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LUZERN: Soziale Sicherheit aus einer Hand

Der Kanton Luzern will die Abläufe der Sozialversicherungen vereinfachen. Die soziale Sicherheit soll künftig von einer zentralen Institution gewährleistet werden. Das hat auch Konsequenzen für das Personal.
Manuel Burkhard
Das Sozialwesen im Kanton Luzern soll schlanker organisiert werden. (Archivbild: Nadia Schärli)

Das Sozialwesen im Kanton Luzern soll schlanker organisiert werden. (Archivbild: Nadia Schärli)

Manuel Burkhard

kantom@luzernerzeitung.ch

Stellenverlust, Invalidität, Pensionierung. Dienststelle Wirtschaft und Arbeit (Wira), IV-Stelle, Ausgleichskasse. Drei Institutionen sind im Kanton Luzern für die Leistungen der Sozialversicherung zuständig. Deren Prozesse sollen nun vereinfacht werden. Wie die Staatskanzlei gestern bekanntgab, sollen die Ausgleichskasse, die IV-Stelle und die Wira künftig unter einem Dach zusammengeführt werden. Ziel ist es, Synergien zu nutzen, Abläufe zu vereinfachen und den Bürgern eine einheitliche Anlaufstelle für die Leistungen der Sozialversicherung zu bieten.

Das Projekt startet im Juni. Der Kantonsrat beginnt nun mit der gesetzlichen Grundlage für die Reorganisation. Eine Arbeitsgruppe aus den drei betroffenen Institutionen arbeitet gleichzeitig an der Organisations- und Standortentwicklung. Das Einführungsgesetz – also das Gesetzeswerk, mit dem der neuen Insti­tution offiziell ihre Aufgaben übertragen werden – tritt voraussichtlich 2019 in Kraft. Die Wira als kantonale Dienststelle verschwindet dann.

«Ein modernes Dienstleistungszentrum»

Die Ausgleichskasse und IV-Stelle werden zwar weiterhin als selbstständige öffentliche Anstalten existieren. Dies ist in der Gesetzgebung des Bundes vorgeschrieben. Erwin Roos, Departementssekretär Gesundheits- und Sozialdepartement, erklärt aber: «Gegen aussen wird das Sozialversicherungszentrum als Institution auftreten.» Dann soll den Luzerner Bürgern ein modernes Dienstleistungszentrum mit effizienter Leistungserbringung zur Verfügung stehen. Ein zentraler Empfang wird erste Einschätzungen vornehmen und die richtige Fachstelle vermitteln. Im Fokus stehen auch die Möglichkeiten der Digitalisierung, um Anfragen schneller bearbeiten zu können. Konkrete Angaben, wie dies geschehen soll, werden aber noch nicht gemacht.

Das Sozialversicherungs­zentrum wird gemäss Erwin Roos voraussichtlich in einem Neubau im Grossraum Luzern untergebracht werden. Finanziert wird dieser gänzlich durch die Ausgleichskasse Luzern. Eine finanzielle Beteiligung des Kantons ist nicht vorgesehen. Konkrete Pläne würden jedoch erst gemacht, wenn das Projekt vom Kantonsrat abgesegnet ist. Roos: «Der Standort wird dann einige Jahre nach der Gründung der neuen Organisation bezugsbereit sein.» Bis auf weiteres wenden sich Luzerner Bürger also an die gewohnten Stellen.

Aufgaben sollen vielfältiger werden

Auch die Mitarbeiter der Institutionen sollen von der Zusammenlegung profitieren können. Fachleute der einzelnen Aufgaben­gebiete können künftig einfacher innerhalb der Organisation in andere Funktionen um- und aufsteigen. Das Aufgabengebiet der Verwaltungsstellen wie Buchhaltung, Personalwesen und Empfang soll zudem vielfältiger werden.

Der Kanton erhofft sich von der Massnahme neben einem besseren Service für Betroffene auch finanzielle Vorteile, einerseits durch die Konzentration an einem Standort, andererseits aber auch durch das Nutzen von Synergien. Dies hat Konsequenzen. Während die Fachexperten weiterhin ihre spezifischen Aufgaben erfüllen, werden in den zentralen Diensten (Buchhaltung, Personalwesen, technischer Dienst, Rechtswesen, Informatik) durch die Zusammenlegung Stellen wegfallen. Wie viele Stellen davon betroffen sind, ist noch unklar. Der Abbau soll über die natürliche Fluktuation geschehen. Roos: «Entlassungen sind nicht vorgesehen.»

In anderen Kantonen konnten bereits Erfahrungen mit der Zentralisierung dieser Dienstleistungen gesammelt werden. Im Aargau erbringt die Sozialversicherung Aargau SVA seit 1994 die Leistungen der Ausgleichskasse und der IV-Stelle. Auch dort war es das Ziel, durch die Zusammenführung Synergien zu schaffen. Gemäss Angaben der SVA ergeben Kundenbefragungen eine hohe bis sehr hohe Zufriedenheit.

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