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LUZERN: Regierungsratswahlen: Jetzt bringt Rolf Born das Kandidatenkarussell in Schwung

Muss Emmen bald ein drittes neues Exekutivmitglied suchen? Gut möglich – denn Gemeindepräsident Rolf Born (FDP) liebäugelt mit einem Sitz in der Luzerner Regierung.
Ausmarchung der FDP für die Regierungsratswahlen 2011: Rolf Born (Mitte) bei seinem ersten Anlauf mit Robert Küng (rechts) und Andreas Heer. (Bild: Boris Bürgisser (Littau, 30. August 2010))

Ausmarchung der FDP für die Regierungsratswahlen 2011: Rolf Born (Mitte) bei seinem ersten Anlauf mit Robert Küng (rechts) und Andreas Heer. (Bild: Boris Bürgisser (Littau, 30. August 2010))

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

«Es ist wie bei einem Wettbewerb: Wer nie etwas wagt, wird auch nie gewinnen.» Rolf Born (55), Gemeindepräsident von Emmen, FDP-Kantonsrat und zweifacher Familienvater, hat gestern seine Ambitionen für die Regierungsratswahlen 2019 publik gemacht. Bekanntlich tritt der jetzige Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng (FDP) aus Willisau nicht wieder an (Ausgabe vom 17. Januar).

Rechtsanwalt Rolf Born startete seine Politkarriere 1996 als Einwohnerrat von Emmen. Seit 2007 politisiert er für die FDP im Kantonsrat. 2012 erfolgte die Wahl zum Gemeindepräsidenten von Emmen, zuvor gehörte er dem Gremium als Sozialvorsteher an. Seit einem Jahr präsidiert er den Verband der Luzerner Gemeinden. «Die Kandidatur ist für mich die Chance, im gleichen Umfeld Neues anzupacken», sagt Born. «Ich gestalte gerne mit und weiss bestens, wie eine Verwaltung funktioniert.» Auch aufgrund seines Alters sei der Zeitpunkt für diesen Schritt ideal.

Nun gilt es mehrere Hürden zu überwinden

Doch der Weg in Küngs Fussstapfen ist noch weit: Zunächst muss Born am 23. April von seiner Ortspartei zuhanden der Wahlkreispartei Hochdorf nominiert werden. Jene wiederum lässt die Delegierten am 24. Mai festlegen, wen sie ins Rennen schickt. «Ob wir einen oder mehrere Kandidaten nominieren, wird an jenem Abend entschieden», sagt Wahlkreispräsidentin Romy Odoni.

Die letzte Hürde ist schliesslich die kantonale Delegiertenversammlung vom 28. Juni in Sempach. Dann wird die Kantonalpartei entscheiden, wer bei den Wahlen vom 31. März 2019 antritt. Kantonalparteipräsident Markus Zenklusen betont: «Unser Ziel ist es noch immer, auch eine Frau zur Nomination vorschlagen zu können.»

Das Prozedere weckt Erinnerungen: Denn Born hat 2010 schon einmal für einen Sitz in der Regierung kandidiert. In der internen Ausmarchung machte damals aber im dritten Wahlgang Robert Küng das Rennen. Jetzt zeichnet sich mit bereits bekannten Mitstreitern wie dem Inwiler Kantonsrat Fabian Peter und dem Hochdorfer Gemeinderat Roland Emmenegger erneut keine einfache Ausgangslage ab (siehe Kasten). Born, Captain beim FC Kantonsrat, gibt sich abgeklärt: «Es ist wie in einem Fussballspiel: Wenn der Gegner objektiv gesehen besser ist, muss man dies akzeptieren.»

Geht der «Exodus» von Emmen weiter?

Während die Emmer Ortspartei stolz ist, einen «bestens ausgewiesenen, erfahrenen sowie führungsstarken Kandidaten» präsentieren zu können, dürften andere kaum Freude an Borns Plänen haben. Für die Gemeinde ist der Zeitpunkt der Kandidatur denkbar ungünstig. Emmen befindet sich derzeit im budgetlosen Zustand. Das Stimmvolk wird am 10. Juni über das überarbeitete Budget befinden. Vor etwas mehr als einer Woche gab Finanzdirektor Urs Dickerhof (64, SVP) seine Demission bekannt. Er will sein Amt, das er seit 2004 innehat, per Ende August abgeben. Mit ihm geht das amtsälteste Mitglied des Gremiums (Ausgabe vom 13. März). Schon früher hat Susanne Truttmann-Hauri (58) ihren Rücktritt angekündigt: Die SP-Frau scheidet ebenfalls per Ende August aus der Exekutive aus, ihr Kantonsratsmandat gibt sie per Ende Mai ab. Nach 13 Jahren im Gemeinderat und 7 Jahren im Kantonsrat (Ausgabe vom 12. Januar).

Rolf Born sagt dazu: «Es ist mir nicht leicht gefallen, im aktuellen Umfeld diesen Entscheid zu fällen. Jetzt bietet sich Gelegenheit für eine interessante Herausforderung. Ich will es später nicht bereuen, den Schritt nicht gewagt zu haben.» Jeder sei ersetzbar. «Es wäre absolut vermessen, zu sagen, die künftige Entwicklung der Gemeinde hänge von mir ab.» Emmen verfüge über eine «ausgezeichnete» Verwaltung. «Und ich weiss, dass es potenzielle motivierte Nachfolger fürs Gemeindepräsidium gibt.» Martin Birrer, Präsident der Emmer Ortspartei, pflichtet ihm bei, will aber noch keine Namen nennen. Er stärkt Born den Rücken. «Hier geht es um einen Karriereschritt, Rolf Born wäre ein fähiger Mann für dieses Amt.» Dass ihm dieser Entschluss aufgrund der aktuellen Lage Emmens negativ ausgelegt werden könne, müsse man in Kauf nehmen. Aber wie Born sagt auch Birrer: «Das Thema könnte aufgrund des Nominationsprozesses schon im Sommer wieder vom Tisch sein.»

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