LUZERN: Schule Reiden warnt vor unbekanntem Mann

Ein Unbekannter soll in Reiden versucht haben, ein Schulkind zu entführen. Die Polizei will die Präsenz verstärken.

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Primarschulhaus in Reiden (Symbolbild). (Bild: Archiv Neue LZ)

Primarschulhaus in Reiden (Symbolbild). (Bild: Archiv Neue LZ)

«Die Mama ist im Spital, sie kann nicht nach Hause»: Mit diesen Worten soll ein Unbekannter in Strengelbach AG versucht haben, drei Mädchen zu entführen, wie verschiedene Medien berichteten. Einen Tag später, am Mittwoch 3. September, soll im Bereich der Badi Reiden ein Bub von einem unbekannten Mann angesprochen und zum Mitkommen aufgefordert worden sein. Der Bub sei weggelaufen. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet. Das geht aus einem Brief der Schule Reiden an die Eltern hervor, wie «20 Minuten» berichtet.

Im Brief heisst es weiter: «Die Lehrpersonen werden in den Klassen mit den Kindern über ihr Verhalten in einer solchen Situation sprechen». Ebenfalls bittet die Schule Reiden die Eltern, mit ihren Kindern darüber zu sprechen. Als wichtigste Massnahme empfiehlt die Schule den Eltern, Kinder nicht alleine auf dem Schulweg, sondern wenn möglich in Gruppen zu organisieren (siehe Box).

Laut der Luzerner Polizei habe der Bub den Täter praktisch gleich beschrieben wie die Mädchen am Tag zuvor in der Nachbargemeinde Strengelbach. In Reiden sei der Unbekannte jedoch nicht mit einem Auto, sondern zu Fuss unterwegs gewesen. Die Polizei will die Präsenz verstärken, insbesondere in Schulnähe.

So schützen Sie Ihr Kind auf dem Schulweg

Mehrmals jährlich werden der Luzerner Polizei Fälle gemeldet, in denen Kinder auf dem Schulweg von Unbekannten angesprochen wurden. Die Luzerner Polizei nimmt diese Meldungen ernst und geht ihnen unverzüglich nach. Oft erweisen sich die Vorfälle als Missverständnisse oder falsche Interpretationen.

Check:

  • Kennen Sie den Schulweg Ihres Kindes?
  • Haben Sie den Schulweg inklusive Gefahrenstellen mit Ihrem Kind besprochen und abgelaufen?
  • Kennen Sie die Mitschüler Ihres Kindes?
  • Getraut sich Ihr Kind auch einmal «Nein» zu sagen?

Weitere Tipps der Polizei

  • Informieren Sie sich über den genauen Schulweg Ihres Kindes. Besprechen Sie die Gefahrenstellen und erklären Sie ihm, wie es sich verhalten soll. Bei der Auswahl der Route sollte beachtet werden, dass nicht immer der kürzeste Schulweg, der sicherste ist.
  • Begleiten Sie ab und zu Ihr Kind auf dem Schulweg und sprechen Sie es auf Fehlverhalten an. Das Kind soll stets den gleichen Schulweg gehen. Lassen Sie Ihr Kind mit anderen Schülern laufen.
  • Pflegen Sie den Kontakt zur Schule und anderen Eltern und lernen Sie sich untereinander kennen (z.B. Telefonkette, Schülerlotsendienst, Kinderfest und Elternabend).
  • Treffen Sie mit dem Kind zeitliche und örtliche Vereinbarungen (Pünktlichkeit), die beidseitig einzuhalten sind.
  • Im Alltag soll Ihr Kind Respekt erfahren und Selbstvertrauen aufbauen.
  • Sprechen Sie Ihr Kind darauf an, wie es sich gegenüber bekannten und fremden Personen verhalten soll. Kinder sollen lernen «Nein» zu sagen. Sie sind nicht verpflichtet, mit Fremden zu reden oder Auskünfte zu geben.
  • Ängstigen Sie Ihr Kind nicht, aber sagen Sie ihm, dass es ohne Ihre Genehmigung mit niemandem mitgehen oder mitfahren darf. Das Kind soll bewusst zu haltenden Fahrzeugen Abstand halten. Üben Sie dies mit ihm.
  • Schauen Sie sich mit Ihrem Kind auf dem Schulweg «Rettungsinseln» an (z.B. Geschäft, ein Haus wo es klingeln kann, Strasse mit vielen Menschen).

Falls doch etwas passiert:

  • Nehmen Sie Ihr Kind auf jeden Fall ernst, glauben Sie ihm.
  • Bewahren Sie Ruhe und handeln Sie überlegt. Dadurch vermeiden Sie die Verbreitung von Gerüchten und die Entstehung von Hysterie!
  • Wenden Sie sich unverzüglich an die Polizei, Notruf 117.

rem