Luzern spart schweizweit am
meisten Gesundheitskosten 

Erfreuliche Nachrichten für den Kanton Luzern: Er konnte 2018 die Gesundheitskosten um 5,6 Prozent senken. Auch die Kantone Zug sowie Ob- und Nidwalden konnten sparen. Ein Kanton in der Innerschweiz fällt allerdings besonders ab. 

Yasmin Kunz
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Die Gesundheitskosten sind rückläufig – nirgends so stark wie im Kanton Luzern. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

Die Gesundheitskosten sind rückläufig – nirgends so stark wie im Kanton Luzern. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

Die Kosten, die von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen werden müssen, sind im Jahr 2018 im Kanton Luzern im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gesunken. Damit liegt der Kanton Luzern bezüglich Kosteneinsparung auf dem ersten Platz, gefolgt von Obwalden (-2,4) auf dem zweiten Rang und Schaffhausen (-2,0). Einen Podestplatz verpasst hat der Kanton Nidwalden. Mit einer Reduktion der Kosten um 1,7 Prozent findet er sich an vierter Stelle wieder. Ebenfalls gesunken sind die Kosten im Kanton Zug (-0,5). Diese Zahlen hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nun publiziert.  

Entwicklung der Kosten der Krankenversicherer in der Zentralschweiz (2017 auf 2018)

Zentralschweizer Kantone Kostenentwicklung in Prozent (2017 auf 2018) Kostenentwicklung in Franken pro Kopf
Luzern - 5.6 - 187
Obwalden - 2.4 - 175
Nidwalden - 1.7 - 54
Zug - 0.5 - 16
Uri + 1.2 + 34
Schwyz + 0.4 + 13
Schweiz + 0.2 + 9

Tarmed-Tarif und Senkung der Medikamentenpreise

Hanspeter Vogler, Leiter Fachbereich Gesundheitswesen beim Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern, ist grundsätzlich «erfreut», weist aber darauf hin, «dass einige Tarife nicht mehr kostendeckend sind und dass das korrigiert werden muss».

Um konkrete Gründe für diese Kostensenkung zu nennen, sei es noch zu früh. Er sagt aber, dass auf nationaler Ebene gewiss die neuen, markant tieferen Tarmed-Tarife und die Senkung der Medikamentenpreise einen Einfluss hatten.

Laut BAG wurden die Kosten im ambulanten Bereich in den hiesigen Spitälern um 27 Prozent reduziert, was wohl vor allem auf die tieferen  Tarmed-Tarife zurückzuführen ist. Stationär waren es gut vier Prozent.

Frühe «Ambulatisierung» im Kanton Luzern 

Vogler: «Die Strategie ambulant vor stationär hatte im Kanton Luzern sicherlich auch dazu beigetragen, die Gesundheitskosten zu reduzieren, zumal diese Liste bereits Mitte 2017 eingeführt wurde.» Diese enthält inzwischen 18 Eingriffe, die in den Spitälern grundsätzlich ambulant statt stationär durchgeführt werden. Dass diese Massnahme die Kosten dämpft, hat der Kanton Luzern bereits Ende 2017 bekannt gegeben. 1,5 Millionen Franken konnte man in einem halben Jahr sparen. Andere Kantone haben diese Strategie erst später eingeführt.

Luzern: 187 Franken weniger pro versicherte Person 

Die Kosten pro versicherte Person im Kanton Luzern beliefen sich 2018 auf 3160 Franken. Gegenüber 2017 sind das 187 Franken weniger. Von einer Trendwende will Hanspeter Vogler aber nicht sprechen. «Es handelt sich bei diesem Sparmassnahmen vor allem um einmalige Faktoren.» Man werde nun analysieren, in welchen Bereichen die Kosten gesunken sind.

Als einziger Zentralschweizer Kanton liegt Uri mit einer Steigerung von 1,2 Prozent deutlich über dem Schweizer Schnitt von einem Plus von 0,2 Prozent. Leicht über dem Schnitt liegt der Kanton Schwyz mit 0,4 Prozent. Die Kantone Neuenburg, Basel-Stadt und Freiburg verzeichneten das grösste Wachstum mit drei Prozent und mehr.