LUZERN: Regierung legt Tarif für Spitalbehandlung fest

Weil sich das Kantonsspital und die Tarifsuisse nicht auf einen Basispreis für eine stationäre Behandlung einigen konnten, musste die Luzerner Regierung den Tarif festlegen. Dieser liegt mit 10'325 Franken nahe an der Forderung des Spitals.

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Eine Pflegefachfrau kümmert sich im Kantonsspital Luzern um eine Patientin. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

Eine Pflegefachfrau kümmert sich im Kantonsspital Luzern um eine Patientin. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

Der Basispreis (Baserate) bestimmt seit 2012 die Höhe der Spitalerträge pro stationäre Behandlung und dient zur Berechnung der Fallpauschale. Sie hätte eigentlich zwischen Spitälern und Krankenkassen ausgehandelt werden sollen. Weil sich aber das Luzerner Kantonsspital (LUKS) und die Krankenkassenverhandlungsgesellschaft Tarifsuisse AG, die für rund 50 dem Branchenverband Santésuisse angeschlossenen Kassen die Verhandlungen führte, nicht auf einen Tarif einigen konnten, hat die Luzerner Regierung gemäss Krankenversicherungsgesetz KVG über die Höhe der Pauschale entschieden und diese auf 10'325 Franken festgelegt.

Preis nahe an Forderung des LUKS

Die Höhe der Basisrate hat die Regierung gemäss Mitteilung des Gesundheits- und Sozialdepartementes aufgrund folgender Ausgangslage festgelegt: Das LUKS beantragte einen Tarif von 10'645 Franken, Tarifsuisse AG forderte 8'951 Franken. Der Preisüberwacher empfahl dem Regierungsrat einen Tarif von 8'974 Franken.

Die Regierung ist der Ansicht, dieser Tarif sei wirtschaftlich und gerechtfertigt: Einerseits sei die von der Regierung festgesetzte Baserate vom LUKS kostenmässig ausgewiesen. Diese Kosten seien ähnlich wie die Kosten von Spitälern, die von der Grösse und vom Leistungsangebot her mit dem LUKS vergleichbar sind. Andererseits habe sich das LUKS bereits mit der Verhandlungsgemeinschaft der Krankenversicherer HSK (Helsana, Sanitas, KPT) auf eine Baserate in ähnlicher Höhe einigen können.

Der Tarif sei jedoch noch nicht rechtskräftig. Der Entscheid des Regierungsrates kann sowohl vom LUKS als auch von der Tarifsuisse AG beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.

pd/bep/sda

Spitalfinanzierung 2012

Mit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung 2012 wird die Abgeltung für Spitalbehandlungen neu geregelt. Grundlage ist eine fixe Pauschale pro Diagnose, die sogenannte Fallpauschale (Swiss DRG). Die Fallpauschale wird berechnet, indem das Kostengewicht, das den durchschnittlichen Behandlungsaufwand für den betreffenden Fall beschreibt, mit dem Basispreis (Baserate) multipliziert wird. Die Baserate bezeichnet den Betrag, der für einen Behandlungsfall bezahlt wird, dessen Kostengewicht 1,0 beträgt. Den Basispreis handeln die Spitäler und die Krankenversicherer aus. Kommt es zu keiner Einigung, muss die jeweilige Kantonsregierung einen Tarif festlegen.

pd