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LUZERN: So soll am Schweizerhofquai das Car-Problem gelöst werden

Ein Parkhaus unter dem Schweizerhofquai soll das Bus-Problem am Schwanenplatz lösen. Am Freitagnachmittag stellten die Initianten, allen voran der Vater der «Idee Seeparking», Architekt Marc Syfrig, neue Details vor, die der alten Diskussion frischen Auftrieb verleihen sollen.
Zwischen Luzernerhof und Schwanenplatz: Die ungefähren Ausmasse der Idee für ein Seeparking an der Luzerner Seepromenade. (Bild: Montage bac/Google Maps)

Zwischen Luzernerhof und Schwanenplatz: Die ungefähren Ausmasse der Idee für ein Seeparking an der Luzerner Seepromenade. (Bild: Montage bac/Google Maps)

Die Eckpunkte dieses Busterminals hat unsere Zeitung in der vergangenen Woche vorgestellt: Direkt unter dem Schweizerhofquai soll ein Carparkhaus gebaut werden. Die Einfahrtrampe für die Busse käme auf dem Platz zwischen Gotthardhaus und Kurpavillon zu liegen.

Die Rede ist von zwei Parkgeschossen, das erste soll für maximal 40 Cars reserviert sein, das zweite böte Platz für bis zu 240 Personenwagen. Privatfahrzeuge sollen die bisherige Ein- und Ausfahrt des Schweizerhof-Parkings benutzen. Die Ein- und Ausfahrtrampe hingegen ist exklusiv für die Cars gedacht. Die Zufahrt soll via Alpenstrasse geführt werden, die Abreise soll dann über die Löwenstrasse Richtung Sedel erfolgen. Der Fussgängeraufgang des unterirdischen Quai-Parkhauses würde die Touristen direkt auf den Schwanenplatz führen.

100 Franken pro Stunde

Rund 100 bis 120 Millionen Franken soll das Seeparking kosten. Die Finanzierung des Parkhauses soll durch das Verursacherprinzip erfolgen: Die Initianten kalkulieren dabei mit 5 Franken pro Stunde, die für ein Privatauto zu entrichten wären. Für Cars gelte der Faktor 20: «Cars brauchen etwa sechs mal mehr Fläche als ein Personenwagen», so Marc Syfrig. Er ist überzeugt: «Sie sollen das Parking zur Hauptsache finanzieren.» Das zusätzliche Volumen und eine stützenfreie Statik, um genügend Platz zu schaffen, treiben den Aufwand zusätzlich in die Höhe. «Cars erreichen zudem nur etwa zwei Drittel der Auslastung von Privatfahrzeugen», rechnet Syfrig vor. Das ergibt schliesslich rund 100 Franken pro Stunde und Car – oder etwa zwei Franken pro Tourist. Bei weniger Parkplätzen für Privatautos, würde dieser Preis pro Tourist wohl ansteigen.

Investieren sollen neben der Stadt Luzern, die das Grundstück im Baurecht zur Verfügung stellen und dabei einen Baurechtzins erhalten soll, private und institutionelle Investoren. Auch das Luzerner Gewerbe soll sich beteiligen – und profitieren. Zusätzlich erwägen die Initianten die Möglichkeit von Publikumsaktien.

Das unterirdische Parkhaus soll in Deckelbauweise erstellt werden. Dabei wird zunächst auf Wänden und Stützen ein Deckel errichtet, der untere Teil kann danach ausgehoben werden. Das bringt den Vorteil, dass der Obergrund verhältnismässig rasch wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Eine grössere Baustelle wäre dennoch kaum zu vermeiden. Laut Gregor Schwegler des Planungsbüros Basler und Hofmann würde dies rund 9 Monate dauern.

Es bleibt zudem die Ungewissheit, was unter dem Quai für bauliche Herausforderungen warten. Vor allem das Wasser im Untergrund könnte die Bauten verteuern. So ist etwa die Auftriebssicherung zu klären, sprich, dass das Parkhaus trotz seines enormen Gewichtes nicht wie ein Behälter durch den Druck des Grundwassers nach oben gespült wird.

Die Vorteile preisen die Initianten schliesslich wie folgt an:

  • Massive Reduktion des Carverkehrs auf der Hauptachse: Der Rückstau soll ausserhalb der Stadt stattfinden.
  • Die Schaffung von drei neuen städtischen Grünräumen beim Inseli, Schwanenplatz und Löwenplatz.
  • Direkter Zugang der Besucher zur Altstadt, die Wertschöpfung im touristischen Segment soll damit erhalten bleiben.
  • Nähe zum Bahnhof: 300 Meter.

Planerisch ist mit Marc Syfrig ein bekannter Stadtluzerner Architekt federführend. Am Entwurf hat auch die Luzerner Abteilung des Planungsbüros Basler und Hofmann mitgearbeitet, welches auch in das Konzept eines Luzerner Tiefbahnhofs involviert war. Für die Überlegungen zur Verkehrsführung wurde das Team Verkehr miteinbezogen, das seine Büros in Cham hat. Für Politik und Öffentlichkeit zeigt sich Franz Egle verantwortlich, bekannt auch für sein Engagement für das Hotelprojekt von Samih Sawiris in Andermatt.

uus

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So stellen sich die Initianten die Ein- und Ausfahrt vor. Rot markiert sind zudem die Personenausgänge.

So stellen sich die Initianten die Ein- und Ausfahrt vor. Rot markiert sind zudem die Personenausgänge.

Im 1. Untergeschoss sollen 40 Cars parkieren können. (Bild: PD)

Im 1. Untergeschoss sollen 40 Cars parkieren können. (Bild: PD)

Im 2. Untergeschoss sollen 240 Autos Platz finden. (Bild: PD)

Im 2. Untergeschoss sollen 240 Autos Platz finden. (Bild: PD)

Im «Seeparking» sind zwei Ebenen vorgesehen (oben Cars, unten Personenwagen). Das bestehende Parkhaus der Migros an der Hertensteinstrasse (links) umfasst fünf Etagen.

Im «Seeparking» sind zwei Ebenen vorgesehen (oben Cars, unten Personenwagen). Das bestehende Parkhaus der Migros an der Hertensteinstrasse (links) umfasst fünf Etagen.

Die Initianten präsentieren ihr Projekt im Hotel Schweizerhof. (Bild: Urs-Ueli Schorno)

Die Initianten präsentieren ihr Projekt im Hotel Schweizerhof. (Bild: Urs-Ueli Schorno)

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