LUZERN: Sie pöbeln, klauen und schlagen zu

Jugendliche suchen sich spontan Opfer aus und knöpfen ihnen Geld ab. Ein Phänomen, mit dem die Polizei immer mehr zu tun hat – besonders jetzt.

Christian Hodel
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Sechs Mal mehr Angriffe auf Passanten: Pöbelnde Jugendliche. (gestellte Aufnahme). (Bild: Keystone)

Sechs Mal mehr Angriffe auf Passanten: Pöbelnde Jugendliche. (gestellte Aufnahme). (Bild: Keystone)

Immer mehr Jugendliche beklauen Altersgenossen. «Solche Fälle nehmen zu», sagt Adi Achermann, Interimskommandant der Luzerner Polizei. Viele der Opfer seien alkoholisiert und allein unterwegs und bieten sich so als «leichte Beute» an, heisst es dazu in der jüngst veröffentlichten Kriminalstatistik. Vor allem jetzt im Frühling und Sommer sei davon auszugehen, dass sich die Vorfälle häufen, sagt Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft. Die Jugendlichen würden sich dann vermehrt auf öffentlichen Plätzen, Wiesen oder am See versammeln.

Sechs Mal mehr Angriffe

Im vergangenen Jahr hat die Luzerner Staatsanwaltschaft 38 Fälle von Angriffen verzeichnet – was einer Versechsfachung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die gesamte Zahl der durch Jugendliche verübten Gewaltdelikte – dabei handelt es sich um Körperverletzung, Angriff, Tätlichkeit oder Raufhandel – hat 2013 erstmals seit Jahren wieder stark zugenommen. Von 69 im Jahre 2012 auf 119. «Die Taten werden oft ungeplant und spontan durchgeführt», sagt Kopp. Die Polizei geht davon aus, dass die Dunkelziffer massiv höher liegt.