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LUZERN: Schmolz+Bickenbach macht Fortschritte bei der Profitabilität

Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach hat ein durchwachsenes drittes Quartal hinter sich: Der Umsatz ging deutlich zurück, gleichzeitig gab es Fortschritte bei der Profitabilität. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem herausfordernden Umfeld.
Schmolz+Bickenbach sparte im dritten Quartal laut eigenen Angaben 14 Millionen Euro ein. Damit konnte der Verlust verkleinert werden. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Schmolz+Bickenbach sparte im dritten Quartal laut eigenen Angaben 14 Millionen Euro ein. Damit konnte der Verlust verkleinert werden. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Von Juli bis September verkaufte Schmolz+Bickenbach 391 Kilotonnen Stahl, 4,6 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Wegen der weiterhin tiefen Rohmaterialpreise musste das Unternehmen seinen Stahl zudem durchschnittlich um fast 10 Prozent günstiger als noch im Vorjahr verkaufen. Der Umsatz gab in der Folge nach um 13,8 Prozent auf 534,1 Millionen Euro, wie das in Luzern ansässige Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Zwar ist das dritte Quartal für den Stahlkocher üblicherweise eine Zeit schwacher Umsätze, lassen doch einige Kunden und in der Folge auch Werke von Schmolz+Bickenbach die Produktion zur Ferienzeit stillstehen. Doch dieses Jahr standen die Maschinen bei Schmolz+Bickenbach länger still als geplant.

Die neu gebaute Hakenbahn bei der Schweizer Tochter Swiss Steel konnte später als erwartet in Betrieb genommen werden. "Das hat uns und unseren Kunden sehr weh getan", sagte Finanzchef Matthias Wellhausen an einer Telefonkonferenz vom Dienstag. Zusätzlich sorgte ein Brand für einen Produktionsausfall bei der deutschen Tochter Deutsche Edelstahlwerke.

Früchte der Kostensparmassnahmen

Allerdings wirkten sich die Betriebsunterbrechungen nicht negativ auf die Profitabilität aus. Versicherungen kamen für die Produktionsausfälle aus. Zudem vermeldete das das Unternehmen, an dem der russische Milliardär Viktor Vekselberg beteiligt ist, Fortschritte bei den Restrukturierungsmassnahmen. Diese hätten zu rund 14 Millionen Euro Einsparungen geführt.

Nach Sparmassnahmen in den vergangenen Jahren hatte Schmolz+Bickenbach im August weitere Kostensenkungen angekündigt, die bis Ende 2017 den Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA um 70 Millionen Euro verbessern sollten. Diese Massnahmen sieht der Konzern auf Kurs. So einigte er sich mit den Gewerkschaften in Skandinavien, wo mehrere Produktionsanlagen geschlossen werden.

Der bereinigte Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) kletterte im dritten Quartal von 10,3 auf 27,6 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatten noch einmalige Abwertungen aufgrund der tiefen Preise das Ergebnis gedrückt. Auch der Finanzverlust verringerte sich im dritten Quartal sowie die Steuerlast, die sich gar in einen Ertrag verkehrte. Unter dem Strich schrumpfte so der Konzernverlust von 34,1 auf 13,9 Millionen Euro.

Schmolz+Bickenbach nutzte die Gelegenheit, um den Schuldenberg weiter abzutragen. Die Nettoverschuldung reduzierte sich von 471 Millionen Euro Ende 2015 auf 421 Millionen Euro. Sie befinde sich damit auf einem neuen Mehrjahrestief, sagte der Finanzchef.

Grundstein für künftige Verbesserungen

Insgesamt bezeichnete Konzernchef Clemens Iller das dritte Quartal als eines mit Höhen und Tiefen. Trotz nun langsam anziehender Preise für Rohmaterialien litt Schmolz+Bickenbach weiterhin unter den Überkapazitäten, dem damit verbundenen Wettbewerbsdruck und schwächelnder Nachfrage der wichtigsten Abnehmerindustrien.

Von den drei wichtigen Abnehmerbranchen zeigte einzig die Automobilindustrie gute Wachstumsraten, während der Maschinen- und Anlagenbau auf der Stelle trat. Trotz höherer Ölpreise lässt der Aufschwung der Öl- und Gasindustrie auf sich warten. Weiter machte Iller im Oktober erste Anzeichen einer Verlangsamung des Wachstums bei der Automobilindustrie aus.

Insgesamt erwartet der Konzernchef vom Marktumfeld keine Unterstützung, aber auch kein zusätzlicher Gegenwind. Für die Zukunft zeigte sich Iller zuversichtlich: "Es ist noch ein weiter Weg, aber ich glaube, wir haben wichtige Grundsteine für künftige Verbesserungen gelegt."

Für das Gesamtjahr 2016 passt der Konzern seine bisherige Prognose leicht an. Der Stahlhersteller bereitet die Anleger darauf vor, dass der bereinigte EBITDA beim unteren Rand der bislang in Aussicht gestellten Spanne von 150 bis 190 Millionen Euro liegen wird. Bei den Absatzmengen rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer im Vergleich zu 2015 unveränderten Menge.

sda

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