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LUZERN: Sie trimmen die Instrumente für das Kantonale Musikfest

5400 Musikanten spielen am Kantonalen Jugendmusik- und Musikfest in Sempach um die Wette. Damit Ventile und Klappen reibungslos funktionieren, sind Spezialisten am Werk.
Thomas Theiler von Musikpunkt Gasser in Hochdorf repariert eine Posaune. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Thomas Theiler von Musikpunkt Gasser in Hochdorf repariert eine Posaune. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Legen Sie sich jedem Arzt unters Messer? Wohl nicht. Seinen Körper vertraut man nur einem ausgesuchten Spezialisten an. Genauso tun es die Musikanten mit ihren Holz- und Blechblasinstrumenten. Die wenigsten Musiker geben ihr Instrument gerne aus der Hand, sagt Adrian Lohri, Mitinhaber von Musikpunkt, einem Fachgeschäft für Blasinstrumente und Perkussion in Luzern und Hochdorf. «Der Spezialist für Blasinstrumente ist für Musiker wie ein Vertrauensarzt.»

Bereit für Notfalleinsätze

Derzeit müssen sich die 16 Instrumen­tenreparateure von Musikpunkt auf Notfalleinsätze einstellen: Mal klemmt eine Klappe eines Saxofons. Mal braucht ein Musikant für die Parademusik auf die Schnelle einen Notenhalter. «Mal verhockt ein Ventil, das sonst das ganze Jahr über funktionierte», sagt Martin Scheidegger, Mitinhaber und Leiter Verkauf Blasinstrumente der Filiale in Hochdorf. Und dies wenige Tage vor dem Start des Kantonalen Jugendmusikfests und des Kantonalen Musikfests in Sempach (siehe Kasten). «In solchen Fällen müssen wir rasch handeln», sagt Scheidegger. Schliesslich sind die 5400 Musikanten im Endspurt der Vorbereitungen für das «grosse Fest», das nur alle fünf Jahre stattfindet.

Im Endspurt ist auch Josi Muff, Mitinhaber und Leiter Perkussion von Musikpunkt. Pauken und Kesseltrommeln laden er und sein Team diese Tage aus Lastwagen. Jedes einzelne Schlaginstrument wird ausgepackt, kontrolliert und auf dessen Funktionstüchtigkeit getestet. Muff und sein Team liefern das ganze Perkussions­material im Wert von rund 150 000 Franken nach Sempach das mit rund 20 000 Franken und 120 Kilogramm teuerste und schwerste Instrument ist ein Marimbafon. Zwei Konzertlokale werden damit ausgestattet. Rund 30 verschiedene Perkussionsinstrumente stehen auf jeder Bühne bereit für die 135 teilnehmenden Musikformationen.

In Sempach ein Notfallkoffer dabei

Doch was, wenn plötzlich ein Triangel vergessen geht? «Für solche kleineren Instrumente sind die Vereine selbst verantwortlich», sagt Muff. «Aber für brenzlige Situationen, etwa wenn bei einer Trommel das Fell reisst, haben wir einen Notfallkoffer dabei.» Und was passiert mit den Instrumenten nach dem Musikfest? «Wir verkaufen diese zu Spezialpreisen an interessierte Personen, Vereine oder Musikschulen.» Einige Reservationen und Bestellungen seien bereits eingegangen.

Ein Grossteil ihres Umsatzes macht die Musikpunkt AG, die 2013 aus der Fusion der Musikhäuser Lohri Luzern und Gasser Hochdorf entstand, mit dem Verkauf von Instrumenten. «In den vergangenen Jahren ist dies aber immer schwieriger geworden», sagt Muff. Vereine lösen sich auf, und Musikschüler werden weniger. «Diese Veränderung spürten auch wir. Deshalb erstellten wir vor zwei Jahren einen komplett neuen Webshop», sagt Muff. Heute ist das ganze Sortiment auch im Internet erhältlich. «Wir versenden jeden Tag Pakete in die ganze Schweiz, und mittlerweile mussten wir sogar mehr Personal einstellen.»

«Auch wir sind vom Virus befallen»

Auch die 30 Mitarbeiter von Musikpunkt fiebern dem Kantonalen Musikfest entgegen. «Viele von uns sind selber aktiv in einem Musikverein und vom Blasmusik-Virus befallen», sagt Lohri.

Mitinhaber Josi Muff etwa spielt in seiner Freizeit Schlagzeug. Viele freie Stunden gab es in den vergangenen Tagen aber nicht. Über 100 Stunden Arbeit würden er und sein Team am Ende für das Musikfest investiert haben, sagt Muff. Die Vereine seien derzeit im Endspurt mit den Proben da klingelt hie und da das Telefon. «Plötzlich fällt dem Dirigenten ein, dass er für das Aufgaben- oder Selbstwahlstück noch ein spezielles Perkussionsinstrument benötigt, und will bei uns ein solches mieten», sagt Muff. Alle Wünsche könne er «leider so kurzfristig aber nicht mehr erfüllen».

Christian Hodel

Hinweis

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.musikfestsempach.ch

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