LUZERN: Regierung nimmt Probleme strategisch in den Fokus

Die Stadt muss sich wirtschaftlich verbessern und ihre Verkehrs- und Wohnprobleme lösen, um als prosperierender Hauptort der Zentralschweiz auftreten zu können. Zu diesem Schluss ist die Stadtregierung gekommen. Basis dazu bilde ein gesunder Finanzhaushalt.

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Die Stadt Luzern mit Blick auf die Seebrücke. (Bild: Corinne Glanzmann)

Die Stadt Luzern mit Blick auf die Seebrücke. (Bild: Corinne Glanzmann)

Vor knapp einem Jahr hatte der Grosse Stadtrat die Gesamtplanung des Stadtrates für die Jahre 2014 bis 2018 zurückgewiesen. Dieser entwickelte das Strategiepapier zur Gesamtplanung für die Jahre 2015 bis 2019 weiter. Ob das Parlament diese nun akzeptiert, wird sich am 27. November zeigen.

Im Gegensatz zur zurückgewiesenen Gesamtplanung schenkt die neue den Schwächen Luzerns mehr Aufmerksamkeit. Die Entwicklung der Stadt baue zwar auf den Stärken der Stadt auf - etwa der Kultur, dem Branchenmix und den lebendigen Quartieren, erklärte Baudirektorin Manuela Jost am Montag vor den Medien. Mittelfristig müssten aber die Schwächen reduziert werden.

Langfristige Vision des Stadtrates für das Jahr 2035 ist "Luzern - Aufbruch aus der Mitte". Eine Vision sei ein erstrebenswerter Idealzustand, sagte Stadtpräsident Stefan Roth. Es sei aber nicht sicher, dass dieser Zustand auch vollständig erreicht werden könne.

Selbstbewussteres Auftreten

Ziel ist eine selbstbewusstere Stadt. Luzern solle sich als Hauptort der Zentralschweiz und als führende Tourismusstadt der Schweiz positionieren. Die Stadt solle prosperieren, ihr Zentrum solle gut erreichbar sein und aus vielfältigen Quartieren bestehen.

Einheimische und Gäste sollen sich in Luzern wohl fühlen. Die Bevölkerung liebe ihre Stadt, sagte Roth. Diese gute Grundstimmung müsse erhalten bleiben.

Konkreter und für die Politik der nächsten fünf Jahre wichtiger sind die aus dem langfristigen Ziel abgeleiteten prioritären Handlungsfelder, mit denen der Stadtrat die Schwächen Luzerns angehen will. Es handelt sich dabei um die Themen Verkehr, Wohnen, Wirtschaft und Finanzen.

Keine neuen Strassen

Gemäss einer Bevölkerungsbefragung von 2012 ist der Verkehr das grösste Problem der Luzernerinnen und Luzerner. Da es vorderhand keine neue Strassen geben wird, bleibt gemäss Stadtrat nur die Lösung, dass die Menschen vermehrt mit dem öffentlichen Verkehr, dem Velo oder zu Fuss unterwegs sind. Damit erhalte der wirtschaftlich notwendige Strassenverkehr mehr Platz, sagte Jost.

Zwei Abstimmungen 2012 haben gezeigt, dass die Bevölkerung auch mit der Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht zufrieden ist. Handlungsbedarf sieht der Stadtrat vor allem beim preisgünstigen Wohnungsbau.

Platz braucht es aber nicht nur zum Wohnen, sondern auch zum Wirtschaften. Die Luzerner Wirtschaft basiert gemäss Stadtrat stark auf kleinen und mittelgrossen Unternehmen und ist wenig wertschöpfungsstark. Die Stadt brauche deshalb zusätzliche Arbeitsflächen, erklärte Roth. Im Zentrum stehen für ihn die Rösslimatt, der Pilatusplatz, der Steghof und der Littauerboden.

Ob die Stadtregierung die angestrebte Entwicklung erreichen kann, hängt wesentlich vom Finanzhaushalt ab. Dieser müsse mittelfristig ausgeglichen sein, sagte Roth. Das Ziel könne aus heutiger Sicht nur mit einem weiteren Konsolidierungspaket ab 2016 sichergestellt werden. Details dazu stellte Roth für Dienstag in Aussicht, wenn er das Budget für das kommende Jahr vorstellen wird. (sda)