LUZERN: Rohbau für Stadtarchiv fertiggestellt

Am Dienstag konnte das Richtfest für das neue Stadtarchiv auf Ruopigen gefeiert werden. Läuft alles nach Plan, können die Räume im September 2015 bezogen werden.

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So soll das neue Stadtarchiv aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll das neue Stadtarchiv aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Im Mai 2012 hat der Grosse Stadtrat 10,5 Millionen Franken für den Neubau des Stadtarchivs und den dazu nötigen Baurechtsvertrag genehmigt. Im Januar 2014 haben die Bauarbeiten für das fünfgeschossige Gebäude neben der Kantonsschule Reussbühl begonnen. Es wird im Minergie-P-Eco-Standard errichtet. Der Rohbau ist inzwischen fertiggestellt. Am Dienstag konnte laut einer Medienmitteilung der Stadt Luzern das Richtfest gefeiert werden. Läuft alles nach Plan, können die neuen Räume im September 2015 bezogen werden.

Im Erdgeschoss wird es einen grossen Raum geben, der auf drei Seiten verglast ist. Darin werden die öffentlich zugängliche Handbibliothek, ein Lesebereich, Abfrageterminals, Arbeitstische sowie die Aufsicht und der Magazindienst untergebracht sein. Im ersten Obergeschoss befinden sich unter anderem die Büro- und Aufenthaltsräume für das Personal. Die drei oberen Stockwerke sind für die Magazinräume des Stadtarchivs reserviert. Fenster gibt es in diesen drei Stockwerken keine. Die geschlossene Fassade ermöglicht ein stabiles Raumklima und den notwendigen Schutz der eingelagerten Akten vor Licht.

Heutiges Archiv genügt Ansprüchen nicht mehr

Zurzeit gibt es im Stadtarchiv an der Industriestrasse 5000 Laufmeter Akten und 29 Planschränke. Damit ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Trotz strenger Selektion nimmt der Bestand jährlich um rund 150 Laufmeter und einen Planschrank zu. Hinzu kommt, dass die Räume im Gebäude von ewl energie wasser luzern, die die Stadt seit über 40 Jahren gemietet hat, nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügen. Zudem ist der Betrieb an verschiedenen Standorten sehr aufwändig. Denn das Stadtarchiv betreut seit der Fusion von Littau und Luzern auch die Aussendepots in Ruopigen mit den Akten der ehemaligen Gemeinde Littau.

Die städtischen Akten sind von nationaler Bedeutung und verfügen über die gleiche Schutz-würdigkeit wie die Kapellbrücke. Die Aufbewahrung der Akten ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie ist die Basis des Rechtsstaates, dient der Rechtssicherheit und ermöglicht die Nachvollziehbarkeit der städtischen Handlungen.

Kunstsammlung und Kulturgüter

Im Untergeschoss werden sich neben der Anlieferung, einer Werkstatt, dem Fotoarchiv auch das Depot der städtischen Kunstsammlung und der Lagerraum für die städtischen Kultur-güter befinden. Die städtische Kunstsammlung besteht aus 3500 Bildern und Grafiken sowie aus Plastiken, Fotografien, Filmen und Videoarbeiten. Viele Werke werden in den städtischen Liegenschaften ausgestellt. Die restlichen Kunstgegenstände werden heute mangels Alternativen im Estrich des Stadthauses bei ungünstigen klimatischen Bedingungen gelagert. Dadurch altern sie schneller und müssen für den Erhalt kostenintensiv restauriert werden.

Neben den Bildern auf der Kapellbrücke besitzt die Stadt weitere 140 Brückenbilder und sakrale Gegenstände aus der Mariahilf-Kirche. Sie sind in verschiedenen Räumen eingelagert, die den Anforderungen an die Sicherheit und an das Raumklima nicht genügen. Auch sie sollen künftig im Neubau gelagert werden.

pd/zim