LUZERN: Schulhaus Staffeln schliesst im Sommer

Der Stadtrat hat entschieden, das Oberstufenschulhaus Staffeln in Reussbühl auf Ende Schuljahr zu schliessen. Grund sind gesundheitsschädliche Bausubstanzen, die bei Schülern und Lehrern wiederholt zu Augenbrennen, Kopfschmerzen und Unwohlsein geführt haben.

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Ein Klassenzimmer im Schulhaus Staffeln. Immer wieder klagen Lehrer und Schüler über Augenbrennen und Kopfschmerzen. Nun müssen sie das Schulhaus räumen und an einen anderen Standort umziehen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Ein Klassenzimmer im Schulhaus Staffeln. Immer wieder klagen Lehrer und Schüler über Augenbrennen und Kopfschmerzen. Nun müssen sie das Schulhaus räumen und an einen anderen Standort umziehen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Bei Luftmessungen wurden im Schulhaus Staffeln erhöhte Werte von Substanzen festgestellt, die für die gesundheitlichen Beschwerden verantwortlich sein könnten.

Bereits seit April 2008 haben sich Lehrer und Schüler immer wieder über schlechte Gerüche im Schulhaus beklagt. Ende 2011 litten sie auch unter Hautreizungen und Unwohlsein. Daraufhin wurden umgehend Luftmessungen durchgeführt und Luftfilter eingesetzt oder Bodenbeläge und Täfer ausgewechselt. Im Sommer 2012 wurden zudem alle Schulzimmer saniert. Nachmessungen zeigten jeweils eine deutliche Verbesserung der Luftqualität.

Singsaal und Gänge besonders betroffen

Im Dezember 2013 und Januar 2014 traten nun wieder vermehrt gesundheitliche Beschwerden bei Schülern und Lehrern auf. Die Luftmessungen im Januar 2014 zeigten, dass die Sanierung der Schulzimmer im Sommer 2012 erfolgreich war. Allerdings wurden nun erhöhte Werte von Substanzen im Singsaal und in den Gängen sowie in einem Schulzimmer nachgewiesen. Dabei handelt sich in erster Linie um mittel- bis schwerflüchtige organische Verbindungen wie Weichmacher, Flammschutzmittel und polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die sich mit dem Staub verbinden. Sie stammen wahrscheinlich aus den Böden und Wandtäfer, wie die Stadt Luzern am Mittwoch miteilt. Die Werte seien zwar erhöht, überschreiten die Grenzwerte jedoch nicht. Experten gehen davon aus, dass keine unmittelbare Gefährdung für Schüler und Lehrer besteht: Die Werte seien dafür zu gering und die Aufenthaltsdauer sei vor allem in den Gängen zu kurz. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die Kombination der Substanzen die Beschwerden auslösen kann.

Als Sofortmassnahmen hat der Stadtrat nun entschieden, das Schulzimmer mit den erhöhten Werten und den Singsaal zu schliessen. Zudem soll das Schulhaus ab Schuljahr 2014/2015 nicht mehr für den Klassenunterricht gebraucht werden.

Aus Sicht des Stadtrates mache es keinen Sinn, weitere kostspielige Schadstoff-Sanierungen zu veranlassen, da nicht sicher ist, dass die Geruchs- und Schadstoffbelästigungen dadurch definitiv beseitigt werden können. Zudem ist das Schulhaus Staffeln bereits 60 Jahre alt. Der Stadtrat prüft nun, ob das Schulhaus gesamtsaniert oder neu gebaut werden soll. Er wird die Schulraumplanung überarbeiten und dabei auch prüfen, ob allenfalls die geplanten Sanierungen der Schulhäuser Grenzhof, Rönnimoos und Littau Dorf zugunsten des Schulhauses Staffeln zurückgestellt werden müssen.

Umzug ins Provisorium Gasshof

Die Klassen werden während den Oster- respektive den Sommerferien in den Gasshof zügeln. Die Stadt hat die ehemaligen Räumlichkeiten der Rudolf-Steiner-Schule an der Luzernerstrasse 145a für acht Jahre gemietet. Die Räume sollten als Provisorium dienen, um die in den nächsten Jahren vor allem in Littau zu erwartenden steigenden Schülerzahlen bewältigen zu können.

Der Grosse Stadtrat hat für den Umbau und die Miete des Provisoriums Gasshof im September 2012 einen Kredit von 2,351 Millionen Franken bewilligt. Der Stadtrat will den Umbau der Räume nun bis zu den Osterferien abgeschlossen haben, sodass nach den Ferien ein Teil der zwölf Klassen des Schulhauses Staffeln in den Gasshof umziehen kann. Der Stadtrat will zudem einen zweiten Stock zumieten und anpassen. Dies ermögliche, dass die restlichen Klassen nach den Sommerferien im Gasshof einziehen können.

Der Stadtrat ist zuversichtlich, dass das vom Grossen Stadtrat gesprochene Geld für den Umbau der beiden Stockwerke reiche. Die Miete für den zweiten Stock beträgt für 2014 rund 100‘000 Franken. Für die beiden Umzüge wird mit Kosten von 80‘000 Franken gerechnet.

pd/nop