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Rochade bei den Luzerner Grünen: Nationalrat Louis Schelbert tritt ab – Michael Töngi übernimmt

In der Frühjahrssession gibt der Luzerner Louis Schelbert (65) sein Nationalratsmandat vorzeitig an den bisherigen Kantonsrat Michael Töngi (50) ab. Damit wollen die Grünen ihren Sitz für die Wahlen 2019 sichern.
Evelyne Fischer
Der eine kommt von Bern, der andere geht nach Bern: Louis Schelbert (links) und Michael Töngi treffen sich am Bahnhof in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann. 8. Dezember 2017)

Der eine kommt von Bern, der andere geht nach Bern: Louis Schelbert (links) und Michael Töngi treffen sich am Bahnhof in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann. 8. Dezember 2017)

Gerüchteweise machten diese Pläne bereits seit geraumer Zeit die Runde – nun sind sie Tatsache: In der Märzsession wird der Luzerner Grüne Louis Schelbert (65) nach der zweiten Sessionswoche als Nationalrat zurücktreten. Auf ihn folgt ab 12. März 2018 Michael Töngi (50), der seit 2007 im Kantonsrat politisiert. Der Krienser belegte bei den nationalen Wahlen 2015 den zweiten Platz hinter dem Bisherigen Schelbert.

Der Stadtluzerner hat im März 2006 den Sitz der früheren Nationalrätin Cécile Bühlmann geerbt. Schelbert sass von 1979 bis 1987 im Grossen Stadtrat der Stadt Luzern, von 1991 bis 2006 wirkte er im Kantonsrat, kandidierte 2015 für den Ständerat – erfolglos. «Nach fast 35 Jahren institutioneller Politik auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene und mit dem Eintritt ins Rentenalter ist es Zeit, neuen Kräften Platz zu machen», sagt Schelbert. Er freue sich, mehr für die Familie da zu sein, wieder stärker bei der Hausarbeit mitanzupacken, öfters selber am Herd zu stehen. Doch er gehe die letzten «intensiven Wochen» mit Wehmut an. «Das Schwierigste an diesem Rücktritt wird sein, von einem Tag auf den anderen von 100 auf 0 runterzufahren.» Auch wenn er weiterhin den Fachverband Arbeitsintegration Schweiz und den Verband Wohnbaugenossenschaften Schweiz präsidiere, erfolge sein Übergang in die Pension relativ abrupt.

«Die grossen Bögen mussten stimmen»

Gefragt nach seinen prägendsten Momenten sagt Schelbert: «Für mich waren nie einzelne Geschäfte ausschlaggebend. Die grossen Bögen mussten stimmen.» Ein Leben lang habe ihn die Energiefrage beschäftigt. Es begann in den 70er-Jahren mit dem Kampf gegen das Atomkraftwerk in Kaiseraugst und endete mit dem Verabschieden der Energiestrategie 2050. «Über den Ausgang dieser Abstimmung bin ich sehr froh. Diese Vorlage musste reifen.» Ihm sei der «Dreiklang von Ökologie, Sozialem und Wirtschaft» immer sehr wichtig gewesen. «Ich bin überzeugt, Michael Töngi wird diese Bemühungen weiterführen.»

Schelbert betont: «Obwohl der Zeitpunkt meines Rücktritts auch für die Partei günstig ist, hat sie keinen Druck ausgeübt.» Worauf er anspielt: Töngi kann sich nun bis im Herbst 2019 in Bern etablieren und als Bisheriger zur Wiederwahl antreten. Obwohl Politik und Taktik immer ein Stück weit einhergingen, sagt auch Maurus Frey, Präsident der Grünen des Kantons Luzern, man habe Schelbert nicht zum Rücktritt gedrängt. «Es gehört zu unserer Parteikultur, dass wir keine Sesselkleber haben.» Die Ausgangslage für 2019 sei zwar anspruchsvoll. «Der Sitz fiel uns aber auch bisher nie in den Schoss.» Frey ist optimistisch, dass sich das Mandat mit dem «erfahrenen und hoch motivierten» Töngi verteidigen lasse. «Unsere Kernthemen Umwelt- und Klimaschutz sind im Alpenraum von wachsender Bedeutung.»

Auch Fraktionschefin Monique Frey (Emmen) ist überzeugt, dass Töngi der Richtige für Bundesbern ist. «Der anerkannte Politiker wird dort einen super Job machen.» Allerdings müssen die Grünen nun einen Nachfolger für den Finanzspezialisten im Kantonsrat suchen (siehe Kasten). «Für die Fraktion ist sein Rücktritt eine grosse Herausforderung.»

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