LUZERN: Seit 150 Jahren dem Himmel ganz nah

Die Sektion Pilatus des Schweizer Alpen-Clubs feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Sie erlebt derzeit einen Schub –auch dank Frauen.

Raphael Gutzwiller
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Hoch über dem Nebel wurde das Brisenhaus im Kanton Nidwalden am 6. November 1932 eingeweiht. Es gilt bis heute als beliebtestes Haus der SAC-Sektion Pilatus. (Bild: PD/Clemens Schiltknecht)

Hoch über dem Nebel wurde das Brisenhaus im Kanton Nidwalden am 6. November 1932 eingeweiht. Es gilt bis heute als beliebtestes Haus der SAC-Sektion Pilatus. (Bild: PD/Clemens Schiltknecht)

Ein Beleuchtungsmeister kontrolliert eine Farbfolie im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
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Seit zehn Jahren leitet Dominique Mentha (58) das Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Bühnentechniker auf dem Schnürboden beim Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Schlosser in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Gemäss dieser Vorlage wird ein Bild gemalt. (Bild: Philipp Schmidli)
Zwei Theatermaler in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Zwei Theatermaler in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Bühnentechniker auf dem Schnürboden beim Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Damenschneiderinnen an der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Damenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Damenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Herrenschneiderinnen bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Herrenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Requisiteurin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Herrenschneiderin bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Beleuchter bei seiner Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Maskenbildnerinnen knüpfen Perücken (Bild: Philipp Schmidli)
Maskenbildnerinnen knüpfen Perücken (Bild: Philipp Schmidli)
Perücken in der Maske (Bild: Philipp Schmidli)
Durch diese Türe wird Material ins Luzerner Theater befördert. (Bild: Philipp Schmidli)
Bühnentechniker bei der Arbeit (Bild: Philipp Schmidli)
Theatermalerei in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Styropor-Köpfe in der Maske beim Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Zwei Schreiner in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Theatermalerin in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Theatermalerin in der Werkstatt des Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Requisiteurin des Luzerner Theater im Requisitenfundus des im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Eine Requisiteurin des Luzerner Theater im Requisitenfundus des im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Tanzprobe im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Fundusverwalterin Margot Gadient Rossel im Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Fundusverwalterin Margot Gadient Rossel im Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Fundusverwalterin Margot Gadient Rossel im Kostümfundus des Luzerner Theater im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Tanzprobe im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Theater-Direktor Dominique Mentha bei der Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)
Probe der Oper «Die Antilope» im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)

Ein Beleuchtungsmeister kontrolliert eine Farbfolie im Luzerner Theater (Bild: Philipp Schmidli)

150 Jahre Tradition: Bereits seit mehr als fünfzehn Jahrzehnten treffen sich Luzerner Bergfreunde in der Sektion Pilatus des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Inzwischen zählt die Sektion aus der Region Luzern über 7700 Mitglieder und ist damit hinter der Zürcher Sektion Uto die zweitgrösste Sektion des SAC.

In der Zeit seit der Gründung 1864 habe es eine grosse Entwicklung gegeben, sagt Sektionspräsident Bruno Piazza (58) aus Horw. «Gutes Beispiel dafür sind die Nutzungen unserer Berghütten. Früher haben die Hütten als Zwischenstation bei einer schweren Bergtour gedient, die in nur einem Tag nicht zu bewältigen gewesen wäre. Heute erleben die Hütten eine Zweckerweiterung: Die Leute gehen wegen der Hütten in die Berge und geniessen dort eine schöne Nacht. Das Bezwingen eines Gipfels ist dann eher zweitrangig.»

Dazu seien die Hütten auch heutigen Gegebenheiten angepasst worden. Komfort nehme dabei eine immer wichtigere Rolle ein: «Die Entwicklung geht weg von grossen Schlafräumen mit über 20 Betten und Militärwolldecken hin zu kleineren Räumen mit nur vier bis zwölf Betten, die mit Duvets ausgestattet sind», sagt Piazza. In einigen Hütten sei es heute sogar möglich zu duschen.

Über ein Drittel Frauen

Die über 7700 Mitglieder jeglicher Altersklasse der Sektion Pilatus sind in fünf verschiedene Ortsgruppen unterteilt: Hochdorf, Napf, Rigi, Surental und die Stammsektion Pilatus. Besonders erfreulich: Seit der Fusion des SAC mit dem Schweizer Frauen-Alpen-Club (SFAC) im Jahr 1980 nimmt die Anzahl Frauen in der Sektion Pilatus stetig zu. Inzwischen ist bereits über ein Drittel der Mitglieder weiblich. Piazza kennt die Gründe: «Da wir bei den älteren Mitgliedern hauptsächlich Männer haben, deren Lebenszeit zu Ende geht, wächst der Frauenanteil automatisch. Natürlich kann auch der gestiegene Komfort dazu beitragen.»

Neumitglieder lassen sich häufig durch das Sport- und Hallenklettern, das hauptsächlich von jungen Erwachsenen auf der Suche nach Adrenalin betrieben wird, vom SAC begeistern. «Dies hat schweizweit und natürlich auch unserer Sektion einen Schub gegeben», erklärt Piazza. Die grösste Nachfrage erlebt der SAC aber beim Bergwandern von Senioren; deren Touren sind mit bis zu 25 Teilnehmern häufig ausgebucht.

Der Schweizer Alpen-Club ist am 19. April 1863 im Oltener Bahnhofbuffet gegründet worden. Unter den 35 Bergfreunden war mit Abraham Stocker auch ein Luzerner. Mit Anton Schürmann war zwar noch ein zweiter Luzerner angemeldet, doch dieser musste verhindert passen. Dennoch gilt auch er als Gründer des SAC.

Auf dem Gütsch gegründet

Nicht einmal ein Jahr später trafen sich dann am 31. März 1864 elf «Alpenfreunde», darunter die beiden SAC-Gründer Abraham Stocker und Anton Schürmann, zur Gründung einer Luzerner Sektion des SAC. Die eigentliche Vereinsgründung der Sektion Pilatus fand dann am 11. Mai 1864 mit der Verabschiedung der Statuten und der Wahl des Vorstandes auf dem Gütsch in Luzern statt. Es war die neunte Sektion des SAC und die einzige, die 1864 gegründet wurde.

Als Höhepunkt der 150-jährigen Sektionsgeschichte streicht Piazza die Erbauung des Brisenhauses 1932 hervor. Dieses gilt noch heute als beliebteste Hütte der SAC-Sektion Pilatus. Ebenfalls gilt eine Andenexpedition im Jahr 1980 als aussergewöhnlich. Damals haben sich 13 Mitglieder der Sektion Pilatus vier Wochen in die Anden begeben, um Gipfelbesteigungen in der Cordillera Blanca durchzuführen.

Ehrenamtliche schwer zu finden

Trotz der positiven Entwicklung kennt der SAC heute Probleme beim Finden ehrenamtlicher Helfer. «In der heutigen Zeit ist es immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden. Für meine Nachfolge als Präsident habe ich zwölf geeignete Kandidaten angefragt, ohne dass einer davon zugesagt hätte», bedauert Piazza. Andere Probleme seien klimatischen Veränderungen geschuldet. Piazza erwähnt zum Beispiel Gletscherrückgänge, die es erschwerten, die Zugänge zu den Hütten sicherzustellen. Zudem seien immer mehr gesetzliche Einschränkungen vorhanden: «Es gibt natürlich einen grossen Zielkonflikt zwischen denen, die das Wild in den Bergen schützen wollen, und denen, die die Natur nutzen möchten.»

Jubiläumsfest war ein grosser Erfolg

Bereits am 23. August hat die Sektion Pilatus ein grosses Jubiläumsfest gefeiert. Dabei nahmen laut Piazza über 260 Personen an einer Sternwanderung auf den Pilatus teil. Sie wanderten, kletterten oder fuhren gar mit dem Mountainbike auf den Berg. «Es war ein voller Erfolg», bilanziert Piazza gegenüber unserer Zeitung. Die Feier fand ihren krönenden Abschluss bei einem Fest in der Krienser Krauerhalle.