie wurden zusammen mit den Fahrleitungen der Zentralbahn belassen. Dadurch bleibt der ursprüngliche Zweck sichtbar.

Angedacht war, dass die Velofahrenden auf dem Radweg an den beiden Kreuzungen Eichwald- und Moosmattstrasse Vortritt haben. Rückmeldungen aus dem Quartier sowie ein Sicherheitsaudit des Bundesamtes für Unfallverhütung haben die Stadt veranlasst, davon abzusehen und dem Verkehr auf den beiden Strassen den Vortritt zu geben. Um die Verkehrssicherheit bei der spitzwinkligen Einmündung Arsenal-/Eichwaldstrasse zu gewährleisten, ist ein Abbiegeverbot für Autos von der Arsenalstrasse in die Eichwaldstrasse vorgesehen. Unmittelbar nach der Zufahrt zum Murmattweg wird die Eichwaldstrasse durch einen kurzen Einbahnabschnitt unterbrochen. Damit wird die Eichwaldstrasse erheblich vom Schleichverkehr entlastet und die Kreuzung mit dem Rad- und Gehweg sicherer.

pd/shä