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LUZERN: So sieht die ÖV-Zukunft aus

Die Realisierung des Tiefbahnhofs wird noch lange auf sich warten lassen. Was aber geschieht in der Zwischenzeit?
Ismail Osman
In den nächsten Jahren stehen diverse Verkehrsprojekte an, die auch den Bahnhof Luzern tangieren. (Archivbild Manuela Jans-Koch)

In den nächsten Jahren stehen diverse Verkehrsprojekte an, die auch den Bahnhof Luzern tangieren. (Archivbild Manuela Jans-Koch)

27 Jahre sind eine lange Zeit. So lange könnte es dauern, bis in Luzern ein Tiefbahnhof eröffnet wird – im Idealfall (Ausgabe vom 13. August). Die Luzerner Regierung setzt voll und ganz darauf, dass der Tiefbahnhof (auch Durchgangsbahnhof genannt) kommt. Eine offizielle Alternative gibt es nicht. Den Status quo bis dahin aufrechtzuerhalten, ist allerdings auch keine Option. Was also ist in der Zwischenzeit beim öffentlichen Verkehr für Luzern geplant? Tatsache ist, dass derzeit noch vieles in der Schwebe und von noch zu treffenden Entscheidungen des Bundes abhängt – insbesondere für die Zeit nach dem Jahr 2025. Dennoch: Tatenlos bleibt man durchaus nicht. Im Folgenden die wichtigsten derzeit bekannten Zwischenschritte, die auch den Bahnhof Luzern betreffen:

Vor 2020

  • Gotthard: Ab kommendem Dezember fahren die Züge fahrplanmässig durch den Gotthard-Basistunnel. In rund vier Jahren soll die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels zwischen Bellinzona und Lugano erfolgen. Die beiden Basistunnelverkürzen die Reisezeit zwischen der Deutschschweiz und dem südlichen Tessin dereinst um rund eine Stunde. Davon profitieren auch die Luzerner – allerdings mit einer Einschränkung: Der erste direkte Zug von Luzern nach Lugano fährt gemäss momentanem Fahrplanentwurf erst vier Stunden später als heute (Ausgabe vom 18. August).
  • Neues Material: Bei der Schiene wird sich in den nächsten paar Jahren nicht viel ändern. Auf der Schiene sieht das anders aus: So hat die Zentralbahn im Herbst 2014 fünf zusätzliche Züge des Modells Finkder Firma Stadler Rail bestellt. Ende Mai wurde der erste von ihnen im Bahnhof Luzern auf den Namen «Stadt Luzern» getauft. Die 45-jährigen Bahnwagen, welche durch die Fink-Modelle ersetzt werden, sollen jedoch während der Pendlerzeiten als Verstärkung weiterhin eingesetzt werden.

Auch der Voralpen-Express zwischen St. Gallen und Luzern fährt ab Ende 2019 neue Züge von Stadler Rail. Die Schweizerische Südostbahn (SOB) hat bei Stadler elf Triebzüge des Typs Flirt für 170 Millionen Franken bestellt, wie Ende Juni bekannt wurde.

  • Willisau: Mit dem Fahrplanwechsel vom kommenden 11. Dezember soll die heutige S-Bahn-Linie S 7 (Langenthal–Willisau–Wolhusen) mit dem Regio-Express Luzern–Langnau–Bern gekoppelt werden. Dadurch erhalten die Fahrgäste aus dem Raum Willisau eine zweite stündliche Direktverbindung nach Luzern,und zwar ohne Umsteigen in Wolhusen.
  • Hochdorf: Die Seetalbahn wird zu Pendlerzeiten mit der neuen S-Bahn-Linie S 99 Hochdorf–Luzern ausgebaut. Sie ergänzt mit zusätzlichen Verbindungen die bestehende S 9, die denganzen Tag zwischen Luzern und Lenzburg unterwegs ist. Auch diese Ergänzung tritt bereits mit dem Fahrplanwechsel vom kommenden Dezember in Kraft.

Bis 2025

  • Bern statt Basel: Die für Luzern wohl wichtigste Neuerung, die bis 2025 umgesetzt werden soll, istdie sogenannte Umwidmungder heutigen Verbindung Luzern–Basel zu Gunsten der Verbindung Luzern–Bern.

Konkret bedeutet dies, dass neu ein Halbstundentakt Luzern–Bern bestehen würde. Dies allerdings mit dem Nachteil, dass – zumindest vorerst – nur noch eine stündliche Direktverbindung nach Basel verbleibt. Dazwischen müsste man in Zofingen umsteigen. «Es ist wichtig, zu verstehen, dass der Halbstundentakt nach Bern nicht bedeutet, dass mehr Züge fahren», erklärt Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern. Grund dafür ist, dass die Infrastruktur beim Bahnhof Luzern kaum Spielraum für neue Zugsverdichtungen zulässt. Dem Planungsbericht zum Tiefbahnhof ist zu entnehmen, dass der Kanton davon ausgeht, dass die Nachfrage diese Umwidmung zulässt. Allerdings hält der Bericht fest, dass Fernverkehrsdaten den kantonalen Behörden nicht vorliegen. Wirtschaftlich rechne sich die Umwidmung aber offenbar, da man im Jahr 2025 von einer besseren Auslastung in Richtung Bern als in Richtung Basel ausgeht.

Gemäss der heutigen Planung des Kantons würde erst das Angebot mit dem Tiefbahnhof neben dem Halbstundentakt Luzern–Bern wieder zweimal stündlich eine Verbindung Luzern–Basel möglich machen.

  • Luzern–Konstanz:In Verbindung mit dem Ausbau der Bern-Verbindung steht noch eineweitere vorgesehene Neuerung. So soll im Fernverkehr die Innerschweiz direkter mit der Ostschweiz verbunden werden. Dies, indem Züge von Bern über Luzern nach Zürich stündlich weiter nach Konstanz verkehren. Diese Strecke würde auch den Flughafen Kloten beinhalten und im Gegenzug den Flughafen Kloten direkt mit jenem in Genf verbinden.
  • Willisau: Die heutige S-Bahn-Linie S 61 von Luzern nach Schachen soll neu von Luzern bis Willisau geführt werden. Davon soll das ganze Luzerner Hinterland profitieren, da zu Pendlerzeiten von einer weiteren stündlichen Direktverbindung nach Luzern Gebrauch gemacht werden kann.
  • Horw: Richtung Luzern Süd ist mit der S 41 Luzern–Horw eine weitere neue S-Bahn-Linie in der Hauptverkehrszeit geplant. Sie soll vorerst stündlich verkehren.

«Ausbau auf Nebenachsen»

Insgesamt fällt auf, dass bis 2025 einiges unternommen wird. Mit Ausnahme des neuen Takts Bern–Luzern handelt es sich aber eher um kleinere, regionale Schritte. Dessen ist man sich auch beim Verkehrsverbund Luzern bewusst: «Im Ausbauschritt 2025 liegt der Fokus hauptsächlich auf den Nebenentwicklungsachsen», sagt Christoph Zurflüh. «Unser Ziel ist es, dass mit dem Ausbauschritt 2030 vor allem die Hauptentwicklungsachsen ausgebaut werden.»

Bis 2030/45

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) plant derzeit diesen Ausbauschritt 2030/35. Für Luzerns Tiefbahnhof sind die kommenden Wochen und Monate aus folgendem Grund matchentscheidend: Noch bis Ende Jahr wägt man in Bern ab, welche Projekte für diesen nächsten Ausbauschritt berücksichtigt werden sollen. 2017 wird der Bundesrat die Vernehmlassungsvorlage mit einem konkreten Vorschlag von Projekten verabschieden. Ende 2018 folgt dann die Botschaft zuhanden des Parlaments. Ab 2019 wird dieser nächste Ausbauschritt im Parlament beraten – bei einem allfälligen Referendum hätte allerdings das Volk das letzte Wort.

Nicht zuletzt weil der Bund grundsätzlich die Kapazitäten zwischen Luzern, Zug und Thalwil erhöhen will, sind die Chancen für den Tiefbahnhof intakt. In Stein gemeisselt ist aber nach wie vor nichts.

Ismail Osman

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