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LUZERN: Russen mischen sich unters Volk

Wer sind diese Russen, die seit dem Schmutzigen Donnerstag die Fasnacht ausspionieren? Und was genau hat die Wey-Zunft mit ihnen zu schaffen? Jetzt sind erste Fotos aufgetaucht.
Jérôme Martinu
Am Samstagabend Unter der Egg: Wey-Zunftmeister Giulio Capasso mit Russen. (Bild: PD)

Am Samstagabend Unter der Egg: Wey-Zunftmeister Giulio Capasso mit Russen. (Bild: PD)

Sie sind ein knackiges Gesprächsthema an den rüüdigen Tagen: Die Russen, die in die Stadt Luzern gereist sind, um unsere Fasnacht auszukundschaften und – unter Mithilfe der Wey-Zunft? – nach Sotschi zu exportieren. Die offenbar sehr vermögenden russischen Investoren wollen gemäss ihrer Website facebook.com/carneval2015russia in Sotschi einen «Carneval» nach Luzerner Vorbild aufziehen und sind bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen und ganze Fasnachtsgruppen ans Schwarze Meer zu verfrachten (Ausgaben vom Donnerstag und Freitag). Wer genau diese Russen sind, war bis dato unklar. Doch jetzt sind erstmals Fotos aufgetaucht. Eine vierköpfige Russengruppe ist am Samstagabend zusammen mit der Spitze der Wey-Zunft Unter der Egg beobachtet worden; die Bilder wurden unserer Redaktion gestern zugespielt. Auf den Bildern erkennbar: Wey-Zunftmeister Giulio Capasso und sein Weibel Alberto Margraf, Zunftpräsident René Najer und Medienchef Roger Gehri. Wir haben René Najer damit konfrontiert.

René Najer, jetzt sind die letzten Zweifel ausgeräumt: Die Wey-Zunft kollaboriert mit den Russen. Gemäss unseren Quellen soll auch reichlich Wodka geflossen sein.

René Najer: Wodka fliesst bekanntlich dann, wenn eine Sache auf gutem Weg ist. Wir haben einen guten Abend mit den Russen verbracht. Wodka gehört zu deren Kultur, aber selbstverständlich mussten sich die Russen auch Luzerner Gebräuchen anpassen: Sie tranken unser Bier, und das Kafi Huerenaff hat ihnen sehr gut geschmeckt.

Die Fellmützen der Russen sehen beeindruckend aus ...

Najer: Ja, die haben das gut getroffen mit ihrer Kleiderwahl. Die haben nun eine Idee, worum es bei unserer Fasnacht geht.

Aber eine derart üppige Gesichtsbehaarung scheint – mit Verlaub – einzig mit gewissen Kunstgriffen möglich.

Najer: Das haben sie wohl noch nicht begriffen: Luzerner Fasnächtler tragen Grende. Da reicht ein bisschen Pelz im Gesicht noch nicht. Aber wir arbeiten daran.

Wir wollen jetzt wissen: Wer sind diese Russen, die Luzern unsicher machen?

Najer: Wir haben abgemacht, das noch unter dem Deckel zu halten. Wir wollen mit dem Güdismontag noch unseren höchsten Tag geniessen, die Russen in Ruhe noch weiter beobachten. Aber abgemacht ist auch: Morgen Vormittag werden sie sich im Hotel Schweizerhof der Öffentlichkeit stellen (siehe Kasten). Das war schon auch eine Bedingung unsererseits. Uns scheint fürs Brauchtum wichtig, dass man weiss, wer dahintersteckt.

Welche Teile der Luzerner Fasnacht sollen denn nun nach Sotschi exportiert werden? Sind die Pläne bereits konkreter?

Najer: Nein. Wir wissen lediglich, dass sie überwältigt sind von dem, was hier in Luzern abgeht. Die Umzüge, die Guuggenmusigen, die Einzelmasken und Gruppen ... Man merkt aber auch: Sie sind am Brüten.

Die Spekulationen schiessen ins Kraut. Wie viel Russland steckt wirklich in dieser Aktion?

Najer: Eine gute Portion, selbstverständlich.

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Sind Sie auch an der Fasnacht? Haben Sie rüüdige Bilder geschossen? Dann laden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/leserbilder oder gleich hier Ihr rüüdiges Fasnachts-Bild hoch, egal, ob es sich um einen Schnappschuss vom Umzug, einen besonders gelungenen Grend oder ein Bild von einer Fasnachtsparty handelt. Die Online-Redaktion veröffentlicht alle Leserbilder unter www.luzernerzeitung.ch/fasnacht, die Besten auch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.

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