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LUZERN: Saurer Regen beschädigt Altstadt

Am Mittwoch krachten Stücke eines Fenstersimses auf den Mühlenplatz. Dies, obwohl das Gebäude vor wenigen Jahren saniert wurde. Der Hauseigentümerverband verweist auf ein allgemeines Problem.
Gabriela Jordan
Das Coop-City-Gebäude mit dem beschädigten Fenstersims am Mühlenplatz in Luzern (Bildmitte) . (Bild: Dominik Wunderli (2. November 2017))

Das Coop-City-Gebäude mit dem beschädigten Fenstersims am Mühlenplatz in Luzern (Bildmitte) . (Bild: Dominik Wunderli (2. November 2017))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Verletzt wurde zum Glück niemand, als am Mittwoch Stücke des Coop-City-Gebäudes auf den Mühlenplatz gefallen sind (Ausgabe von Donnerstag). Die Stücke hatten sich von einem Fenstersims gelöst. Die Feuerwehr klopfte daraufhin Sims für Sims ab, um zu schauen, ob diese fest oder porös sind, und entfernte einige lose Teile. Wenig später gab die Luzerner Polizei den Platz wieder frei.

Wie es zum Vorfall kommen konnte, wird derzeit vom Hauseigentümer, dem in Zürich ansässigen Immobilienunternehmen Swiss Life, im Detail abgeklärt. «Das Gebäude ist in einem guten Zustand und wurde 2005 im Zuge einer Gesamtsanierung erneuert», sagt Mediensprecherin Tatjana Stamm auf Anfrage. Das Unternehmen überprüfe seine Liegenschaften zudem jährlich.

Ortsbildschutz erschwert Sanierungen

Da es sich beim Material der Fensterbank um Sandstein handelt, ist der Vorfall allerdings nicht weiter überraschend. Lucas Halter, Geschäftsleiter des Hauseigentümerverbands Luzern (HEV), erklärt: «Häuser aus Sandstein leiden bekanntlich unter saurem Regen. Der hat ihnen besonders früher stark zugesetzt, als Abgase noch kaum gefiltert wurden.» Bröckelnde Fassaden seien bei alten Bauten daher ein generelles Problem, sagt er und verweist auf die vielen historischen Gebäude in der Altstadt. «Aufgrund des Ortsbildschutzes ist eine Sanierung dann häufig eine finanzielle Frage.»

Der Vorfall am Mühlenplatz wirft Fragen zur generellen Unfallprävention bei Bauten auf. Wie häufig müssen Eigentümer, die gemäss Obligationenrecht für die Sicherheit ihres Hauses verantwortlich sind und bei Unfällen haften, Kontrollen durchführen? Bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung ist von einer «periodischen Überprüfung und Verbesserung der Sicherheit» die Rede.

Laut Halter sind die Vorgaben je nach Bereich sehr unterschiedlich: Heizungen und Elektroinstallationen zum Beispiel müssen per Gesetz regelmässig kontrolliert werden, bei Fassaden gibt es lediglich Empfehlungen. «Umso stärker ein Haus der Witterung und der Umwelt ausgesetzt ist, desto aufwendiger ist sein Unterhalt.» Steht ein Haus etwa an einer stark befahrenen Strasse, muss seine Fassade häufiger kontrolliert werden als bei anderen Häusern. «Wie häufig lässt sich allgemein nicht sagen.» Doch grundsätzlich, betont Halter, würden Eigentümer gut zu ihren Häusern schauen, da diese dadurch ihren Wert behielten.

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