LUZERN: Seebesitzern droht die Enteignung

Alle Seen, die sich derzeit in Privatbesitz befinden, sollen verstaatlicht werden. So will es der Kanton. Die Besitzer sind entsetzt.

Thomas Heer
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Noch in Privatbesitz: der Mauensee inklusive Insel und Schloss Uli Sigg. (Bild Neue LZ)

Noch in Privatbesitz: der Mauensee inklusive Insel und Schloss Uli Sigg. (Bild Neue LZ)

Uli Sigg, der frühere Schweizer Botschafter in Peking, ist seit Ende der 1990er-Jahre Besitzer des Schlosses Mauensee und dem dazugehörenden Gewässer. Er kann überhaupt nicht verstehen, dass der Kanton «ohne Not» die gesetzlichen Grundlagen schaffen will, seinen Privatbesitz zu enteignen.

Sigg nimmt Bezug auf das neue Gewässergesetz, das bis Ende Oktober in der Vernehmlassung ist. Darin wird in Paragraph 5 unter anderem stipuliert: «Gewässer sind öffentlich.» Diese Aussage hat es in sich und macht auch Bernhard Pfyffer-Feer hellhörig. Pfyffer-Feer ist Erbe des Schlosses Buttisholz. Zum Anwesen gehört unter anderem auch der Soppensee.

Zur geplanten Enteignung, die auch von einer Vertreterin des Kantons nicht in Abrede gestellt wird, sagt Pfyffer-Feer: «Das Ganze ist mit einem demokratischen Rechtsstaat, in dem die Eigentumsgarantie hochgehalten wird, unvereinbar.» Wehren will sich auch Pro Natura gegen die Pläne des Kantons. Der Naturschutzorganisation gehört der Baldeggersee.