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LUZERN: Spange Süd lässt auf sich warten

Über die Spange Nord wird zurzeit heftig gestritten. Um das südliche Pendant ist es hingegen still geworden – obwohl dieses einen entscheidenden Vorteil hat.
Robert Knobel
Die Spange Süd und der Autobahntunnel-Bypass. (Bild: Grafik mop)

Die Spange Süd und der Autobahntunnel-Bypass. (Bild: Grafik mop)

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Es ist ein Jahrhundertprojekt, das der Bund für die Region Luzern plant: der neue Autobahn-Bypass für 1,7 Milliarden Franken. Hinzu kommt die vom Kanton geplante Spange Nord, eine gemäss letztem Planungsstand rund 200 Millionen Franken teure Zubringerstrasse zur Autobahn. Über beide Projekte wird heftig gestritten – der Stadtrat äusserte sich jüngst negativ zur Spange Nord, in Kriens sind sämtliche Parteien gegen den Bypass (wir berichteten). Ruhig geworden ist es hingegen um ein weiteres Teilprojekt des Bypasses, die Spange Süd. Sie funktioniert nach demselben Prinzip wie die Spange Nord: den Verkehr auf die Autobahn bringen, ohne dass dieser die Innenstadt durchqueren muss.

Konkret ist geplant, dass die neue Strasse beim Autobahn­anschluss in Kriens abzweigt und danach unterirdisch bis zum ­Luzerner Bahnhof verläuft (siehe Grafik). Im Bereich der Langensandbrücke mündet die Spange Süd – auch «Südzubringer» genannt – in die Tribschenstrasse ein. Der Tunnel würde weitgehend parallel zum bestehenden Hubelmatttunnel der Zentralbahn verlaufen und ungefähr an derselben Stelle vor dem Bahnhof wieder ans Tageslicht kommen. Der Autoverkehr aus dem Gebiet Tribschen-Schönbühl hätte damit einen direkten Autobahnanschluss und müsste nicht mehr durch die Innenstadt fahren.

Kosten von 230 Millionen Franken

Kosten soll das Ganze rund 230 Millionen Franken, die vom Kanton und vom Bund bezahlt werden sollen. Der Kostenschlüssel steht noch nicht fest, der Bundesanteil beträgt bei solchen Projekten in der Regel 30 bis 35 Prozent. Im Bauprogramm für Kantonsstrassen ist die Spange Süd im «Topf C» eingereiht. Das bedeutet eine langfristige Realisierung ohne konkrete Planungsarbeiten. Im Agglomerations­programm der 3. Generation von 2016 ist immerhin schon eine Jahreszahl genannt: Ab 2027 soll die Spange Süd realisiert werden.

Damit nicht genug: Das Agglo-Programm attestiert der Zubringerstrasse ein «gutes bis sehr gutes» Kosten-Nutzen-Verhältnis. Dasselbe Urteil gilt auch für die Spange Nord, den Bypass und den Durchgangsbahnhof. Im Moment konzentriert sich der Kanton aber auf die Planung des Gesamtsystems Bypass und Spange Nord. Zur Spange Süd finden ­keine Planungsarbeiten statt, sagt Mirija Weber, Sprecherin des kantonalen Baudepartements. Alle Projekte zeitgleich zu planen und zu bauen, würde die finanziellen Möglichkeiten des Kantons sprengen.

Eine andere Möglichkeit wäre jedoch gewesen, die Spange Süd gemeinsam mit dem Bypass zu planen und stattdessen mit der Spange Nord zuzuwarten. «Die Spange Nord entlastet das Zentrum stärker. Das erlaubt es, Platz für den ÖV zu schaffen», erklärt Departementssekretär Thomas Buchmann. Der Kanton rechnet damit, dass durch die Spange Nord der Verkehr in der Innenstadt abnimmt, und plant daher zahlreiche neue Busspuren (Ausgabe vom 27. Dezember 2016).

«Schüür» müsste weichen

Einen entscheidenden Vorteil gegenüber der umstrittenen Spange Nord hat die Spange Süd allerdings: Sie war von Anfang an als Tunnellösung geplant, da die Topografie und die dichte Besiedlung eine neue Strasse praktisch ausschliessen. Oberirdisch verläuft nur der Abschnitt entlang der Bahngleise auf der Frutt­strasse sowie bei der «Schüür». Das Konzerthaus müsste denn auch weichen, wenn die Spange gebaut wird. Das war einer der Gründe, weshalb die Juso die Ini­tiative «Kein Südzubringer in die Stadt» lanciert hatte. Das Volksbegehren wurde 2012 mit 52 Prozent Nein knapp abgelehnt.

Damals war auch der Stadtrat gegen die Initiative, weil er den Südzubringer als Option offen­lassen wollte. Und wie steht der Stadtrat heute der Idee gegenüber? In den letzten Jahren sei die Spange Süd in der Stadtregierung kein Thema mehr gewesen, sagt der für Verkehr zuständige Stadtrat Adrian Borgula (Grüne). Dazu gebe es auch keinen Anlass, solange der Kanton kein konkretes Projekt plane.

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