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LUZERN: Restaurant: Kinderfreie Zone polarisiert

In einem Luzerner Restaurant gibt es neu eine kinderfreie Zone. Das entspreche einem Bedürfnis, sagt der Wirt. Aber nicht alle Gäste sind darüber glücklich.
Yves Portmann
Das «Weisse Kreuz» in Luzern: Kinder sind zwar willkommen, aber nicht im ganzen Restaurant. (Bild Corinne Glanzmann)

Das «Weisse Kreuz» in Luzern: Kinder sind zwar willkommen, aber nicht im ganzen Restaurant. (Bild Corinne Glanzmann)

Yves Portmann

Es hätte ein gemütliches Essen mit der kleinen Tochter werden sollen, doch einem Familienvater (Name der Redaktion bekannt) ist der Appetit gründlich vergangen: «Ich habe schon oft im Restaurant zum Weissen Kreuz in der Luzerner Altstadt gegessen. Als ich aber dort vor kurzem mit meiner 4-jährigen Tochter eine Pizza essen wollte, wurden wir aufgefordert, den Platz zu wechseln.»

Kinderfreie Zone wegen Lärm

Der Geschäftsführer des «Weissen Kreuzes» an der Furrrengasse in Luzern, Thomas Hornung, bestätigt auf Anfrage die kinderfreie Zone im oberen Bereich des Restaurants: «Wir hatten immer wieder Reklamationen von Gästen, die sich über den Lärm, den einige Kinder verursachten, aufregten.» Deshalb habe die Geschäftsleitung des Restaurants vor drei Monaten beschlossen, den oberen Teil des Restaurants mit seinen 60 Plätzen zur kinderfreien Zone zu erklären.

Diese Neuerung soll Ruhe suchenden Gästen ein ungestörtes Ess-Erlebnis ermöglichen und somit die Bedürfnisse aller Gäste abdecken, so Hornung: «Die Platzverhältnisse sind im oberen Bereich eng. Kinderwagen versperrten immer wieder die Gänge für unsere Kellner.»

Für den Luzerner Familienvater ist die «Erwachsenenzone» hingegen eine «ungerechtfertigte Ausgrenzung». Er betont: «Es ist ja keine eigentliche Ruhezone. Erwachsene Gäste telefonieren ja auch oder zeigen sich beispielsweise gegenseitig Videos auf dem Handy.» Zudem: Nicht alle Kinder verursachen Lärm. Er werde das Restaurant künftig meiden.

Thomas Hornung will den Entscheid keinesfalls als Affront gegen Familien verstehen: «Das Restaurant ist seit 30 Jahren ein Familienbetrieb. Wir haben Gäste, die schon als Kind bei uns einkehrten und nun mit ihren eigenen Kindern wieder bei uns essen und trinken kommen.» Im unteren Bereich, wo 80 Plätze zur Verfügung stehen, würden Familien mit Kindern nach wie vor gerne bedient. Er stelle aber fest, dass sich die Situation mit Kindern in den letzten Jahren massiv verschlechtert habe: «Es gibt immer mehr Eltern, die sich im Restaurant kaum um ihre Kinder kümmern und diese am liebsten in die Obhut der Kellner geben würden.»

Meiste Rückmeldungen «positiv»

Seit die «Erwachsenenzone» eingeführt worden ist, habe es viele Rückmeldungen von Gästen gegeben: «Die meisten fielen positiv aus, die Gäste schätzen die Ruhe. Selbst Eltern begrüssen unsere Neuerung.» Vor allem zu Beginn habe es aber auch einige negative Rückmeldungen gegeben.

Gastro Luzern hat kein Verständnis

yp. Ruedi Stöckli ist Verbandspräsident von Gastro Luzern, dem rund 700 Gastrobetriebe angeschlossen sind; er führt in Meierskappel das Landgasthaus Strauss. Bei Stöckli kommt die kinderfreie Zone im Restaurant zum Weissen Kreuz in Luzern überhaupt nicht gut an: «Von dieser Idee halte ich gar nichts», sagt er. «Ich kenne im ganzen Kanton kein zweites solches Beispiel.» Natürlich müsse das aber jeder Betrieb für sich selber entscheiden.

«Kinder die Gäste von morgen»

Er habe mit Kindern im Restaurant grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht, aber auch schon Eltern und Kinder zurechtgewiesen, sagt Stöckli: «Ich lebe in meinem Betrieb das Motto ‹Kinder sind die Gäste von morgen› und bin überzeugt, dass sich diese Mentalität auszahlt.» Dadurch, dass er in seinem eigenen Betrieb oft Gäste habe, die schon als Kind bei ihm einkehrten, sieht sich Stöckli in seinem Handeln bestätigt.

Durch besondere Kinderfreundlichkeit zeichnen sich in Luzern die Remimag-Gastrobetriebe aus (unter anderem «Opus» in Luzern). Dies ergab ein Test unserer Zeitung («Zentralschweiz am Sonntag», Ausgabe vom 10. August 2014).

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Kinder mit gut erzogenen Eltern sind willkommen!Ein Tipp fürs "Weisse Kreuz". (Bild: Heinz Kerbler)

Kinder mit gut erzogenen Eltern sind willkommen!Ein Tipp fürs "Weisse Kreuz". (Bild: Heinz Kerbler)

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