Luzern: So könnte sich Reussbühl West entwickeln

Eine Testplanung der Stadt Luzern und den Grundeigentümern in Reussbühl West zeigt, dass es möglich ist, das Areal in Etappen neu zu bebauen und dabei den Charakter der industriellen Vergangenheit wie beispielsweise die Shedhalle der CKW zu erhalten.

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Der industrielle Charakter in Reussbühl West soll mit Mit dem Erhalt der Shedhalle der CKW unterstrichen werden. (Bild: Google Maps)

Der industrielle Charakter in Reussbühl West soll mit Mit dem Erhalt der Shedhalle der CKW unterstrichen werden. (Bild: Google Maps)

Das Quartier Reussbühl West ist Teil des zukünftigen Stadtzentrums Luzern Nord. Wo heute gewerblich-industrielle Nutzungen überwiegen, soll in den nächsten Jahren ein lebendiges Stadtquartier mit vielfältigen Nutzungen, sozialer Durchmischung, attraktiven Freiräumen und Begegnungsorten entstehen. Um eine qualitätsbewusste, zukunftsfähige Entwicklung des Gebiets zu gewährleisten, wurde von den Grundeigentümern und der Stadt Luzern eine Testplanung durchgeführt.

Ziel der Testplanung war es, eine Entwicklungsvorstellung für das Quartier Reussbühl West zu erhalten, die mit der städtebaulich dynamischen Umgebung des Stadtzentrums Luzern Nord in Dialog treten soll. Vier interdisziplinäre Teams hatten die Aufgabe, eine städtebauliche Vision mit Bebauungs- und Nutzungsstruktur, Dichte und Höhe der Gebäude zu entwickeln, Freiräume und Begegnungsorte zu definieren, ein Erschliessungs- und Parkierungskonzept sowie Vorschläge zu erarbeiten, wie die Entwicklung während der nächsten 20 Jahre etappenweise vollzogen werden kann. Grundlagen für die Testplanung waren der Masterplan Luzern Nord, die Grundsätze der 2000-Watt-Gesellschaft und die Nachhaltigkeitskriterien der Stadt Luzern. Die Testplanung ist die Grundlage, um in einem nächsten Schritt einen für die Grundeigentümer verbindlichen Bebauungsplan zu erarbeiten, heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt Luzern vom Montag.

Das Begleitgremium hat das Projekt von Oester Pfenninger, Zürich, und Martina Voser, mavo Landschaften GmbH, Zürich, als Zielprojekt empfohlen. Das Projekt überzeugt, weil es eine mehrjährige etappierte und flexible Entwicklung zulässt. Auch wenn alle Bebauungen realisiert werden, wird der industrielle Charakter in Reussbühl West noch spürbar sein. Ein wesentliches Element dazu ist, dass der Erhalt der Shedhalle der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) unter gewissen Bedingungen möglich ist und eine öffentliche oder halböffentliche Nutzung zur Belebung des Quartieres beitragen würde.

Überzeugt hat das Begleitgremium auch, dass das Team Oester Pfenninger eine homogene Höhenentwicklung mit maximal 25 Meter hohen Gebäuden mit Atelier-, Gewerbe-, und Dienstleitungsflächen in den zahlreichen eingeschossigen Sockelbauten vorschlägt. Die Dächer dieser Sockelbauten können als halbprivate Aussenräume der darüber liegenden Wohnungen genutzt werden. Vis-à-vis des Seetalplatzes schlägt das Team ein Hochhaus mit 33 Metern vor.

Da die Zufahrten zu den Parkplätzen direkt ab den Zufahrtstrassen an den Rändern des Gebietes erfolgen, kann das Innere des Quartiers weitgehend von motorisiertem Verkehr freigehalten werden. Dies ermöglicht es, ein engmaschiges Wegnetz für die Fussgänger anzulegen und öffentlich nutzbare Plätze und Gassen zu gestalten.

(pd/zim)

Hinweis: Die Resultate der Testplanung sind im Stadtarchiv ausgestellt. Die Ausstellung ist von Dienstag, 26., bis Donnerstag, 28. Januar, geöffnet; Dienstag und Donnerstag 13.30 bis 17 Uhr, Mittwoch 13 bis 19 Uhr.

Überbauung Reussbühl: Was geplant ist. (Bild: Grafik: Lea Siegwart)

Überbauung Reussbühl: Was geplant ist. (Bild: Grafik: Lea Siegwart)