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LUZERN: Separates Miteinander

Frage: Wer ist auf dem Bild der wichtigste Mann? Der­jenige vorne links mit der auffallend grünen Krawatte meinen Sie? Falsch!
Das Luzerner Regierungsratsfoto 2017/18. Von links: Staatsschreiber Lukas Gresch und die Regierungsräte Reto Wyss, Robert Küng, Guido Graf (Regierungsratspräsident), Marcel Schwerzmann und Paul Winiker. (Bild: Melchior Imboden, HSLU – Design & Kunst)

Das Luzerner Regierungsratsfoto 2017/18. Von links: Staatsschreiber Lukas Gresch und die Regierungsräte Reto Wyss, Robert Küng, Guido Graf (Regierungsratspräsident), Marcel Schwerzmann und Paul Winiker. (Bild: Melchior Imboden, HSLU – Design & Kunst)

Das diesjährige Luzerner Regierungsratsbild setzt zwar Staatsschreiber Lukas Gresch in Szene, doch eigentlich ist der Mann an dritter Stelle von rechts der Primus inter Pares: Regierungsratspräsident Guido Graf. Ja, derjenige, der die Arme halbherzig verschränkt und seine Uhr zeigt. Ob diese Geste ein Zeichen an den Fotografen war, vorwärtszumachen, oder infolge klammer Staatskasse ein Versuch von Product Placement? Wir wissen es nicht.

Immerhin fällt Guido Graf auf, weil er überhaupt etwas mit seinen Armen macht. Seine Kollegen lassen ihre Arme einfach so hängen. Beim Lächeln fällt dafür ein anderer Regierungsrat aus dem Rahmen: Ob Finanzdirektor Marcel Schwerzmann Höhenangst hat? Immerhin bildet sein Mund eine gerade Linie, und er hat eine auffallende Körperspannung. Zudem befindet sich das illustre Grüppchen hoch oben auf dem Dach des Luzerner Kantonsspitals. Andererseits müsste Schwerzmann zumindest bei hohen Minuszahlen mittlerweile schwindelfrei sein.

Ganz offensichtlich war das Wetter beim Fototermin zu schön. Zusammengekniffene Augen und glänzende – sagen wir einmal – Denkerstirn ­zeugen davon. Keine Frage: Mit Schönwetterlagen haben die Regierungsräte in diesen f­inanz­politischen Zeiten ­bekanntlich keine Erfahrung. Rätsel wiederum gibt der gewählte Ort des Fotoshootings auf. Will der Regierungsrat Weitsicht demonstrieren? Oder doch eher ein Dasein im Elfenbeinturm (das würde die Bevölkerungsumfrage zum Steuer-Nein erklären)? Vielleicht müssen wir unseren Blick ­intensiver auf die Metaebene richten. Die bürgerlichen Herren stehen auf der Heliplattform, wo die Rega unter anderem verunfallte Berggänger dem Spital in Obhut gibt. Und wenn man nun die metaphorischen Steinschläge betrachtet, denen die Regierung in der Finanzpolitik ausgesetzt war …

Jedenfalls bringt trotz Sonnenschein auch das Motto kein Licht ins Dunkel. Regierungspräsident Guido Graf hat sich «Stadt ond Land – metenand, förenand» ausgedacht. Nun gilt ein Hochhaus eigentlich als Zeichen von Urbanität, und im Hintergrund liegen mit Luzern, Kriens und Horw städtische Gemeinden. Immerhin zeugen die bewaldeten Hügel und Berge von ländlichem Flair. Eindeutig weder miteinander noch füreinander sind derweil der Staatsschreiber und die Regierungsräte bildlich festgehalten. Der Abstand von mindestens einem halben Meter zueinander lässt darauf schliessen, dass das bürgerliche Männergremium doch noch keine Einheit ist.

Die Aufstellung der Herren gibt nicht nur wegen des (absichtlich oder unabsichtlich) gesetzten Fokus auf den Staatsschreiber Rätsel auf. Zwar steht SVP-Sicherheits­direktor Paul Winiker natur­gemäss rechts aussen. Doch warum ist FDP-Baudirektor Robert Küng zwischen den CVP-Politikern, Bildungs­direktor Reto Wyss und Gesundheitsdirektor Guido Graf, positioniert?

Vielleicht, liebe Leserinnen und Lesern, haben Sie beim Anblick dieses Fotos ein Déjà-vu. Tatsächlich hat unsere Zeitung am vergangenen Samstag prominent auf der Frontseite ein Bild von Regierungspräsident Guido Graf gebracht – am genau gleichen Ort auf dem Dach des Luzerner Kantonsspitals. Unsere Redaktion hatte im Vorfeld des Interviewtermins mit Guido Graf – und vor Erscheinen des Regierungsratsfotos – dessen Departement um einen Ortsvorschlag für den Fototermin gebeten. Alles purer Zufall also? Nein, doch das haben auch wir erst im Nachhinein erfahren. Gespannt warten wir nun, mit wem sich Guido Graf als Nächstes auf die Heliplattform traut.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

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