LUZERN: Spital weitet Parkier-Sperrzone auf 14 Gemeinden aus

Das Parkhaus des Kantonsspitals platzt aus allen Nähten. Jetzt müssen rund 260 Mitarbeiter die Parkbewilligung abgeben. Damit ist das Problem aber nicht vom Tisch.

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Beim Luzerner Kantonsspital sind Parkplätze rar. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Beim Luzerner Kantonsspital sind Parkplätze rar. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

3500 Mitarbeiter, 1000 Besucher pro Tag und 1200 Parkplätze zählt das Luzerner Kantonsspital am Standort Luzern (Luks). Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass die Parkplätze hinten und vorne nicht ausreichen. Deshalb hat das Luks die Parkier-Sperrzone jetzt um acht Gemeinden erweitert, wie ein Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, offenbart. Per 15. Februar müssen alle Angestellten, die in den Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Dierikon, Inwil, Neuenkirch, Root, Rothenburg und Hergiswil wohnen, die Parkbewilligung abgeben.

Bild: Grafik: Oliver Marx / Neue LZ

Bild: Grafik: Oliver Marx / Neue LZ

Platzmangel: Ein altes Problem

Die fehlende Kapazität der Parkplätze ist nicht erst jetzt ein Problem. Schon vor 20 Jahren hat das Luks einen Parkier-Sperrkreis eingerichtet, welcher die Stadt Luzern sowie die Gemeinden Emmen, Ebikon, Meggen, Horw und Kriens umfasst. Gemäss Luks betrifft die erste Sperrzone rund die Hälfte aller Angestellten, also etwa 2200 Mitarbeiter. Mit der Ausweitung auf die acht Gemeinden sind weitere rund 260 Mitarbeiter betroffen.

Ramona Helfenberger, Sprecherin des Luzerner Kantonsspitals, sagt zur Erweiterung: «Die Festlegung des Sperrkreises erfolgte unter Berücksichtigung der Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.» Zudem ergänzt Helfenberger, dass die betroffenen Mitarbeiter ab dem 15. Februar neben den öffentlichen Verkehrsmitteln auch mit dem Velo oder Motorrad kommen könnten. Die Unterstände für die Zweiräder sind allerdings jetzt schon überbelegt, wie ein Blick vor Ort zeigt. Helfenberger: «Wir haben die Anzahl Zweiradparkplätze im letzten Jahr bereits erhöht. Nun wird das Angebot nochmals dem Bedarf angepasst.» Was das konkret heisst, bleibt offen. Die Ausdehnung der Sperrzone sei in Anbetracht der jetzigen Situation unumgänglich gewesen. «Wir sind uns bewusst, dass diese Massnahme für die Betroffenen einschneidend ist.»

Dass ein Umsteigen auf die öffentlichen Verkehrsmittel Folgen hat, zeigt ein fiktives Beispiel: Wohnt ein Angestellter in Inwil und legt den Arbeitsweg mit dem Auto zurück, so beläuft sich die Zeit für den Arbeitsweg jetzt auf rund 15 Minuten. Mit dem Zug und dem Bus dauert der Weg etwas mehr als 30 Minuten.

Mitarbeiter sollen auf ÖV umsteigen

Martin Wyss, Geschäftsstellenleiter des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste, findet die Situation für die Mitarbeiter nicht optimal. Er betont: «Es muss gewährleistet sein, dass die von der Parkier-Sperrzone betroffenen Angestellten jederzeit nach Hause kommen, keine Mehrkosten haben und nicht einen längeren Arbeitsweg auf sich nehmen müssen.» Ihm ist klar, dass es ohne bauliche Massnahmen keine bessere Lösung gibt.

Für alle Mitarbeiter hat das Kantonsspital in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Luzern (VVL) und der Stadt Luzern ein Mobilitätspaket erarbeitet. Ziel: eine bessere Erreichbarkeit des Spitals mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie eine bessere Nutzung des vorhandenen Parkangebots. Wie im vergangenen Jahr profitieren alle Mitarbeiter des Luks vom Passepartout Job-Abo. Das Spital zahlt je nach Arbeitspensum bis zu 500 Franken an dieses Abonnement. Weiter führt das Spital die Fahrgemeinschaftsplattform «Publiride» ein. Ab dem 1. Februar können Angestellte via App oder Internet Fahrgemeinschaften gründen. Ausserdem ­bietet das Spital in Emmenbrücke Aussenparkplätze an. Gemäss Ramona Helfenberger werden auch Patienten und Besucher, die pro Stunde drei Franken fürs Parkieren zahlen, via Monitore im Empfangsbereich «auf die öffentlichen Verkehrsmittel hingewiesen».

Ausnahmen für Schicht-Schaffende

Für die 260 Mitarbeitenden des Luks ist klar, ab 15. Februar müssen sie ihre Parkbewilligung abgeben und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Doch es gibt Ausnahmen. Angestellte, die innerhalb des Sperrkreises wohnen, müssen festgelegte Kriterien erfüllen, um eine Parkbewilligung zu erhalten. Mögliche Gründe können laut Helfenberger sozialer oder betrieblicher Natur sein. Übersetzt heisst das: Muss ein Angestellter für seine schulpflichtigen Kinder das Mittagessen zubereiten, oder hat ein Mitarbeiter regelmässig Spät- und Wochenenddienst, profitieren diese von Sonderbewilligungen. Denjenigen Mitarbeitern, die bis spät abends arbeiten und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr nach Hause kommen, wird ein Nachttaxi angeboten. Die Betroffenen zahlen pro Fahrt zehn Franken. Der Restbetrag wird vom Luzerner Kantonsspital übernommen.Yasmin Kunz