LUZERN: Rekordzahl: 50'000 Fälle beschäftigten Staatsanwaltschaft

Noch nie sind bei der Staatsanwaltschaft so viele Fälle eingegangen wie im letzten Jahr. Insbesondere die Wirtschaftskriminalität soll schneller und wirksamer bekämpft werden – mit einer neuen Abteilung in Kriens.

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Oberstaatsanwalt Daniel Burri (links) und Guido Emmenegger, Leiter Zentrale Dienste, informierten am Dienstag über den Jahresbericht der Staatsanwaltschaft 2015. (Bild: Alexander von Däniken/Neue LZ)

Oberstaatsanwalt Daniel Burri (links) und Guido Emmenegger, Leiter Zentrale Dienste, informierten am Dienstag über den Jahresbericht der Staatsanwaltschaft 2015. (Bild: Alexander von Däniken/Neue LZ)

Nach den Jahren 2013 und 2014 verzeichnet die Staatsanwaltschaft für das letztjährige Geschäftsjahr zum dritten Mal in Folge einen weiteren Rekordwert. Erstmals in der Geschichte der Luzerner Strafverfolgungsbehörden wird bei den Falleingängen die 50'000-Marke überschritten. Das entspricht einer Zunahme um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Die Gesamtstatistik zeige ein ausgeglichenes, eher unauffälliges Bild.

Neue Abteilung in Kriens

«Im Jahr 2015 haben wir im Kanton Luzern die entscheidenden Weichen gestellt für die neue Abteilung Wirtschaftsdelikte», betonte Oberstaatsanwalt Daniel Burri an der diesjährigen Medienkonferenz zum Jahresbericht 2015. Die neue Abteilung soll am 1. Juli im Schappecenter in Kriens eröffnet werden.

Ursprünglich hätte die Spezialabteilung mit neun Staatsanwälten bereits im April die Arbeit aufnehmen sollen. Die dreimonatige Verzögerung sei auf die Planungsarbeiten für den Bezug und den Umbau von Räumlichkeiten zurückzuführen, heisst es im Bericht.

Bei der Wirtschaftskriminalität blieb die Situation gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hier konnte die Staatsanwaltschaft zahlreiche Fälle mangels Ressourcen nicht bearbeiten. «Dank der neuen Abteilung werden wir schneller und wirksamer gegen die Wirtschaftskriminalität vorgehen können», so Burri.

Fallzahlen konstant

Nebst dem Anstieg bei den Übertretungen im Allgemeinen und den Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz im Speziellen kamen bei den Delikten gegen Leib und Leben erneut weniger Straftaten zur Anzeige (-7%). Angestiegen hingegen sind die Zahlen bei den Betäubungsmitteldelikten (+13,5%), was aber aufgrund der in den letzten zwei Jahren rückläufigen Entwicklung nicht als Trendwende gewertet werden darf. In allen anderen Deliktsbereichen ist die Entwicklung der Fallzahlen marginal und damit wenig auffällig.

Weniger Gewaltdelikte

Im Vergleich zum Vorjahr hatte man bei der Jugendanwaltschaft zwar 185 Fälle mehr zu bearbeiten. Die Gewaltdelikte gingen jedoch zurück. Dies darf nicht überbewertet werden. Bei der Jugendkriminalität lassen grössere Schwankungen nicht auf einen Trend schliessen, zumal die Fallzahlen dort in gewissen Deliktsbereichen ohnehin sehr tief sind und stets grösseren Veränderungen unterliegen.

Insgesamt konnte die Staatsanwaltschaft mehr Fälle erledigen als auch schon. So stieg die Erledigungsquote von 96 auf 102 Prozent. Die Steigerung erklärt die Staatsanwaltschaft mit organisatorischen Massnahmen. Diese hätten im Bereich des Massengeschäfts wie Übertretungen und Strassenverkehrsverstösse zu Effizienzverbesserungen geführt.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft beschäftigte im vergangenen Jahr 147 Personen. Der Frauenanteil lag bei 57 Prozent.

Hinweis: Der Jahresbericht der Staatsanwaltschaft »

pd/rem/sda

Mehr zum Thema am 24. Februar in der Neuen LZ.