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LUZERN: Spital setzt auf einen mitarbeiterfreundlichen Sparkurs

Winkt der Kantonsrat die Sparmassnahmen Ende Jahr durch, will das Luzerner Kantonsspital «abweichende Regelungen» treffen – zu Gunsten der Mitarbeiter.
Yasmin Kunz
Das Luzerner Kantonsspital wurde als erstes Schweizer Spital für Lohngerechtigkeit ausgezeichnet. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)

Das Luzerner Kantonsspital wurde als erstes Schweizer Spital für Lohngerechtigkeit ausgezeichnet. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)

Yasmin Kunz

In der Kantonskasse klafft in den kommenden drei Jahren ein Loch von weit über 300 Millionen Franken. Darum will die Luzerner Regierung, dass Kantonsangestellte pro Woche 1,25 Stunden länger arbeiten und keine Dienstaltersgeschenke mehr erhalten (Ausgabe vom 4. Juli).

Auch für das Luzerner Kantonsspital, eine selbstständige, öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Luzern, gilt grundsätzlich das Personalgesetz des Kantons.

Treue wird doppelt belohnt

Sollte der Kantonsrat die Sparmassnahmen im November oder Dezember durchwinken, überlegt sich die Spitalleitung «abweichende Regelungen». Dies hat das Spital seinen Angestellten via internem Schreiben kürzlich mitgeteilt. Dass das Spital andere Regelungen treffen würde, wäre kein Novum. Schon jetzt beinhalte das Personalreglement des Spitals Abweichungen vom kantonalen Personalrecht, wie der Spital­direktor Benno Fuchs auf Anfrage unserer Zeitung sagt.

So seien etwa der Ferienanspruch, das Jahresarbeitszeitsaldo oder Dienstaltersgeschenke anders geregelt als beim Kanton. Konkret: Bei 30 Dienstjahren ­erhalten Kantonsangestellte 10 Arbeitstage besoldeten Urlaub. Spitalmitarbeiter erhalten für 30-jährige Treue 20 besoldete Ferientage. Fuchs sagt dazu: «Wir bewegen uns in einem anspruchsvollen Wettbewerbs- und Personalumfeld und müssen als Arbeitgeber attraktiv bleiben.»

Fuchs: Abweichung «vorstellbar»

Im August und September wird die Direktion des Spitals sowie der Spitalrat die kantonalen Sparmassnahmen eingehend behandeln, schreibt Benno Fuchs in der Mitarbeiterinformation. Ob einzelne Massnahmen übernommen werden, kann der Direktor derzeit noch nicht sagen. Fakt ist: Wenn der Kanton sein Personalrecht ändert, prüft das Spital die Anpassungen. Fuchs: «Falls die Sparmassnahmen des Kantons beim Personal für die betriebliche Entwicklung des Spitals nicht geeignet sind, können wir uns vorstellen, davon abzuweichen.»

Aktuell belaufen sich die Personalausgaben des Kantonsspitals auf jährlich knapp 530 Millionen Franken. Mit den geplanten kantonalen Sparmassnahmen müsste das Spital weniger Personal rekrutieren und demnach auch weniger Geld für die Personalkosten aufwenden. Kein wünschenswertes Ziel? Fuchs: «Selbstverständlich haben wir ein grosses Interesse, Spitalleistungen kostengünstig zu erbringen. Das ist für uns seit Jahren ein Dauerauftrag und nicht neu. Gleichzeitig sind wir auf genügend qualifiziertes und motiviertes Personal angewiesen.»

«Unternehmerisches Denken»

Martin Wyss, Geschäftsleiter des Luzerner Verbands Personal öffentlicher Dienste, begrüsst die Idee der Klinik. «Dass die Spitalleitung die Sparmassnahmen des Kantons zu Lasten des Personals nicht übernehmen will, ist ein Zeichen für unternehmerisches Denken», sagt er. «Das Spital als Arbeitgeber kann nicht riskieren, an Attraktivität einzubüssen und dadurch allenfalls Personal zu verlieren. Bereits heute ist die Arbeitsbelastung sehr hoch und die Rekrutierung von Fachkräften schwierig.» Dass das Spital alternative Sparmassnahmen in Betracht ziehen würde, zeige, dass ihm die Qualität der Dienstleistungen und motiviertes Personal wichtig sei, sagt Wyss.

Auch die Hochschule Luzern will den vom Kanton vorgeschrieben Sparmassnahmen nicht vollumfänglich nachkommen (Ausgabe vom 28. Mai). Die Hochschule Luzern – die grösste Bildungsinstitution der Zentralschweiz – verzichtet auf die Erhöhung der Arbeitszeit. Dafür hat die Hochschulleitung entschieden, dass sich die Angestellten ab 2017 an der Krankentaggeldversicherung beteiligen müssen – bisher wurden die Kosten ganz vom Arbeitgeber übernommen. Den Angestellten werden 0,3 oder 0,4 Prozent des Lohns für die Krankentaggelder abgezogen. Damit spart die Hochschule jährlich rund eine halbe Million Franken.

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