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Luzern: SBB setzen den neuen «Mister Tiefbahnhof» ein

Die SBB haben vom Bund den Auftrag erhalten, die Planung für den Durchgangsbahnhof Luzern voranzutreiben. Zunächst geht es um Studien und Vorprojekte. Doch die heisse Phase folgt 2022 bis 2026.
Robert Knobel
Massimo Guglielmetti. Bild: SBB

Massimo Guglielmetti. Bild: SBB

Der Bund macht vorwärts mit dem Durchgangsbahnhof Luzern. Zwar hat es das Milliardenprojekt noch nicht in den Ausbauschritt 2035 geschafft, doch der Bundesrat will schon einmal 100 Millionen Franken für die weitere Planung zur Verfügung stellen (wir berichteten).

Wie bei solchen Grossprojekten üblich, hat der Bund die Planung nun an die SBB übertragen. Dabei geht es nicht nur um das Herzstück des Projekts (Tiefbahnhof und Seeunterquerung), sondern auch um die Anschlüsse ans bestehende Netz. Wie die SBB mitteilen, wurde mittlerweile eine Projektgruppe eingesetzt. Als Leiter dieser Projektgruppe wurde der 41-jährige Massimo Guglielmetti bestimmt. Er ist seit Anfang 2017 für die SBB-Infrastrukturplanung Region Mitte verantwortlich. Zuvor war er bei SBB Immobilien tätig. Unter Guglielmettis Leitung wird das Projektteam bis 2022 diverse Studien und Vorprojekte erstellen. Anschliessend folgen die einzelnen Auflageprojekte und das Bewilligungsverfahren, bei dem auch Einsprachen möglich sind.

Kosten: 2,4 Milliarden Franken

Sobald ein bewilligtes Projekt vorliegt, kann mit dem Bau der Durchmesserlinie begonnen werden – allerdings unter der Voraussetzung, dass die eidgenössischen Räte den entsprechenden Kredit bewilligen. Die aktuellen Kostenschätzungen der SBB gehen von rund 2,4 Milliarden Franken für das Gesamtprojekt aus. Der Kredit wird voraussichtlich, zusammen mit weiteren Eisenbahn-Grossprojekten, im Jahr 2026 dem Parlament vorgelegt. Der Bau der Durchmesserlinie Luzern könnte dann um das Jahr 2028 herum beginnen. Die Bauzeit beträgt zwischen 12 und 17 Jahren.

Visualisierung des Tiefbahnhofs Luzern.

Visualisierung des Tiefbahnhofs Luzern.

Es gibt keine Alternative zur Durchmesserlinie

Das Projekt Durchgangsbahnhof Luzern umfasst den Bau eines Tiefbahnhofs unter dem heutigen Hauptbahnhof. Von dort führt ein Tunnel unter dem See bis nach Ebikon. In die Gegenrichtung führt ein kurzer Tunnel unter der Neustadt hindurch und mündet im Bereich des Polizei-Hauptgebäudes in die Stammlinie ein. Auf diese Weise können die grössten Engpässe bei der Bahnhofszufahrt und entlang des Rotsees behoben werden. Für SBB und Bund ist die Durchmesserlinie das einzig taugliche Mittel, um die Kapazitätsprobleme rund um den Bahnhof Luzern zu lösen. Ein blosser Ausbau der heutigen Bahnhofszufahrt wurde zwar geprüft, doch wären die Kosten im Vergleich zum bescheidenen Nutzen viel zu hoch. Diese Erkenntnis ist im «Korridorrahmenplan Zentral-schweiz» festgehalten, den die SBB im vergangenen Frühling veröffentlichten.

Schon vor sechs Jahren wurden beim Bahnhof Luzern Sondierungen für einen späteren Tiefbahnhof durchgeführt. (Bild Pius Amrein, 15. November 2012)

Schon vor sechs Jahren wurden beim Bahnhof Luzern Sondierungen für einen späteren Tiefbahnhof durchgeführt. (Bild Pius Amrein, 15. November 2012)

In diesem Bericht wird auch gewarnt, dass sich die Kapazitätsprobleme in Luzern in Zukunft massiv verschärfen werden, falls keine Massnahmen ergriffen werden. So wird allein auf dem Abschnitt Luzern-Ebikon bis 2030 mit einer Zunahme des Passagiervolumens um 36 Prozent gerechnet. Der Tiefbahnhof soll diese Zunahme aber nicht nur abfedern, sondern auch die Nachfrage zusätzlich stark beflügeln. So haben die SBB ausgerechnet, dass sich das Passagieraufkommen zwischen Luzern und Ebikon bis 2030 sogar um 74 Prozent erhöhen würde, wenn der Tiefbahnhof dann schon in Betrieb wäre.

Luzern-Zürich in 30 Minuten

Ein weiteres Schlüssel­element für den Bahnknoten Luzern ist der Zimmerberg-Basis-Tunnel zwischen Baar und Thalwil, der schon 2035 fertig sein soll. In Kombination mit dem Durchgangsbahnhof wird sich die Kapazität zwischen Luzern und Zürich markant erhöhen – und die Reisezeit ebenso deutlich sinken. Je nach Berechnungsmodell könnte die Fahrzeit zwischen Luzern und Zürich auf 30 Minuten sinken – inklusive Halt in Zug.

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