LUZERN: S-Bahn: Stehen soll selbstverständlich werden

In den S-Bahnen der Zentralschweiz soll es künftig weniger Sitzplätze geben. Die SBB hat zu Testzwecken in zwei Zügen total 44 Sitze herausgerissen und Stehplätze eingerichtet.

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Stehen statt Sitzen: So sehen die neuen Zonen aus. (Bild: Keystone)

Stehen statt Sitzen: So sehen die neuen Zonen aus. (Bild: Keystone)

Stehen statt Sitzen: So sehen die neuen Zonen aus. (Bild: Keystone)

Stehen statt Sitzen: So sehen die neuen Zonen aus. (Bild: Keystone)

Die SBB und der Luzerner Verkehrsverbund möchten in Zukunft auf kurzen Distanzen innerhalb der Agglomeration Luzern das bestehende Rollmaterial mit grosszügigeren Stehplatzzonen ausrüsten. Dies ist nötig, weil immer mehr Passagiere mit der S-Bahn fahren. Mehr Stehplätze bieten sich an, weil der Fahrplan nicht verdichtet und wegen der begrenzten Perronlänge keine längeren Züge eingesetzt werden können.

Zu diesem Zweck hat die SBB jeweils 22 der 160 Zweitklassesitzplätze pro Zug herausgerissen, wie Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbunds auf Anfrage sagt. Dank dem Sitzplatzabbau und dem Stehplatzausbau soll Platz für zusätzliche 10 bis 20 Prozent Passagiere geschaffen werden können.

Tische statt Stühle: die SBB präsentierte am 14. Mai zwei Testzüge. (Bild: Keystone)

Tische statt Stühle: die SBB präsentierte am 14. Mai zwei Testzüge. (Bild: Keystone)

Allerdings sind die heute auf der meistbefahrenen Achse Baar-Luzern-Sursee (S1 und S18) eingesetzten Flirt-Kompositionen nur ungenügend für stehende Passagiere eingerichtet. In Zukunft sollen sich Passagiere beim Ein- und Aussteigen weniger in die Quere kommen. Zudem sollen die Stehplatzzonen einen gewissen Kreis von Personen ansprechen, wie zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen, Touristen mit viel Gepäck oder Personen im Rollstuhl.

Die Stehplatz-Zonen sind grösser als die bestehenen Stehflächen, haben mehr Stangen, um sich festzuhalten und sind teilweise mit Anlehnflächen oder Tischen ausgerüstet. Noch bis am 23. Mai dauert der Test der SBB.

Ob die Stehplatzzonen definitiv eingeführt werden, ist noch nicht entschieden. Anhand von Kundenreaktionen werten SBB und Verkehrsverbund aus, wie die Stehplatzzonen bei den Passagieren ankommen. Die Resultate aus den Tests fliessen in künftige Fahrzeugbeschaffungen ein. Gleichzeitig wird geprüft, ob und wie die Gestaltung des Innenraums der bestehenden Fahrzeuge verändert werden kann.

Test in Basel erfolgreich

In den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt führte die SBB im November und Dezember des letzten Jahres Tests durch (Linie S1 zwischen Basel und Frick / Laufenburg). Das Ergebnis aus den Befragungen: Die Fahrgäste waren sich durchaus bewusst, dass in der Hauptverkehrszeit ein Anspruch auf einen Sitzplatz nicht immer umzusetzen ist. Umso mehr schätzten die Fahrgäste grosszügige Stehflächen, senkrechte Haltestangen und Anlehnmöglichkeiten.

Stehplatz-Zonen in der S-Bahn: eine gute Idee?

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rem/sda

22 der 160 Sitzplätze wurden entfernt. (Bild: Keystone)

22 der 160 Sitzplätze wurden entfernt. (Bild: Keystone)