LUZERN: «Schafhirt» erhält Gesellschaft

Ein zusätzliches Kunstwerk soll das Areal Bahnhofstrasse und Theaterplatz verschönern. Dazu gibt es aber noch ganz viele Fragezeichen.

Hugo Bischof
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Der Theaterplatz mit der «Theaterbox» und Rolf Brems «Schafhirt mit Schafen» (links). Bild: Nadia Schärli (Luzern, 15. November 2016)

Der Theaterplatz mit der «Theaterbox» und Rolf Brems «Schafhirt mit Schafen» (links). Bild: Nadia Schärli (Luzern, 15. November 2016)

Der Luzerner Stadtrat will die Umgestaltung des Areals Bahnhofstrasse/Theaterplatz in eine autofreie Quaianlage vorantreiben. Dafür beantragt er beim Parlament einen Projektierungskredit von 480 000 Franken (Ausgabe vom 5. November). Nicht nur Strassencafés und eine mobile Buvette soll es hier dereinst geben. «Denkbar ist auch, dass die Stadträume Bahnhofstrasse/Theaterplatz Standort für ein zusätzliches Kunstwerk im öffentlichen Raum sein könnten», schreibt der Stadtrat.

Wie gross dieses Kunstwerk sein wird, wie es aussehen soll und wo es zu stehen kommt, ist offen. Wird es eine Skulptur sein? Eine Licht-Installation? Ein Gemälde? Um dies zu ermitteln, will der Luzerner Stadtrat einen zusätzlichen Wettbewerb ausschreiben, basierend auf dem Siegerprojekt «Take A Walk On The Bright Side» zur Neugestaltung des Areals.

Genaue Vorgaben für den Wettbewerb gibt es noch nicht. Sie sollen im Verlauf des Jahres 2017 definiert werden, sagt Dominik Frei, Leiter Ressort Stadtgestaltung, auf Anfrage. Zuerst muss der 480 000-Franken-Projektierungskredit vom Stadtparlament genehmigt werden.

Rolf Brems «Schafhirt mit Schafen» bleibt

Die Kosten für ein Verfahren zur Ermittlung des Kunstwerks sowie dessen Realisierung werden Bestandteil des Baukredits zur «Neugestaltung Bahnhofstrasse/Theaterplatz» sein. Diesen wird der Stadtrat voraussichtlich 2018 beim Parlament beantragen. Für das gesamte Neugestaltungsprojekt wird mit Kosten von 6 Millionen Franken gerechnet.

Klar ist: Die bei der Bevölkerung beliebte Bronzeskulptur «Schafhirt mit Schafen» von Rolf Brem und das bronzene Stadtmodell an der Nordostecke der Jesuitenkirche bleiben bestehen. Eine Einschränkung gibt es aber. «Sollte sich im Rahmen der Projektkonkretisierung zeigen, dass andere Standorte für die bestehenden Kunstwerke sinnvoller sind, ist eine Verschiebung möglich», hält der Stadtrat fest.

Die künftige Gestaltung des Theaterplatzes ist noch offen. Beim abgeschlossenen Wettbewerb gab es konkrete Vorschläge. Das drittrangierte Projekt «Lucius» etwa sah einen grossen Natursteinbrunnen auf dem Theaterplatz vor; das sei zu teuer und werde den heterogenen und grösstenteils geschlossenen Fassaden des Theaterplatzes nicht gerecht, urteilte die Jury.

Optimierungen empfiehlt der Stadtrat auch beim Siegerprojekt. Dieses schlägt unter anderem vor, einen grossflächigen Schriftzug «BAHNHOFSTRASSE» in den Strassenbelag einzulegen. Ein solcher sei für die Identität der Bahnhofstrasse nicht nötig, heisst es im Jurybericht.

«Den Abend mit Sonnenstrahlen geniessen»

Warum der Name «Take A Walk On The Bright Side»? Er soll «auf den oft verkannten Umstand hinweisen, dass die Bahnhofstrasse kein schattiger Ort ist», schreiben die Projektverantwortlichen Koepfli Partner Gmbh, Luzern, Enzmann + Fischer AG, Zürich, und AKP Verkehrsingenieur AG. Im Gegenteil: «Der Uferbereich ist von Frühjahr bis Herbst besonnt, und im Gegensatz zur rechten Uferpartie lässt sich an der Bahnhofstrasse der Abend mit Sonnenstrahlen geniessen.»

Hugo Bischof