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LUZERN: So rüüdig ist die Regierung

Unsere Regierungsräte sind Fasnächtler. Die meisten mischen sich gern inkognito unter die Menschen. Und einer hat sich sogar schon als Schnitzerbänker geübt.
Interviews Roger Rüegger / Neue Lz
Robert Küng beim Fasnachtstanz. (Bild: pd)

Robert Küng beim Fasnachtstanz. (Bild: pd)

Marcel Schwerzmann (parteilos) Der Knallige

Marcel Schwermann, wenn ich Sie antreffen wollte, wo müsste ich zuerst suchen?
Marcel Schwerzmann: In Luzerns Gassen, aber wo genau sagt ein echter Fasnächtler nie!
Dann verraten Sie uns, wann Sie unterwegs sind?
Schwerzmann: An der Tagwache am Schmutzigen Donnerstag, Samstag, Montag und Dienstag.
Ein happiges Programm. Warum?
Schwerzmann: Weil es Freude macht und ich den Menschen aus einer anderen Perspektive begegnen will.
In welcher Verkleidung?
Schwerzmann: Aber bitte, das wird doch nicht verraten. Doch, ein Erkennungszeichen gebe ich preis, rote, knallrote Schuhe mit goldenen Absätzen.
Wie erlebten Sie die rüüdigen Tag als Kind?
Schwerzmann: Bereits als Vierjähriger durfte ich mit meinen Eltern an die Tagwache. Seither bin ich vom Fasnachtsvirus befallen. Cowboy und Indianer waren zu dieser Zeit der Hit. Als Jugendlicher war ich oft als Julius Cäsar unterwegs. Viele Jahre war ich auch ein begeistertes Mitglied einer Guuggenmusig.

Guido Graf (CVP) Der Diskrete

Guido Graf, in welcher Verkleidung trifft man Sie?
Guido Graf: Das verrate ich nicht. Denn die Verkleidung ist meine Chance, einmal im Jahr unerkannt zu bleiben.
Warum ist Ihnen das wichtig?
Graf: Für mich heisst das: Ich bin dann für einmal nicht der sonst omnipräsenten kritischen Beobachtung ausgesetzt.
Also sind Sie dabei und keiner merkts?
Graf: Eine Ausnahme ist die Tanneschleipfete in Luthern vom Güdisdienstag. Dort gehe ich ohne Verkleidung hin.

Robert Küng (FDP) Der Zünftige

Robert Küng, die Fasnacht haben Sie bereits hinter sich. Was ist passiert?
Robert Küng: Wir hatten in Willisau den Höhepunkt bereits Anfang Februar mit dem Narrentreffen. Danach gings zum Gegenbesuch nach Deutschland ins Städtchen Tettnang.
Sie waren mit der Zunft dabei?
Küng: Ja, als Bannerträger bei der Rose mit Vollmaske.
Aber jetzt geht in Willisau doch die Post ab?
Küng: Die Fasnacht wird bei uns natürlich gepusht, klar. Aber ich fahre für einige Tage in die Berge zum Skifahren.

Robert Küng beim Fasnachtstanz. (Bild: pd)

Robert Küng beim Fasnachtstanz. (Bild: pd)

Das hätten Sie früher wohl nicht gemacht?
Küng: Bis 16 war ich in Wolhusen zu Hause. Als Kinder haben wir damals mit «Chöble» an der Tagwache Lärm gemacht.

Wie waren Sie als Bub unterwegs?
Küng: Als Cowboy.
Und später?
Küng: Danach ging ich für einige Jahre nach Bern und verlor etwas den Draht zur Fasnacht. Mit 25 kam ich dann zurück nach Willisau, trat bald in die Karnöffelzunft ein und begann mit Schnitzelbänken. Die Zunft prägt das Fasnachtsleben.
Zum Beispiel?
Küng: Wir waren als Sportreporter bei Olympia unterwegs, als Putzfrauen oder auch als Zeitungsverkäufer der «Luzerner Zeitung». Klassische Schnitzelbänke eben.
Wen haben Sie jeweils aufs Korn genommen?
Küng: Wir haben regionale Themen bevorzugt. Zuerst begleitet mit einer Drehorgel, später haben wir Verse aufgesagt.
Haben Sie sich als Stadtpräsident von Willisau auch selber durch den Kakao gezogen?
Küng: Nein, die Wahl zum Stapi war der Grund, dass ich mit dem Sprücheln aufhörte.

Yvonne Schärli (SP) Die Traditionelle

Yvonne Schärli, Ihre Kollegen machen ein ziemliches Geheimnis um die Verkleidung während der Fasnacht. Wie erkennt man Sie?
Yvonne Schärli: Sicher, das ist kein Geheimnis. Ich bin seit vielen Jahren als Hundsrüggen-Huri unterwegs. Das ist eine traditionelle Ebikoner Figur mit braun-weisser Tracht. Am Umzug in Ebikon trifft man uns an.
So richtig transparent ist Ihre Antwort nicht ...
Schärli: Ein wenig schon. Ich bin eine von vielen. Wenn mich niemand unter der Verkleidung vermutet, gut.

Mit einer solchen Maskierung zeigt sich Yvonne Schärli. (Bild: Richard Schacher)

Mit einer solchen Maskierung zeigt sich Yvonne Schärli. (Bild: Richard Schacher)

Waren Sie schon immer eine Fasnächtlerin?
Schärli: Jaja, mit 17 bin ich bereits in eine Guuggenmusig in der Stadt eingetreten. Mit den Gässlischnoogger und den Lockenwickler war ich unterwegs. Beide Formationen haben mit Musik angefangen und dann zum Strassentheater gewechselt. Ich spielte Pauke und war Darstellerin.
Die Fasnacht bedeutet Ihnen viel?
Schärli: Ja schon. Wichtig war für mich auch immer der Vorbereitungsteil. Kostüme nähen und Grende herstellen gehören dazu. Aber leider war ich manuell absolut unbegabt, ich habe jeweils rüüdig geknorzt.

Reto Wyss (CVP) Der Skifahrer

Reto Wyss, machen Sie an der Fasnacht mit?
Wyss: Die Fasnachtszeit ist immer auch Skizeit. Dieses Dilemma wurde in der Jugendzeit und heute oft zu Gunsten des Skifahrens entschieden.
Und wenn Sie sich zwischendurch doch einmal für die Fasnacht entscheiden, sind Sie wo?
Wyss: Mich trifft man spontan auf der Strasse an.
Also wenn Sie nicht auf der Skipiste sind, passt es schon für Sie?
Wyss: Ja. An die Fasnacht geht auch ein Regierungsrat vermutlich aus Freude.

Unter www.luzernerzeitung.ch/leserbilder können Sie Ihre schönsten Fasnachstbilder selber hochladen.

Marcel Schwerzmann verkleidete sich in früheren Jahren als Cowboy. (Bild: pd)

Marcel Schwerzmann verkleidete sich in früheren Jahren als Cowboy. (Bild: pd)

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