LUZERN: Spitalfinanzierung: Spirale dreht sich weiter

Balz Bruder über die Spitalfinanzierung.

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Balz Bruder

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Das Begriffspaar ist untrennbar miteinander verbunden: Gesundheitswesen und Kostenexplosion. Dabei wird gern vergessen, dass das teure System in der Regel gute bis sehr gute Leistungen für seine Kunden erbringt. Und dass mit den Kosten auch Wertschöpfung verbunden ist – bei jenen, die den Leistungserbringern zuliefern, ebenso wie bei jenen, die Verdienst erzielen und Steuern zahlen. 

Wenn nun ein Zentrumsspital wie das Luzerner Kantonsspital (Luks) feststellt, dass die Luft ökonomisch dünner wird, ist das nicht a priori zu beklagen. Solange das Spital seinen Versorgungsauftrag erfüllen und jene Rückstellungen bilden kann, die ihm die notwendigen Investitionen erlauben, ist die Entwicklung im Sinne des Erfinders. Knappere Ressourcen zwingen Unternehmen – und solche sind auch öffentliche Spitäler heute – zu effizientem und effektivem Mitteleinsatz.

Das Luks muss sich dabei nicht verstecken, im Gegenteil. Bedauerlich ist vielmehr, dass auch im Jahr sieben der neuen Spitalfinanzierung landauf, landab in Beton statt in Hirn investiert wird. Neue überflüssige Infrastrukturen wollen ausgelastet werden. Und weil Angebot im Gesundheitswesen Nachfrage schafft, dreht sich die Spirale munter weiter. 

Vorläufig zumindest. Denn die Anzeichen mehren sich, dass das Ende der Fahnenstange in der Kostenentwicklung angesichts des Anstiegs der Krankenkassenprämien und der Sparprogramme in den Kantonen – Steuererhöhungen inbegriffen – allmählich erreicht sein könnte. Die bisher weitgehend reformunfähige Bundespolitik muss sich bewegen. Allen Interessenkonflikten zum Trotz.

Balz Bruder
balz.bruder@luzernerzeitung.ch