LUZERN: Religionskunde bleibt Fach an Obergymnasien

An den Obergymnasien soll das Fach Religion und Ethik beibehalten werden. Der Kantonsrat hat dies am Montag bei der Beratung des Finanzplanes 2015-2018 entschieden.

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Lehrpersonen der Fachschaft «Religionskunde und Ethik» überreichten am Montag der höchsten Luzernerin, Kantonsratspräsidentin Irene Keller, ihre Petition mit 13'177 Unterschriften gegen die Abschaffung des Faches Religionskunde und Ethik an den Luzerner Gymnasien. (Bild: Benno Bühlmann)

Lehrpersonen der Fachschaft «Religionskunde und Ethik» überreichten am Montag der höchsten Luzernerin, Kantonsratspräsidentin Irene Keller, ihre Petition mit 13'177 Unterschriften gegen die Abschaffung des Faches Religionskunde und Ethik an den Luzerner Gymnasien. (Bild: Benno Bühlmann)

Der Kantonsrat entschied mit grossem Mehr (78 zu 35 Stimmen), dass das Fach Religionskunde und Ethik am Obergymnasium nicht gestrichen werden solle. Es ergänzte den Finanzplan mit einer entsprechenden Bemerkung. Mit der Streichung des Faches hätten jährlich 0,5 Millionen Franken gespart werden können.

Angela Pfäffli (FDP, Grosswangen) begründete ihr Festhalten am Fach mit einer ihrer Ansicht nach stattfindenden Verrohung und Orientierungslosigkeit der Gesellschaft. Es gelte, Gegensteuer zu geben.

Priska Wismer (CVP, Rickenbach) betonte, Religion und Ethik gehöre zur ganzheitlichen Bildung. Auch Hans Stutz (Grüne) sagte, dass an der Schule eine gewisse Wertevermittlung stattfinde müsse. Armin Hartmann (SVP) sagte, Religion sei wichtig für den Kanton Luzern.

Markus Baumann (GLP, Luzern) sagte indes, dass in anderen Kantonen das Fach auch nicht angeboten werde. Walter Stucki (FDP, Emmen) sagte, dass es hier nur um die Obergymnasiasten und somit um eine Minderheit der Jugendlichen gehe. Die Berufsschüler hätten dieses Fach nicht.

Andere Sparmassnahmen in der Bildung tastete das Kantonsparlament aber nicht an. Giorgio Pardini (SP, Luzern) forderte so vergeblich, dass auf eine Auslagerung der Mensen der Kantonsschulen verzichtet werden solle. Das Essen werde für die Schüler teurer werden und zahlreiche gute kantonale Stellen verloren gehen.

Zusätzlich sparen wollte der Rat aber auch nicht. Er lehnte einen Antrag von Marcel Zimmermann (SVP, Horw) ab, grössere Schulklassen zuzulassen. CVP und FDP lehnten dies ab, weil ein bildungspolitischer Entscheid nicht im Rahmen einer Finanzdebatte gefällt werden dürfe. SP und Grüne sagten, die Situation sei für die Lehrer schon heute an der Grenze des Zumutbaren.

Die Kantonale Fachschaft Religionskunde und Ethik hatte innerhalb von vier Wochen über 13'177 Unterschriften gegen die Abschaffung gesammelt und diese am Montagmorgen Kantonsratspräsidentin Irene Keller übergeben.

sda/rem

Vor der Budgetdebatte des Luzerner Kantonsrates sind am Montagmorgen rund 500 Schülerinnen und Schüler in einem Protestzug durch die Stadt marschiert. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
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"Bildung ist die schärfste Waffe gegen Hass und Extremismus", hiess es auf einem Transparent, das die Jugendlichen auf ihrem Marsch trugen. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Damit wandten sie sich gegen Sparmassnahmen in der Bildung, vor allem gegen die Pläne, am Obergymnasium das Fach Ethik und Religion aus finanzpolitischen Gründen zu streichen. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Demonstrationsumzug vom Kapellplatz Richtung Regierungsgebäude. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Vor dem Regierungsgebäude kauerten die Schülerinnen und Schüler. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Damit werde zum Ausdruck gebracht, dass die Politik die Zukunft der Jugendlichen seit Jahren mit Füssen trete, erklärte ihr Sprecher. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Der Sparwahn in der Bildung müsse endlich gestoppt werden. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Kantonsratspräsidentin Irene Keller (Mitte) und Staatsschreiber Lukas Gresch-Brunner nehmen im Regierungsgebäude von den Petitionären über 13 000 Unterschriften gegen die geplante Streichung des Fachs Religionskunde und Ethik entgegen. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Der Kantonsrat entschied mit grossem Mehr (78 zu 35 Stimmen), dass das Fach Religionskunde und Ethik am Obergymnasium nicht gestrichen werden solle. Es ergänzte den Finanzplan mit einer entsprechenden Bemerkung. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Lehrpersonen der Fachschaft «Religionskunde und Ethik» überreichten am Montag der höchsten Luzernerin, Kantonsratspräsidentin Irene Keller, ihre Petition mit 13'177 Unterschriften gegen die Abschaffung des Faches Religionskunde und Ethik an den Luzerner Gymnasien. (Bild: Benno Bühlmann)

Vor der Budgetdebatte des Luzerner Kantonsrates sind am Montagmorgen rund 500 Schülerinnen und Schüler in einem Protestzug durch die Stadt marschiert. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)