LUZERN: Sie «schnurpfte» für eine bunte Fasnacht

Der Fasnachtsmäärt unter der Egg zog gestern Tausende Fasnächtler an. Auch solche, die auf den letzten Drücker ein Outfit suchten.

Christian Hodel
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Alles von Hand gemacht: Ursi Wili von den Näh­frauen berät eine Kundin bei der Wahl des richtigen Fasnachts-Huts. (Bild Philipp Schmidli)

Alles von Hand gemacht: Ursi Wili von den Näh­frauen berät eine Kundin bei der Wahl des richtigen Fasnachts-Huts. (Bild Philipp Schmidli)

Viermal schlafen, und los gehen die rüüdigen Tage. Mehrere tausend Fasnachtsverrückte haben sich aber schon gestern einstimmen lassen. Sie kamen zum Fasnachtsmäärt unter der Egg – ein vom Lozärner Fasnachts-Komitee (LFK) initiierter Anlass, der seit 1975 jeweils am Samstag vor dem offiziellen Fasnachtsstart stattfindet. Gut ein Dutzend Guuggenmusigen präsentierten sich bis am Abend auf der Rathaustreppe. Unter der Egg wiederum stellten die Nähfrauen, die sogenannten Lozärner Schnorpfiwiiber, selbst genähte Kostüme aus. «Wir verkaufen vor allem bunte Jacken oder Kombis. Traditionelle Strassengewänder machen wir mangels Nachfrage nicht mehr», sagt Ursi Wili (56). Sie hat die Leitung der achtköpfigen Nähtruppe inne. In stundenlanger Handarbeit haben die Frauen rund 50 Kostüme und diverse Hüte angefertigt – alles Unikate. Verkauft werden die Einzelstücke für 50 bis 230 Franken. «Wir sind seit August am Nähen.» Ausser über die Weihnachtstage habe man jeden Montagabend rund drei Stunden lang in einem Luftschutzkeller verbracht und die Kleider angefertigt – alles in Fronarbeit. Der Verkaufserlös geht vollumfänglich in die Kasse des LFK, welches mit den Einnahmen vom Fasnachtsmäärt die Umzugskosten deckt und zusätzlich eine soziale Institution unterstützt – dieses Jahr den «Solidaritätsfonds Luzerner Bergbevölkerung».

Von den Arbeiten der Näherinnen haben gestern ein paar Dutzend Fasnächtler profitieren können. Christine Bucheli und Maria Monegat aus Ruswil zum Beispiel schauten sich nach dem Mittag am Stand um. «Bisher konnten wir uns noch nicht einigen, wie wir an die Fasnacht gehen wollen», sagt Bucheli.

Und für jene Fasnächtler, die auch gestern nicht fündig wurden, bietet sich am Dienstag die nächste Gelegenheit. Dann findet unter der Egg zwischen 15 und 23 Uhr die «Usgüügglete» statt. Mit dabei sind auch dann wieder die Nähfrauen.

Christian Hodel