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LUZERN / ROMOOS: Rüüdige Vorfreude

Die Fasnacht geht bald los in Luzern. Gestern ist sie mit zwei Grossanlässen eingeläutet worden – in der Stadt, aber auch auf der Landschaft. Im «Schweizerhof» feierten die Vereinigten das Guuggali, in Romoos fand das 40. Ruuggertreffen statt.
Bereit zum Abheben: die Bienen der Guuggenmusig Ratteschwänz (links) und bereit zum Einheizen: die Guuggenmusig Biberegagser aus Hasle. (Bild: Roger Grütter / Corinne Glanzmann)

Bereit zum Abheben: die Bienen der Guuggenmusig Ratteschwänz (links) und bereit zum Einheizen: die Guuggenmusig Biberegagser aus Hasle. (Bild: Roger Grütter / Corinne Glanzmann)

Der Fasnachts-Abflug

Die Luzerner Original-Guuggenmusig 4711 marschiert ein in den denkmalgeschützten Bringolf-Saal im Hotel Schweizerhof. In rosafarbene Kostüme gekleidet, halten sich auch die Musikerinnen und Musiker einer der ältesten Luzerner Formationen ans diesjährige Motto – in the Air. So hatten es sich die Organisatoren des traditionellen Guuggali für dieses Jahr ausgedacht. Die pinken Gewänder der 4711-Musikanten symbolisieren nämlich nichts anderes als rosarote Wolken.

Der ganze Fest war von A bis Z konsequent auf die dritte Dimension ausgerichtet. Ob Raumschiffe, Flugzeuge oder die erwähnten Rosawolken – alles was sich über unseren Köpfen abspielt, durfte an diesem Event als Sujet dienen, aber auch als Inspirationsquelle für originelle Verkleidungen und Wand- oder Deckendekorationen herhalten. Renato Leo, Präsident des 11 Personen umfassenden Organisationskomitees, klärt auf: «Die Musigen, die Gäste, wir vom OK und die gesamte Raumgestaltung richten sich auf das Motto aus. Das macht unseren Anlass einzigartig und unterscheidet ihn von anderen Veranstaltungen.»

Zurück zum Motto, In the Air. Oder anders ausgedrückt – Abflug in Richtung Fasnacht. Oder einfach Abheben, zu den für viele Einheimische schönsten und aufregendsten Tage des Jahres. Für zahlreiche der rund 800 Besucherinnen und Besucher des gestrigen Guuggali war dies schlicht und einfach die perfekte Einstimmung zur anstehenden Fasnacht. Dieser Meinung schloss sich auch OK-Präsident Leo an.

Das Guuggali, das sich weder als Maskenball noch als Fasnachtsparty definiert, wurde in der Nacht auf heute nach einjähriger Vorbereitungszeit zum 24. Mal durchgeführt. Seit 1969 findet der Anlass alle zwei Jahre statt. Früher wurde im Casino oder dem Hotel Anker gefestet. Einige Mottos aus früheren Zeiten hiessen: Wildwest, Glanz und Kloria oder Circus. Das Guuggali fand an diesem Wochenende gemäss Leo zum zweiten Mal im Hotel Schweizerhof statt.

Gefestet wurde weit über Mitternacht hinaus. Zahlreich waren die Guuggenmusigen, die aufspielten. So traten neben Ratteschwänz, Tropeblocher, alte Garde Noteheuer auch die Monster-Guugger und die Spöitzer auf. Dazu kamen verschiedene Kleinformationen. Spielte keine Musig, sorgten sowohl im Bringolf- wie auch im Zeugheersaal je ein DJ für gute Stimmung.

Thomas Heer

2 Stewardessen zum Thema in the Air am Guugali-Ball im Schweizerhof in Luzern. (Bild: Roger Grütter)
Eine Hexe (Bild: Roger Grütter)
Bienen von der Gugge Ratteschwänz aus Luzern (Bild: Roger Grütter)
Die Schabe Grabscher Mauters am 40. Ruuggertreffen in Romoos. (Bild: Corinne Glanzmann)
Chräjemusig Entlebuch (Bild: Corinne Glanzmann)
Chräjemusig Entlebuch (Bild: Corinne Glanzmann)
Biberegagser Hasle (Bild: Corinne Glanzmann)
Biberegagser Hasl (Bild: Corinne Glanzmann)
Biberegagser Hasle (Bild: Corinne Glanzmann)
9 Bilder

Rüüdige Vorfreude auf die Fasnacht

Kälte und heisse Klänge

Nur gerade 15 Minuten dauerte vor 40 Jahren die Gründungsversammlung – am 6. Februar 1975 wurde sie im Hotel Kreuz, Romoos, aus der Fasnachtstaufe gehoben. An diesem Wochenende feiern sie kakophonisch ihren 40. Geburtstag. Die Rede ist von den Napfruuggern Romoos. Sie sind Inbegriff der Romooser Fasnacht und ein eigentliches fasnächtliches Fixgestirn am Napfhimmel. Es wimmelt denn auch von Guuggern und anderen Fasnächtlern am gestrigen grossen Ruuggerfäscht in Romoos, das weit in den Sonntagmorgen hinein über die beiden grossen Fasnachtsbühnen im Napfdorf geht. Ist es nicht zu kalt – angesichts der Minustemperatur und des Schnees, der unter den Fasnachtsschuhen knirscht? Napfruugger Christian Duss lakonisch: «Die Kälte gehört dazu – wir sind dafür bekannt, dass es bei uns oben halt ‹e chli zieht›.»

Abhilfe schaffen Schränzen und Guuggen, Stampfen und Klatschen und dann gibts ja auch noch einiges, was von innen aufheizt. Das grosse Monsterkonzert der beteiligten 15 Musigen um 17 Uhr macht den Auftakt. Im 20-Minuten-Takt spielen die Formationen weiter auf. Es werden um die anderthalbtausend Fasnächtler sein, die sich in der Napf-Partymeile vergnügen: Zwei DJs, der heisse Sound einer Coverband, die Kafibar und weitere Lokale lassen klamme Hände und Füsse vergessen.

«Wetten dass ...» heisst das Motto der Marbacher Gusler. Um 00.30 werden sie auftreten. Wetten, dass sie nicht kalt haben?! David Fuchs (21) und der 20-jährige Mark Albisser aus Malters sind als eidgenössische Bergpinguine unterwegs. Kalt? «Nein, am Nordpol ist es kälter.» Echte Guuggerfans sind der sechsjährige Silvan und sein vierjähriger Bruder Gabriel aus dem benachbarten Doppleschwand. Mutter Jasmin Barmet (42) hat sie warm eingepackt. «Sicher werde ich auch mal in eine Guuggenmusig gehen», sagt Silvan. Gleich drei Formationen gebe es in Doppleschwand. Der Götti und die Patin spielen da mit. Und wie lange dürfen sie heute mit dabei sein? «Bis wir frieren, dann gehts heimzu.»

Heute Sonntag gehts eher familiär zu im Bergdorf: Beim traditionellen Ruuggertreffen – immer am Sonntag vor dem Schmutzigen Donnerstag – stimmen sich die Guuggenmusigen von Entlebuch, Hasle, Doppleschwand, Wolhusen und Romoos auf die Fasnacht ein. Kameradschaftliches Beisammensein mit Familienanhang ist angesagt – angereichert mit vielen musikalischen Schränzern.

Hannes Bucher

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