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LUZERN: Ruhestörung beim Schwanenpaar

Der Nistplatz bei der Seebrücke sorgt seit geraumer Zeit für Aufsehen – besonders jetzt, da bald die ersten Jungtiere schlüpfen. Gleichzeitig werden die Schwäne immer wieder von Unruhestiftern heimgesucht.
Das Schwanennest unterhalb der Seebrücke. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 23. Mai 2017))

Das Schwanennest unterhalb der Seebrücke. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 23. Mai 2017))

Ein Schwanenpaar hat sich einen ganz besonderen Nistplatz ausgesucht: Gleich zwischen der Seebrücke und dem Schiffssteg haben die Tiere ihr Nest gebaut. Dieses bereitet vielen Tierfreunden seit längerem sowohl Freude als auch Sorgen. Das Nest ist nämlich nicht nur direkt am Wasser gebaut, sondern auch an einem Platz, wo es von vielen Schaulustigen bewundert werden kann (Ausgabe vom 4. Mai). Besorgte Passanten kontrollieren deshalb immer wieder die Brut und halten sich gegenseitig über die sozialen Medien auf dem Laufenden.

Für besonders grosse Aufregung sorgte am letzten Donnerstag, eine Glasflasche, die offenbar ins Nest geworfen wurde. «Eine schwere Glasfasche liegt im Nest vom Schwanenmammi, das bricht mir das Herz», schrieb eine besorgte Luzernerin als Reaktion auf das Facebook-Bild.

Rätseln um verschwundene Eier

Am Samstag war die Flasche allerdings wieder verschwunden und die Schwanenmutter brütete weiterhin ihre Eier aus. Wer die Flasche entfernt hat, ist nicht bekannt. Die Stadt war es jedenfalls nicht. Auf Anfrage bestätigt Monika Keller vom Umweltschutz Amt der Stadt Luzern: «Die Schwanennester werden von der Stadt nicht überwacht, die Flasche wurde also von jemand anderem entfernt.»

Michael Schaad, Biologe bei der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, kann sich gut vorstellen, dass die Höckerschwäne die Flasche selbst entfernt haben. «Die Schwäne wären auf jeden Fall dazu fähig, so einen Gegenstand mit ihrem Schnabel aus dem Nest zu bugsieren.» Den Zugang zum Nest mit einem Gitter abzusperren hält Monika Keller für unnötig. «Wenn jemand einen Gegenstand auf die Schwäne werfen oder direkt zum Nest gelangen möchte, könnte er das auch, wenn der Bereich abgesperrt wäre.» Deshalb würde eine solche Massnahme in diesem Fall nur wenig nützen. Auffällig ist aber, dass nicht nur die Flasche verschwunden ist: Es fehlt auch ein Ei. Statt drei liegen nur noch zwei Eier im Nest. Laut Schaad legen Höckerschwäne in der Regel fünf bis acht Eier, weniger seien eher eine Ausnahme. Über den Grund für das Verschwinden der Eier könne man nur spekulieren, meint Schaad: «Wenn eine Glasflasche im Nest liegt, ist das natürlich suspekt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, weshalb jemand die Eier stehlen würde. Zudem können Schwäne sehr aggressiv reagieren, sollte sich jemand dem Nest nähern.» Denkbar sei, dass einige Jungtiere bereits geschlüpft sind. Dies sei in Anbetracht der Brutzeit, die in der Regel im Juni endet, durchaus möglich. Laut Schaad wurden bereits die ersten Küken auf dem Vierwaldstättersee gesichtet. Ob diese Jungtiere zu den Schwänen an der Seebrücke gehören, könne man jedoch nicht sagen.

Schwäne dürften das Nest bald verlassen

Um die Schwäne müsse man sich laut Monika Keller nicht sorgen. Es sei normal, dass einige Eier während der Brutzeit zu Bruch gingen oder nicht ausgebrütet würden. «Es können nicht alle Jungvögel überleben.» Michael Schaad bestätigt: «Es ist zum Beispiel nicht ungewöhnlich, dass von den gelegten Eiern einige unbefruchtet sind und somit keine Jungen schlüpfen, obwohl sie bebrütet werden.» Auf jeden Fall müssen sich die Tiere bald nicht mehr mit allfälligen Störenfrieden auseinandersetzen: «Schwäne sind Nestflüchter: Sobald die Jungtiere schlüpfen, verlassen sie ihr Nest», sagt Schaad. Somit wären die Schwäne von den Unruhestiftern befreit.

Sebastian Hofer

sebastian.hofer@luzernerzeitung.ch

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