LUZERN: Salle Modulable: Entscheid soll erst Mitte 2016 fallen

Wo soll das neue Musiktheater stehen? Die Antwort kommt nicht so schnell, wie Stadt und Kanton ursprünglich hofften.

Hugo Bischof
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Die möglichen Standorte der Salle Modulable.

Die möglichen Standorte der Salle Modulable.

Die Arbeiten zum Standort und zum Konzept des geplanten neuen Theatergebäudes in Luzern seien «auf Kurs». Das teilten Regierung, Stadtrat sowie die Stiftung Salle Modulable gestern mit. Die Machbarkeitsstudie mit dem technischen Konzept werde wie angekündigt bis Ende 2015 vorliegen. Ganz geradlinig verläuft die Planung dennoch nicht, wie Nachfragen unserer Zeitung bei den Verantwortlichen gestern ergaben. Hier die Fakten: Im Dezember 2014 erklärte die für Kultur zuständige Stadträtin Ursula Stämmer-Horst, der Stadtrat werde dem Parlament schon im Dezember 2015 einen Baurechtsvertrag vorlegen können. Dafür müsste zu diesem Zeitpunkt bereits ein Standort für die Salle Modulable vorliegen.

«Wir brauchen mehr Zeit»

So rasch wie damals erhofft wird dies nun aber nicht möglich sein. «Wir haben in den vergangenen Monaten zwar enorm intensiv und effizient gearbeitet», sagt Stadträtin Stämmer. «Um den Standortentscheid fällen zu können, brauchen wir nun aber doch noch etwas mehr Zeit.» Gemäss Stämmer liegt die Standortstudie des Büros Ernst Basler + Partner zwar bereits vor. «Sie zeigt, dass alle drei Standorte ihre Vor- und ihre Nachteile haben.» Veröffentlicht wird die Standortstudie aber nicht. Ob die Studie eine klare Standortempfehlung abgibt, ist zudem unklar. Entscheiden wolle man ohnehin erst dann, wenn auch die zweite Studie der US-Firma Arup vorliegt, welche die technische, betriebliche und künstlerische Machbarkeit für die Salle Modulable beweisen soll, sagt Ursula Stämmer. «Zuerst muss klar sein, was im neuen Gebäude stattfinden soll, erst danach kann der Standortentscheid fallen.»

Offiziell sind drei Standorte für die Salle Modulable im Rennen: Theaterplatz, Inseli-Carparkplatz und Schotterplatz Alpenquai (siehe Karte). Der frühere Luzerner Denkmalpfleger André Meyer brachte in unserer Zeitung die Idee eines Gebäudes auf dem Wasser beim Inseli in die Diskussion (Ausgabe vom 31. August 2015). Wurde diese Idee in die Standortevaluation einbezogen? «Die Firma Ernst Basler + Partner erhielt von uns keinen Auftrag zur Prüfung eines zusätzlichen Standorts», sagt dazu Regierungspräsident und Kulturdirektor Reto Wyss. Man darf dennoch davon ausgehen, dass auch dieser vierte Standort nun evaluiert wird. Denn der Standort Inseli wird sehr breit gefasst. «Er lässt den grössten Spielraum zu», sagt Reto Wyss. Naheliegend also, dass im Rahmen der Standortprüfung fürs Inseli auch die Variante «auf dem Wasser» geprüft wird.

Baureifes Projekt bis Ende 2018

Der definitive Standortentscheid soll in rund einem halben Jahr vorliegen. «Die politischen Vorlagen zu den Projektierungskrediten und dem Baurechtsvertrag sind auf das Sommerhalbjahr 2016 geplant», sagt Wyss. Die Verantwortlichen zeigen sich dennoch zuversichtlich, dass das neue Theatergebäude rechtzeitig erstellt wird. Bis Ende 2018 muss ein baureifes Projekt vorliegen, lautet die Vorgabe des Trusts, der die Gelder des 2010 verstorbenen Donators Christof Engelhorn verwaltet. «Die Realisierung des Projekts ist fristgerecht möglich», sagt Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable. «Zwischen Trust und Stiftung besteht vollkommene Einigkeit im weiteren Vorgehen», so Achermann. Dies bestätigte gestern auf Anfrage Trust-Sprecher Sacha Wigdorovits.

Hugo Bischof