Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Schwimmen in Reuss soll sicherer gemacht werden

Das Schwimmen entlang der Reuss wird in Zukunft noch beliebter werden. Davon hat sich die Luzerner Regierung überzeugen lassen – nun sollen die Signalisationen für Flussschwimmer verbessert werden.
Ismail Osman
Das Schwimmen in der Reuss soll sicherer werden - unter anderem sollen mehr Infotafeln aufgestellt werden. Auf dem Bild ist der Ein-/Ausstieg aus der Reuss bei der Sentimatte, dort hat die SLRG beriets Tafeln mit Hinweisen zum Verhalten im Fluss platziert. Das Bild entstand am Freitag, 9. März 2018. Bild: (Pius Amrein / LZ) Schwimmen, SLRG, Sicherheit, Infotafeln, Reuss, Wasser (Bild: Pius Amrein)

Das Schwimmen in der Reuss soll sicherer werden - unter anderem sollen mehr Infotafeln aufgestellt werden. Auf dem Bild ist der Ein-/Ausstieg aus der Reuss bei der Sentimatte, dort hat die SLRG beriets Tafeln mit Hinweisen zum Verhalten im Fluss platziert. Das Bild entstand am Freitag, 9. März 2018. Bild: (Pius Amrein / LZ) Schwimmen, SLRG, Sicherheit, Infotafeln, Reuss, Wasser (Bild: Pius Amrein)

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

Noch denken wohl nur die abgehärtetsten Wasserenthusiasten an einen freizeitlichen Sprung in die Reuss – kein Wunder bei einer Wassertemperatur von aktuell rund fünf Grad. Dass der nächste Sommer kommt, gilt jedoch weiterhin als unbestritten. Und mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Zahl der Flussschwimmer, die in der Strömung der Reuss Abkühlung suchen. Das Flussschwimmen hat nicht zuletzt dank Neugestaltung des Reusszopfes erheblichen Aufwind bekommen.

Die mit dem Schwimmen in der Reuss verbundenen Risiken sind bekannt: Es fehlen geeignete Ein- und Ausstiegsstellen mit entsprechenden Signalisationen. Zudem fliesst die Kleine Emme direkt nach dem Reusszopf in die Reuss, und das kann, je nach Witterung, gefährliche Strömungen und Wirbel in diesem Abschnitt zur Folge haben.

Als geeignete Schwimmstrecke gilt daher erst die kurze Strecke zwischen der Sentimatt und dem Reusszopf (siehe Grafik). Im Rahmen des laufenden Projekts «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» sollen in Zukunft aber unterhalb des Wehrs bei Rathausen weitere Abschnitte badefreundlicher gestaltet werden. Ein Postulat von Jim Wolanin (FDP, Neuenkirch) fordert, dass das Flussschwimmen stärker in das Projekt einbezogen wird: Die Luzerner Regierung soll ein Gesamtkonzept für das Schwimmen in der Reuss erstellen.

Steine wurden ungünstig fixiert

«Als der Reusszopf saniert wurde, hat man leider schlicht nicht daran gedacht, dass das Flussschwimmen an Popularität gewinnt», sagt Kantonsrat Jim ­Wolanin. Als Beispiel nennt er etwa die an dieser Stelle fixierten Steine. Diese seien alles andere als optimal platziert: «Die Steine müssten so angelegt werden, dass ein Kehrtwasser entsteht.»

Dass bisher keine Massnahmen zur Verbesserung der Schwimmsicherheit getroffen wurden, hat auch mit den Zuständigkeiten zu tun. Die Ufer liegen in der Verantwortung der Gemeinden, der Fluss in jener des Kantons. «Beachtet man beispielsweise die Tatsache, dass die Luzerner Polizei für Rettungen im Fluss zuständig ist, liegt eine Koordination über die Gemeindegrenzen hinweg auch im Interesse des Kantons», ist Wolanin überzeugt.

Die Regierung scheint diese Ansicht zu teilen. So sei «nicht von der Hand zu weisen, dass sich die zurzeit eher marginale Freizeitbeschäftigung weniger Personen mit der Neugestaltung der Reuss intensivieren könnte», heisst es in ihrer Stellungnahme. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoll, «gesamtheitliche Überlegungen über die Gemeindegrenzen hinweg vorzunehmen und zu klären, ob und wenn ja wofür einheitliche Regelungen erstellt werden sollen». Sie empfiehlt deshalb, das Postulat erheblich zu erklären.

Eigentlich keine Staatsaufgabe

Die Regierung stellt gleichzeitig klar, dass es nicht Staatsaufgabe sei, im Rahmen eines Hochwasserschutzprojekts Konzepte für Freizeitaktivitäten zu erarbeiten. Man sei jedoch bereit, «entsprechende Überlegungen unter Einbezug der verantwortlichen Anstössergemeinden, der für die Signalisation zuständigen kantonalen Behörden und auch allfälliger Interessenvertretungen zu koordinieren».

Zu Letzteren gehört zum Beispiel die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG). Ueli Bärtschi ist Präsident der SLRG Sektion Luzern. Zusammen mit Jim Wolanin hat er bereits an einem Gespräch mit Vertretern der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur und der Stadt Luzern teilgenommen. Dieses sei produktiv verlaufen, sagt Bärtschi: «Man hat erkannt, dass die Verantwortung der Wassersicherheit nicht einfach nur an die Gemeinden delegiert werden sollte.» Das Beispiel am Nordpol zeige, dass ein Einbezug aller relevanten Interessensgruppen wichtig ist. «Die Wassersicherheit für Personen hätte so frühzeitig und einfacher in die Planung integriert werden können», sagt Bärtschi. «Durch das Planen geeigneter Massnahmen im Rahmen der Wasser­sicherheit kann sehr viel Geld gespart und der einen oder anderen Gemeinde eine böse Überraschung erspart werden.»

Als erstes Ergebnis dieses Gesprächs sollen im Perimeter des Hochwasserschutzprojekts Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für Flussschwimmende signalisiert werden. «Statt dass jede Gemeinde eigene Beschilderungen kreieren und produzieren muss, kann ein durchgehendes Beschilderungskonzept eingeführt werden», erklärt Bärtschi.

Die Umsetzung dieser Massnahmen erfolgt durch die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, wie es in der Stellungnahme der Regierung heisst. Ausgeführt werden sollen die Arbeiten «im Rahmen der Projektausführung nach Vorliegen der erforderlichen Projekt- und Kreditbewilligungen». Gemäss aktuellem Zeitplan erfolgt der Baustart des Hochwasserschutzprojektes inklusive der Massnahmen zum Flussschwimmen 2022.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.