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LUZERN: So will Luzern das Car-Problem lösen

In der Hochsaison dürfen Cars am Schwanenplatz nur noch zum Aussteigen anhalten. Das hat der Stadtrat entschieden. Der Löwenplatz wird von einem Parkplatz in einen Anhalteplatz umfunktioniert.
Am Schwanenplatz sollen Cars während den Sommermonaten zwischen 17 und 20 Uhr Touristen nur noch zum Aussteigen anhalten. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Am Schwanenplatz sollen Cars während den Sommermonaten zwischen 17 und 20 Uhr Touristen nur noch zum Aussteigen anhalten. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Parkplätze für Cars auf dem Luzerner Schwanenplatz sind unter anderem wegen ihrer Nähe zu den Uhrengeschäften bei Reisegruppen äusserst beliebt.

Doch die Platzverhältnisse sind eng und das Verkehrsaufkommen hoch. Gefährliche Situationen sind nicht selten. Zu Spitzenzeiten, in der sogenannten «Golden Week» im Oktober, wurden beispielsweise durchschnittlich 228 Carbewegungen pro Tag gezählt. Eine Carbewegung beinhaltet das Aus- und Einladen von Passagieren.

So wurde die Arbeitsgruppe Cartourismus Ende Juni von Luzern Tourismus in Absprache mit dem Stadtrat beauftragt, Massnahmen vorzuschlagen, mit denen kurz- und mittelfristig eine Entschärfung der Verkehrssituation am Schwanenplatz erzielt werden kann.

Daraus abgeleitet präsentierte der Luzerner Stadtrat am Montag seinen Entscheid, wie das Regime am Schwanenplatz neu geregelt werden soll.

Zeitweilig nur noch Aussteigen

In Form eines zweijährigen Pilotprojekts will der Stadtrat, dass Cars auf dem Schwanenplatz vom 1. Mai bis 31. Oktober zwischen 17 und 20 Uhr nur noch zum Aussteigenlassen der Touristen anhalten dürfen. Zudem werden die heutigen neun Carparkplätze am Löwenplatz in Car-Anhalteplätze für den Ein- und Ausstieg umgenutzt.

Und am Schwanen- und am Löwenplatz werden Parkwächter dafür sorgen, dass die Nutzung der Plätze der Bestimmung gemäss erfolgt und dass die Verkehrssicherheit gewährleistet wird. Die Parkwächter werden durch die angrenzenden Geschäfte finanziert.

Mehr Cars am Löwenplatz

Der Stadtrat zeigt sich überzeugt, dass diese Lösung eine spürbare Entlastung der Carfrequenzen zur abendlichen Hauptverkehrszeit mit sich bringt. Die Umnutzung der heutigen Carparkplätze am Löwenplatz in Caranhalteplätze bedeute zwar eine Zunahme der Carfrequenzen an diesem Ort, durch die kürzere Verweildauer könne die zur Hauptsaison beobachtete Überlastung dieses Platzes künftig eingeschränkt werden.

Breit abgestützte Kompromiss-Lösung

Für den Stadtrat ist dieser Entscheid zum neuen Car-Regime «ein Kompromiss zwischen der aus Sicht der Anrainergeschäfte gewünschten unbeschränkten Nutzung des Schwanenplatzes zum Ein- und Ausladen der Reisegruppen und den Ansprüchen der Fussgänger und der übrigen Verkehrsteilnehmer», wie Stadtrat Adrian Borgula sagte.

Der Stadtrat bekenne sich mit dieser Lösung klar zum Tourismus in der Stadt und zum Schwanenplatz «als einem der wichtigsten Uhrenhandelsplätze der Welt», wie Borgula sagte.

Auch Stadtpräsident Stefan Roth betonte, der Schwanenplatz mit seinen Uhren- und Schmuckgeschäften gehöre zu den «Wertschöpfungsperlen von Luzern». Die städtischen Steuererträge aller am Schwanenplatz und Grendel domizilierten Bijouterie- und Souvenirgeschäften betragen laut Roth zwischen 3 und 5 Millionen Franken pro Jahr.

Für Josef Williner, Direktor des Bucherer Verkaufsgeschäfts in Luzern, ist die vom Stadtrat präsentierte Lösung «ein ausgewogener Kompromiss», wie er vor den Medien sagte. Dies, obwohl er glaube, das Problem in diesem Stadtteil liege nicht unbedingt am Carverkehr. Auch der Quartierverein Altstadt und Luzern Tourismus stehen hinter den Massnahmen.

Parkhaus Musegg: Stadtrat lehnt Volksmotion ab

Als längerfristige Lösung steht für den Luzerner Stadtrat nach wie vor die Prüfung des Parkhauses Musegg im Vordergrund. Bei dessen Inbetriebnahme würden die Car-Anhalteplätze am Schwanenplatz aufgehoben und der Schwanenplatz könnte der Luzerner Bevölkerung als Treffpunkt zurückgegeben werden, ohne dass den Touristen unzumutbare Wege oder Transportzeiten zugemutet würden, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung.

Parkplätze aufheben

Der Stadtrat hält aber klar an seinen Bedingungen für die Realisierung des Parkhauses Musegg fest: Eine noch zu bestimmende Zahl an Parkplätzen in der Luzerner Innenstadt muss aufgehoben werden.

Ja zu weiterer Konkretisierung

Der Stadtrat betonte zudem - in einer Antwort auf eine Interpellation - dass es sich beim Parkhaus Musegg nach wie vor um ein privates Projekt handle, welches die Stadt Luzern aber in verfahrensrechtlichen Fragestellungen unterstützt. Der Stadtrat sage heute noch nicht ja zum Parkhaus Musegg, er sage aber ja zu einer weiteren Konkretisierung, so Borgula.

Hinweis: Die Präsentation der Arbeitsgruppe «Cartourismus Luzern» sowie der vollständige Bericht und die Empfehlungen des Luzerner Stadtrats auf www.stadtluzern.ch

Neue Initiative

Die Juso der Stadt Luzern lanciert am Montag eine neue städtische Initiative mit dem Titel «Grüne Lunge statt Blechlawine». Der Sammelstart ist am 14. März. Die Initiative verlangt, dass der Carparkplatz Inseli-Quai aufgehoben wird zu Gunsten einer Erweiterung der dort bestehenden Grünfläche.

Car-Regime: Ihre Meinung ist gefragt!

Was halten Sie von den Vorschlägen des Luzerner Stadtrates? Kann das Problem so gelöst werden? Loggen Sie sich ein und diskutieren Sie mit. Geben Sie gleich unten Ihren Kommentar ab.

sda/rem

Der Carparkplatz auf dem Löwenplatz wird zu einem Anhalteplatz zum Ein- und Aussteigenlassen für Touristen umfunktioniert. (Bild: Keystone)

Der Carparkplatz auf dem Löwenplatz wird zu einem Anhalteplatz zum Ein- und Aussteigenlassen für Touristen umfunktioniert. (Bild: Keystone)

Solche Szenen spielen sich im Sommer immer wieder am Löwenplatz ab: Cars parkieren auf der Strasse, Touristen steigen mitten in den fliessenden Verkehr aus. (Bild: Leserreporter)

Solche Szenen spielen sich im Sommer immer wieder am Löwenplatz ab: Cars parkieren auf der Strasse, Touristen steigen mitten in den fliessenden Verkehr aus. (Bild: Leserreporter)

Die Anzahl Carbewegungen pro Wochentag nach Fahrtenzweck am Schwanenplatz. (Bild: Grafik: Arbeitsgruppe Cartourismus Luzern)

Die Anzahl Carbewegungen pro Wochentag nach Fahrtenzweck am Schwanenplatz. (Bild: Grafik: Arbeitsgruppe Cartourismus Luzern)

Die Summe der Carfrequenzen, aufgeteilt nach Zeit und Zweck. (Bild: Grafik: Arbeitsgruppe Cartourismus Luzern)

Die Summe der Carfrequenzen, aufgeteilt nach Zeit und Zweck. (Bild: Grafik: Arbeitsgruppe Cartourismus Luzern)

So lange stehen die Cars am Schwanenplatz. (Bild: Grafik: Arbeitsgruppe Cartourismus Luzern)

So lange stehen die Cars am Schwanenplatz. (Bild: Grafik: Arbeitsgruppe Cartourismus Luzern)

Parkhaus Musegg: Das ist geplant. (Bild: Neue LZ)

Parkhaus Musegg: Das ist geplant. (Bild: Neue LZ)

Hier, an der unteren Geissmattstrasse, ist das Ein- und Ausfahrtsportal des Parkhauses Musegg geplant. Darüber die Museggmauer mit dem Männliturm (Mitte). (Bild: PD)

Hier, an der unteren Geissmattstrasse, ist das Ein- und Ausfahrtsportal des Parkhauses Musegg geplant. Darüber die Museggmauer mit dem Männliturm (Mitte). (Bild: PD)

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