LUZERN: Seeburg-Gutachten sorgt für Wirbel

Das in der Seeburg geplante Hochhaus ist umstritten. Ein nun vollständig veröffentlichtes Gutachten sagt: Der Standort ist o. k. – aber nur mit Auflagen.

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So stellt der Verein Stadtbild das geplante Seeburg-Hochhaus dar. Diese Visualisierung ist laut Pro-Komitee «falsch und irreführend». (Bild: PD)

So stellt der Verein Stadtbild das geplante Seeburg-Hochhaus dar. Diese Visualisierung ist laut Pro-Komitee «falsch und irreführend». (Bild: PD)

So könnte das Hochhaus gemäss einer Architekturstudie aussehen. (Bild: Scheitlin Syfrig Architekten)

So könnte das Hochhaus gemäss einer Architekturstudie aussehen. (Bild: Scheitlin Syfrig Architekten)

Das umstrittenste Geschäft, über das die Luzerner am 9. Juni abstimmen, ist das Hochhaus beim Hotel Seeburg. Als Ersatz des Bettentrakts könnte vor den Felshang ein 40-Meter-Gebäude gebaut werden. Mit Hotelzimmern und Luxuswohnungen.

Streit um Gutachten des Bundes

Von grosser Bedeutung beim Seeburg-Hochhaus ist die Haltung der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK). Diese hat zusammen mit der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) ein Gutachten über den Seeburg-Standort erstellt. Weil Hochhäuser einen grossen Einfluss aufs geschützte Landschaftsbild direkt am See haben, hat die Stadt ihren Entscheid vom Gutachten der ENHK abhängig gemacht. Dieses ist seit dem 8. März 2012 unter Verschluss, die Stadt hat bislang erst Auszüge daraus veröffentlicht. Demnach stellt sich die ENHK nicht gegen den Seeburg-Standort, wenn diverse Auflagen erfüllt würden.

Ganz anders interpretiert der Verein Stadtbild das Gutachten. «Eindeutig ablehnend» habe sich die Kommission gegenüber dem Seeburg-Standort geäussert, sagt der Verein, der die ganze BZO ablehnt. Mit entsprechenden Aussagen steigt der Verein nun auch in den Abstimmungskampf.

Wer hat Recht?

Am Montag hat die Stadt das Dokument freigegeben. Fazit: Die Stadt liegt näher an der Wahrheit. Begeistert ist die ENHK zwar nicht, in der Schlussfolgerung schreibt sie aber: «Sofern die Auflagen eingehalten werden, widerspricht das Hochhaus nicht in schwerwiegender Art den Schutzzielen für Landschaft und Ortsbild.» Ausdrücklich begrüsst sie hingegen die damit verknüpfte Restaurierung «des historischen Erbes der Seeburg», also des Jesuitenhofs. Als Auflagen werden genannt: Die ursprünglich geplante Höhe von 45 Meter ist «deutlich zu hoch» und soll mittels Konkurrenzverfahren reduziert werden. Zudem soll der Gestaltungsplan den ganzen Bereich der Seeburg umfassen, also inklusive des Hochhauses, der schützenswerten Bauten und der Gartenanlage beim See.

Luca Wolf

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