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LUZERN: Scherzingers Sparpläne kommen unter Beschuss

Die Luzerner Regierung will in ihrer Sparwut auch der Fasnacht an den Kragen. Sparminister Guido Paul Scherzinger sieht die Halbierung der Fasnachtstage vor. Jetzt hagelt es Kritik.
«Sechs Tage Spass am Stück – das kann eine moderne Volkswirtschaft heute einfach nicht mehr verkraften», begründet Guido Paul Scherzinger und ist klar der Meinung: «Drei Tage sind genug.» (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 6. Februar 2018))

«Sechs Tage Spass am Stück – das kann eine moderne Volkswirtschaft heute einfach nicht mehr verkraften», begründet Guido Paul Scherzinger und ist klar der Meinung: «Drei Tage sind genug.» (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 6. Februar 2018))

Der Luzerner Sparminister Guido Paul Scherzinger will bekanntlich die Fasnacht halbieren und mit weiteren Massnahmen auf Kosten der Fasnächtler Geld in die leere Staatskasse spülen. Das kommt im Volk und auch bei Politikern überaus schlecht an.

Als «total verfehlte Massnahmen» stuft SVP-Nationalrat Felix Müri das Sparprogramm ein: «Die Lozärner Fasnacht ist ein Standortvorteil par excellence und keinesfalls ein Nachteil. Aus allen Schweizer Ecken kommen sie nur deswegen nach Luzern.» Sogar aus dem fernen Mels seien sie angereist, so Müri. «Leider haben die Ostschweizer nicht kapiert, dass hier nicht Zwiebeln, sondern Orangen verteilt werden. Doch das lernen sie noch.»

Gar nichts anfangen kann Müri mit der Halbierung der Fasnacht: «Im Gegenteil, sie sollte um eine Woche verlängert werden. Fasnacht passt allen Parteien. Den Linken, weil die Strassen gesperrt sind und den Rechten, weil der Umsatz stimmt.» Dem Vorschlag, das Chendermonschter nach Stans auszulagern, könnte er noch zustimmen – unter einer Bedingung: «Da darf es keine Altersbeschränkung geben. So könnte ich auch meine Kinder – sie sind zwischen 22 und 27 Jahre alt – auslagern.»

Empört ist auch der Luzerner Stadtrat. «Ich habe sofort eine Krisensitzung einberufen», sagt Stadtpräsident Beat Züsli (SP). «Der Stadtrat hatte in einem bisher geheimen Konzept für die nächste Fasnacht die Erhebung eines Eintritts für die Altstadt geplant. Mit der Halbierung der Fasnachtstage brechen nun die sehr genau geplanten Einnahmen in sich zusammen.» Dass die Fasnacht ein Standortnachteil sein soll, verneint der Stadtrat vehement. Einzig der Dichtestress führe an den rüüdig verreckten Tagen zu kleineren Problemen. Doch diesbezüglich habe man sich gewappnet: «Mit der geplanten Überdeckung der Reuss wird das Problem ab 2019 elegant gelöst. Und ganz wichtig: Der Kanton hat die Finanzierung bereits versprochen», sagt Züsli. Aufs Land auslagern würde der Stadtrat nicht etwa das Chendermonschter, sondern den «Inhalt des Regierungsgebäudes», sagt Züsli. «Dann hätte es genügend Platz fürs Chendermonschter und im Sommer sogar fürs neue Luzerner Fest.»

Praktisch am «Grend» vorbei gehen die Sparpläne dem Lozärner Fasnachtskomitee (LFK), wie Sprecher Peti Federer sagt: «Sie betreffen uns eigentlich nicht. Wir haben vorgesorgt.» Als Unesco-Weltkulturerbe hätten sie mit der Fasnacht genug touristische Publizität. «Deshalb verlegen wir die Fasnacht auf die Uhrenmeile am Grendel und haben damit die gleichen Öffnungszeiten wie die Uhrenläden und Souvenirshops. So findet die Fasnacht nicht verkürzt, sondern vom Aschermittwoch bis zum Schmudo statt, also praktisch das ganze Jahr.»

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

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