LUZERN: Schulunterricht auf Englisch boomt

Die Four-Forest School dehnt ihr Unterrichtsangebot auf die Sekundarschule aus und eröffnet einen dritten Standort. Sie wird dadurch zur grössten Privatschule des Kantons.

Oliver Schneider
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Kinder in der Four-Forest School an der Maihofstrasse. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 23. Januar 2017))

Kinder in der Four-Forest School an der Maihofstrasse. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 23. Januar 2017))

Die Weltsprache Englisch zu beherrschen, zählt heute schon fast zum Allgemeinwissen und sollte früh gelernt sein. «Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell ein Dreijähriger eine neue Sprache in sich aufsaugt», sagt Herbert Jurt, Präsident des Verwaltungsrates der Four-Forest-Schulen.

Aus diesem Grund ist der Unterricht bei Four-Forest von klein auf bilingual gestaltet. Dieses Jahr feiert die Schule mit Standort in Luzern/Rotsee sowie in der Stadt Zug ihr zehnjähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sie sich zur grössten Privatschule der Zentralschweiz entwickelt.

Von 30 auf 300 Schüler

«Angefangen hat das Ganze mit lediglich 30 Schülern», sagt Jurt. Heute werden rund 300 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Damit ist die Four-Forest-Schule deutlich grösser als alle übrigen privaten Anbieter in der Region. «Das Interesse an einer zweisprachigen Tagesschule ist in den letzten Jahren enorm gestiegen», erklärt Jurt. Die Kinder seien nach Bedarf von morgens bis abends an der Schule, was es beiden Elternteilen ermöglicht, zu arbeiten.

Trotz der grossen Nachfrage wolle die Four-Forest-Schule familiär bleiben. «Wir wollen kein unpersönlicher Riesenkomplex sein», sagt Jurt. Dieses Ziel werde durch drei verschiedene Standorte erreicht: Nebst den bisherigen Four-Forest-Schulen in Luzern und Zug gehört seit Mitte 2016 auch die Luzerner LMS-Schule zur Gruppe. «Es war ein perfekter Match. Sie suchten eine Nachfolgeregelung, und wir planten eine Oberstufe.»

Tatsächlich kann die Four-Forest-Schule dank der LMS nun die gesamte obligatorische Schulzeit inklusive Sekundarschule anbieten. Der Name der LMS wurde bei der Übernahme nicht angepasst. «Die LMS-Schule ist bereits seit vielen Jahren in Luzern etabliert», sagt Jurt, «weshalb wir das Label sanft übernehmen und nur unsere Philosophie ein wenig einfliessen lassen wollten.» Mit der Übernahme der LMS kommt auch ein dritter Schulstandort hinzu: Die LMS hat per Anfang 2017 neue Räumlichkeiten im Ruderzentrum am Rotsee bezogen – in Gehdistanz zur Four-Forest-Schule an der Maihofstrasse.

Die Klassen an den Four-Forest-Schulen zählen um die 15 Schüler. 50 Prozent davon kämen aus Schweizer Familien, die andere Hälfte habe einen zweisprachigen Hintergrund, sagt Jurt. «Jeder Schüler hat seinen individuellen Lernplan.» Beim Eintritt in die Schule sei das vorhandene Wissen der Kinder ziemlich unterschiedlich. Durch differenziertes Lernen könne die Privatschule aber jedem Einzelnen gerecht werden. «Wenn ein Kind in einem Fach schon etwas weiter ist, kann es ohne Probleme auch über den Lernstoff hinausgehen», sagt Jurt. Die Klassen würden sich dabei nicht verändern. In diesem Bereich sei die Schule auch in ständigem Kontakt mit ihren Kunden, den Eltern.

20000 Franken Schulgeld pro Jahr

Während der Unterricht in der LMS-Schule primär in deutscher Sprache erfolgt, wird in den Four-Forest-Schulen gleichberechtigt in deutscher und englischer Sprache unterrichtet. «Die Sprache wird durch Immersion vermittelt», sagt Jurt. Das heisst, Kinder werden in ein fremd­sprachiges Umfeld versetzt. Jede Klasse habe zwei Hauptlehrer: Einer hat die Muttersprache Deutsch, der andere Englisch. Es werde jeweils eine Woche der gesamte Schulstoff in Deutsch unterrichtet und die Woche darauf in Englisch. Dabei stehe die Sprache nicht im Vordergrund, sie werde einfach durch den Gebrauch erlernt. Das Element, das die Kinder von einem Muttersprachler, hauptsächlich aus Grossbritannien, lernen, sei matchentscheidend. Die Eltern zahlen dafür rund 20 000 Franken Schulgeld pro Jahr.

Oliver Schneider

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Am Donnerstag, 2. Februar, stehen von 9 bis 15 Uhr die Türen der Four-Forest- und der LMS-Schule offen. www.four-forestschool.ch

Privatschulen in Luzern

Im Kanton Luzern gibt es aktuell 15 anerkannte Privatschulen auf den Stufen Kindergarten, Primar und Sek. Neben der Four-Forest/LMS ist die Montessori-Schule Luzern (220 Schüler) die grösste. Zu den grösseren Schulen gehören auch die Rudolf-Steiner-Schule in Ebikon (60 Schüler), die Zeit-Kind-Schule Luzern (60) und die Rey-Schule Luzern (38). Das Mädcheninstitut Rhaetia in Luzern (70 Schülerinnen) wird im nächsten Sommer geschlossen.
Weitere Privatschulen sind: Schule St. Josef Luzern; Projektklasse Luzern; Montessori-Schulen in Sursee, Hochdorf, Meggen; Lindenschule Emmen, Casa Babetta Hitzkirch und Kinderkulturhaus St. Niklausen. (red)