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LUZERN: Solidaritätswelle für «Monopol»-Chefin

Mit ihrem Kampf gegen die Verschwendung von Essen löst die «Monopol»- Direktorin unzählige Reaktionen aus. Auch die Umweltstiftung stellt sich hinter sie.
Brigitte Heller, Direktorin des Hotels Monopol in Luzern. (Bild: PD)

Brigitte Heller, Direktorin des Hotels Monopol in Luzern. (Bild: PD)

Sarah Weissmann

Brigitte Heller, Direktorin des Luzerner Hotels Monopol, kämpft gegen die tägliche Lebensmittelverschwendung durch Touristen aus Fernost. Mit Tischstellern will sie ihre Gäste dazu bewegen, nicht mehr so viele Essensreste auf ihren Tellern zu hinterlassen. Notfalls würde sie ihren Gästen gar Bilder von halb verhungerten Kindern aus der Dritten Welt zeigen (Ausgabe vom 8. Mai).

Damit hat sie einen Nerv in der Bevölkerung getroffen. Aufgrund der Berichterstattung in unserer Zeitung hat die «Monopol»-Chefin Hunderte E-Mails erhalten von Befürwortern ihrer Aktion. Heller freut sich sehr über die positive Unterstützung: «Ich werde überschwemmt von Dankes- und Lobesmails für meinen Mut.» Sie sei überwältigt von der positiven Anteilnahme und werde sich in den nächsten Tagen Zeit nehmen, auf jede einzelne Mail zu antworten.

Auch von den Lesern unserer Zeitung erhält Brigitte Heller viel Unterstützung. «Danke für Ihren Mut, Ihren Einsatz für den respektvollen Umgang mit unseren Lebensmitteln. Bitte machen Sie weiter so. Viele, viele Menschen unterstützen Sie und sind Ihnen dankbar», schreibt etwa eine Leserin aus der Stadt Luzern.

Stephan Wirz aus Emmenbrücke schreibt in einem Leserbrief: «Bravo, Glückwunsch, grosses Kompliment an Brigitte Heller. Endlich jemand, der ‹Füdle› hat und sich getraut, auf Unsitten hinzuweisen, dass viele Touristen im Hotel ihre Teller nicht leer essen.»

Eigentlich wollte sie bereits gestern erstmals die Hinweise auf ihren Restauranttischen platzieren. Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen – auch von Sprachlehrern – hat sie diesen Termin nun verschoben. So müssen die in mehreren Sprachen beschrifteten Tischsteller teilweise angepasst werden.

In anderen Hotels ebenfalls Thema

Trotz der grossen Sympathiewelle aus der Bevölkerung für Brigitte Heller sieht der Verband Luzerner Hotels dennoch keinen Anlass, in dieser Frage aktiv zu werden, wie Präsident Patric Graber auf Anfrage schreibt: «Das ist jedem Hotelier selber überlassen.» Dennoch lässt Graber durchblicken: «Es gibt Hotels, welche dies an einer nächsten Kadersitzung thematisieren werden.» Um welche Hotels es sich handelt, will er nicht verraten.

Auch Corinne Seiler von Hotellerie Suisse schreibt dazu: «Das konkrete, situative Verhalten liegt in der unternehmerischen Verantwortung des einzelnen Hoteliers.» Der Verband stelle den Hoteliers aber Gästebroschüren zur Verfügung, in denen diese auf die kulturellen Besonderheiten bestimmter Herkunftsländer aufmerksam gemacht würden.

«Es ist eine Schweinerei»

Die Schweizerische Umweltstiftung unterstützt das Vorgehen von Heller ebenfalls. «Unserer Umwelt zuliebe hoffe ich, dass weitere Luzerner Hotels diese Aktion vom Hotel Monopol ebenfalls umsetzen werden», teilt Stiftungsratspräsident Jost Schumacher mit. Die Zurückhaltung der Hotelverbände erklärt Schumacher damit, dass diese keinen Einfluss auf die Sitten der anderen Länder nehmen wollten. «Es ist aber eine Schweinerei, wenn man so viele Lebensmittel wegwerfen muss», sagt Schumacher. Denn dies würde dazu beitragen, dass ein Drittel der in der Schweiz produzierten Nahrungsmittel im Abfall landen. «Das Vorgehen des Hotels Monopol ist ein Schritt in die richtige Richtung zu einem sorgsameren Umgang mit unserer Umwelt.»

Allerdings steckt hinter der Essensverschwendung gemäss der Knigge-Expertin Michèle Ségouin keine böse Absicht, sondern eine kulturelle Prägung. Was es damit in den Kulturen, aus denen Luzerner Touristen vorwiegend stammen, auf sich hat, erklären Experten in untenstehenden Kurztexten.

Diskutieren Sie mit!

Was halten Sie von der Aktion der Direktorin des Hotels Monopol? Sagen Sie uns in unserem Forum auf www.luzernerzeitung.ch/forum ihre Meinung!

So hat eine asiatische Familie den Frühstückstisch im Hotel Monopol in Luzern kürzlich zurückgelassen. (Bild: PD)

So hat eine asiatische Familie den Frühstückstisch im Hotel Monopol in Luzern kürzlich zurückgelassen. (Bild: PD)

Das ist der zurzeit vieldiskutierte Tischsteller. (Bild: PD)

Das ist der zurzeit vieldiskutierte Tischsteller. (Bild: PD)

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